Denkt man nach mehreren Monaten England auch auf Englisch oder immernoch auf Deutsch?

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Das kommt darauf an, wie sehr Du in der Sprache "unterwegs" bist. Ich habe 11 Jahre im Ausland mit englisch als Verkehrssprache gelebt. In der Familie wurde nach wie vor deutsch gesprochen; der Tagesablauf wurde aber durch englisch geprägt. Das fing an mit fachlichen Diskussionen in der Arbeit, setzte sich fort bei privaten Treffen mit Kollegen und deren Familien aus aller Herren Länder, und endete abends bei Klassenelterntreffen oder im Sportverein. Nach etwa 3 bis 4 Jahren habe ich teilweise englisch geträumt, habe englische Witze verstanden und bin bei Gesprächen mit Landleuten bisweilen ins Stocken geraten, weil ich spontan gewusst hätte, wie ich mich auf englisch ausdrücken sollte, aber nachdenken musste, wie das nun auf deutsch heißt.

Nach meiner endgültigen Rückkehr hierher nach Deutschland hat sich das aber vergleichsweise schnell gegeben.

Was geblieben ist, ist die Fähigkeit mich sehr gepflegt und nuanciert auf englisch mitteilen zu können.

Man denkt auf englisch und träumt sogar in der Sprache. Mir ist das in Singapur passiert.

Nach dem ersten Jahr im Ausland habe ich angefangen in zu Englisch zu träumen und zu denken. Ob der deutsche Akzent bleibt oder irgendwann verschwindet liegt an einem selber. Ich kenne Leute, die selbst noch nach 10 Jahren im englischsprachigen Land einen sehr heftigen deutschen Akzent haben. Ich denke man sollte sich die Mühe machen und auf die Aussprache achten. Mir wird es meistens nicht abgenommen das ich Deutsche bin das führt dazu das ich meinen Pass vorzeige damit mir Glauben geschenkt wird. Manche Sachen sind im englischen einfach besser ausgedrückt und andersrum.

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