Depression - Suizidgedanken - Wie soll ich damit umgehen?

...komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Depressionen können jeden treffen und hauen auch den selbstbewusstesten Typ um. Selbstzweifel und das Gefühl zu versagen sind klassisch für eine Depression.

Unterscheiden dabei muss man zwischen den emotionalen Gefühlen und dem kognitiven Denken. Man fühlt sich als Versager, aber rein kognitiv weiss man, dass dies nicht stimmt. Dies ist jedoch nur ein kleiner Trost, da die Emotionen vom kognitiven Denken unabhängig funktionieren.

Die Hoffnungslosigkeit, Freudlosigkeit und das Gefühl des der Krankheit ausgeliefert zu sein (Machtlosigkeit) sind ebenfalls typische Symptome. Ich bin jeweils fast die Wände hochgegangen, weil ich die Kontrolle über meine Gefühle verloren hatte und ich dermassen machtlos war.

Dass du dich in psychiatrische Behandlung begeben hast ist enorm wichtig. Depressionen können behandelt werden, auch wenn der Weg manchmal steinig ist.

Ich würde dir eine richtige Psychotherapie empfehlen (z.B. analytisch). Mit einer Psychotherapie meine ich eine richtige Psychotherapie und nicht das Gespräch beim Arzt, welcher einfach Medikamente verschreibt. Eine Psychotherapie kann heilen, nur dauert dies sehr lange (Monate bis Jahre).

In der Zwischenzeit kannst du es bei schweren Depressionen auch mit Medikamenten versuchen. Diese heilen zwar nicht, doch im Idealfall unterdrücken sie die Symptome. Das Problem ist, dass die Medikamente nicht bei allen gleich gut wirken und mit starken Nebenwirkungen verbunden sind.

Es gibt verschiedene Formen von Depressionen. Mehr als 50% von ihnen sind rezidivierend (also wiederkehrend). Rezidiv heisst, dass die Depressionen alle paar Jahre wieder kommen. Längerfristig kann da nur eine Psychotherapie helfen... oder die dauerhafte Einnahme von Medikamenten (auch in der symptomfreien Zeit).

Ich persönlich habe alles gegen Depressionen versucht. Therapien, Medikamente und sogar EKT. Leider ohne grossen Erfolg. Eine Verbesserung ergab sich erst, nach dem ich eine psychoanalytische Therapie begonnen hatte. Dies dauerte jedoch 2 Jahre. Heute bin ich dank Medikamenten und Psychotherapie einigermassen stabil.

Wenns nicht anders geht, lasse dich einweisen. Dies ist keine Schande. Ich war 2x in der Klinik weil einfach gar nichts mehr ging. Du musst dir keine Vorwürfe machen versagt zu haben. Depressionen überwältigen einem.

 

Such dir vielleicht eine Klinik ansonsten, egal wie schwer es ist, stoß deine Freunde nicht von dir! Du brauchst deine Freunde und deine Familie und vor allem musst du auch raus aus deinem "Nest" (Gott, hört sich das beschissen an) geh weg, mach was. Du musst dich überwinden. Das hat mich schon von so viel Dreck abgehalten. Mach Dinge, die dich ablenken oder dich früher glücklich gemacht haben, gib deine Hobbies nicht auf und igle dich nicht ein. Versink nicht im Selbstmitleid oder denke, dass es einfacher ist ohne Freunde oder wenn du nicht mehr rausgehst.

Hoffentlich hat dir das ein bisschen geholfen :)

du kannst es mit einer klinik versuchen, hat auch schon vielen geholfen. da sind dann halt ganz viele, die das kennen was du durchmachst, alleine das stärkt schon ungemein. wenns eine gute klinik ist, kriegst du dort alles was du brauchst , um gut dann in deinem leben wieder weiter zu machen. evtl. ist das sogar wirklich in deinem fall eine gute alternative, da sich dann die scham verabschieden kann. du sagst ja selbst, dass viele deiner freunde dich gut unterstützen und deine familie auch... wenns dann immer noch nicht vorwärts geht, fühlt man sich schnell doppelt schlecht. entweder nimmst du es selbst in die hand und verordnest dir jeden tag einen langen spaziergang, das sollte niedrigschwellig genug sein, oder aber du suchst dir eine klinik, die zu dir passt, meldest dich da an und ziehst bewegung und freunde treffen durch bis dahin. egal wie du dich fühlst, du musst aus dem schneckenhaus raus, sonst wird es immer schlimmer. leider.

die selbstverantwortung ist der schlüssel. und wenn es nur der entschluss ist wieder besser für dich zu sorgen, so dass du nicht in der schuld der anderen stehst, die dich mittragen. das ist auf jeden fall der erste schritt. ich wünsche dir viel erfolg!

Zurückgebracht hat mich, dass ich mich in jemanden verliebt habe, dem es genauso ging und wir haben uns gegenseitig da rausgeholt. Also ich würde Dir raten, Freundschaften so gut wie es geht zu erhalten und vielleicht Kontakte zu Menschen aufzubauen, die ähnlich ticken wie Du. 

Folgendes hat mich damals wieder ins Leben gebracht:

Medikamente, Tagesklinik, Therapie, soziale Kontakte, Hobbys, Geld, Zeit, Hilfe durch Familie, nicht überfordern

Machst du denn eine Therapie?

Das bringt in der Regel das meiste.

ferrerable 22.12.2016, 04:20

Ich habe eine Therapie gemacht, fast ein Jahr lang. Hatte während der Zeit nie das Gefühl, dass sie wirklich etwas bringt (es war Tiefenpsychologie, da hatte ich über einen Kontakt in der Nähe von mir schnell einen Platz gekriegt - eigentlich bräuchte ich wohl eher Verhaltenspsychologie); also ich habe halt viel über mich selber erzählt und konnte mich auch gut analysieren, aber ich hatte nie das Gefühl, dass das etwas ändert. Das meine Depression wegwar, kam dann ganz plötzlich unverhofft durch äußere Umstände mitbeinflusst (einmal Studienwechsel, einmal anderes); habe die Therapie trotzdem weitergebacht und bin wieder ins Loch gefallen - dann nach ein paar Monaten war es wieder vorbei (aber auch schlagartig und nicht so, dass ich mich rausgearbeitet habe); deshalb bin ich nicht so im großen Glauben an die PT
Aber ich bemühe mich nun um einen Platz in der Verhaltenstherapie und mache auch ein Onlineprogramm, ich muss es ja versuchen 

0

Was möchtest Du wissen?