Depression- Ein Tabuthema?

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8 Antworten

Ich denke es kommt sehr darauf an wo genau man lebt. Lebt man in einer progressiven Stadt, ist es sicher weniger tabuisiert als in kleinen Dörfern auf dem Land, wo jeden jeden kennt. Doch dies müsste wissenschaftlich untersucht werden. Ich habe dazu nur die Quellen von meinen Klinikfreunden und meine eigene Erfahrung.

Ich persönlich lebe in einer relativ progressiven Stadt und auch in einem sehr gesellschaftlich offenen Umfeld. Ich bin von Anfang an zu meiner Krankheit gestanden (schwere Depression, Klinikaufenthalte usw.) und wurde deswegen nie stigmatisiert. Im Gegenteil, viele Freude fragten, wie sie mir helfen können.

Ich traf in der Klinik jedoch Mitpatienten die auf dem Lande lebten bzw. immer noch leben. Besonders Personen ab einem gewissen Alter versuchten sie ihre Depression lange geheim zu halten. In ihrer Wohngegened kennt man den Unterschied zwischen Depressionen und Psychosen (verrückt werden) noch nicht sehr gut. Diese Mitpatienten haben oft sehr gelitten und wollten gar nicht mehr aus der Klinik austreten.

Dennoch finde ich, dass unter dem Strich das Thema weniger tabuisiert wird als auch schon. Langsam dringt durch, dass Depressionen eine Volkskrankheit sind und jeden Treffen könnten. Das depressive Personen kognitiv völlig rational denken können (ausg. psychotische Depressionen, die sehr selten sind) und keineswegs völlig irre sind.

Dass immer mehr Leute zu ihrer Krankheit stehen hat das Thema sehr enttabuisiert. Dies ist auch eine Folge davon, dass immer mehr Menschen unter Depressionen leiden. Unsere Stressgesellschaft, unser Bevölkerungswachtum und die Integration von traumatisieren Menschen tragen ihres dazu bei.

Ein anderes Thema ist die Tabuisierung psychotischer Erkrankungen. Dort besteht noch viel mehr Handlungsbedarf.

Ich glaube, dass es einfach an "Aufklärung" fehlt.

Ich kenne Menschen, die Depressionen haben und ich habe leider Erfahrungen gemacht, dass andere Menschen (beispielsweise Klassenkameraden) da ganz seltsam drauf reagieren.

Nach dem Motto "so schlimm kann das ja nicht sein, jeder hat irgendwelche Probleme", oder  "das ist ja zur Zeit in Mode/ jeder braucht Aufmerksamkeit", oder es wird schnell Thema gewechselt.

Es wird von manchen Menschen auf jeden Fall als Tabuthema behandelt. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass diese dann gar nicht genau wissen, was Depressionen überhaupt sind und sich durch ihre Unsicherheit, wie damit umzugehen ist, lieber abwenden.

Ein Tabuthema? Nein, es wird doch inzwischen überall über Depressionen gesprochen und geschrieben. Es ist leider schon so, dass die Termini "Depressionen und depressiv" völlig inflationär benutzt werden, obwohl es sich meistens gar nicht um Depressionen im psychologischen Sinne handelt.

Achte mal darauf: Jeder, der traurig oder in schlechter Stimmung/Laune ist, glaubt, depressiv zu sein, was natürlich völlig falsch ist. Depressionen können, wie du wissen wirst, nur von einem Facharzt diagnostiziert werden und haben mit vorübergehendem Traurigsein und Launen nichts zu tun.

Ich glaube Depression sind noch nicht vollständig verstanden.

Die Krankheit als solche ist vermutlich akzeptiert, aber viele Symptome treffen immer noch auf Unverständnis.

Also es ist jetzt kein absolutes Tabu Thema aber es ist halt auch kein alltägliches Thema und es gibt viele die nicht mit ihren engeren bekannten reden, aus Angst wie die dann über sie denken... 

Es gibt seit vielen Jahren wohl kaum ein Gesundheitsthema, dass so oft thematisiert wird, wie das der Depression. Wie man da auf die Idee kommt, dass es sich um ein Tabuthema handelt, erschließt sich mir nicht.

Ist schon längst kein Tabu-Thema mehr.

längst nicht mehr

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