Denkt ihr, ob der Mindestlohn zur Armutsminderung beigetragen hat?

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5 Antworten

Um mal deine Frage klar zu beantworten.

Der Mindestlohn hat die Armut nicht vermindert. Das kann er auch garnicht.

1. Grund: Er ist zu niedrig.

2.Grund: Die Armut ist so definiert,dass sie NIE beseitigt werden kann. Das hat einfach statistische Gründe. Die ganze Armutsindustrie die sich darum gebildet hat, hat ja auch garkein Interesse dran.

Selbst wenn man alle Löhne verdoppelt, gibt es genau so viel Arme wie vorher. Würde Bill Gates morgen die Deutsche Staatsbürgerschaft erhalten, gäbe es von heute auf Morgen mehr Armut. Auch wenn wir im Durchschnitt reicher wurden.

3.Grund: Als Ökonom, weiß man, dass Mindestlohn niemals die Armut reduzieren kann. Mindestlohn hat nur unterbestimmten Bedingungen  einen positiven ökonomischen Effekt. Diese sind aber Arbeitsmarktpolitisch, nicht Wohlfahrtstheoretisch.

Nein, natürlich nicht.

Die Unternehmen mußten mehr Geld für Löhne ausgeben.

Außerdem hat der Handel gleich die Preise erhöht, um die Kaufkraft abzuschöpfen.

Und wieviel Rentenpunkte gibt es für Mindestlohn?

Ursusmaritimus 13.03.2017, 19:08

Wenn Unternehmen ohne Lohnerhöhung eine Möglichkeit zur Preiserhöhung sehen machen sie es auch.....aber der Mindestlohn ermöglicht eine Argumentationskette.......auch wenn sie löchriger ist als ein Fischernetz für Walfische.

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Modano80 02.05.2017, 11:00

Also wenn man so einfach als Unternehmer Geld verdient, mach doch einen Laden auf. Wirst dann sehen, wieviel Unternehmen für weniger als den Mindestlohn arbeiten gehen, weil sie oft 60 h und mehr die Woche arbeiten. 

Zu deiner Frage: Vollzeit Mindestlohn bringt momentan ca. 0,47 Rentenpunkte.

Nur sollte man die Rentenversicherung in dieser Form abschaffen, da gebe ich dir Recht.Denn die Rente ist ungerechte Belastung der Männer zu Gunsten der Frauen und eine Belastung der Armen zu gunsten der Reichen.

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Er hat zumindest eine Untergrenze des Lohndumping gezogen und damit sehr wohl ein weiteres Abgleiten in die Armut verhindert

Nein, wenn jemand sein leben lang arbeitet und nachher trotzdem noch zum Sozialamt gehen muss, stimmt doch im System was nicht,

Das ist doch das Letzte, was die Politik macht.

Ursusmaritimus 13.03.2017, 19:12

Diese Sprüche höre ich viel zu oft! Wenn man dann bei den Betroffenen insistierend nachfragt haben sie oft selbstverursachte Lücken in der Vita (Selbstständigkeit ec.) welche lautstark mit "Ich habe doch immer gearbeitet" überdeckt werden.

Gerne wird das immer noch von Bauarbeitern gebetet welche früher immer "viel gearbeitet" und "viel verdient" haben. Dabei wird aber die Winterpause/Schlechtwettergeldphase unterdrückt wie auch die genutzte Möglichkeit das Überzeit und Akkordzuschlag schwarz in die Hand bezahlt wurde, also wieder keine Rentenbeiträge bezahlt wurden.

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Rockuser 13.03.2017, 19:22
@Ursusmaritimus

Soso, Du glaubst also, das jeder Handwerker in der Winterpause Schwarzarbeit betreibt und mit 74 noch in der Lage ist als Rentner was dazuverdienen.

Du hast vermutlich nie körperlich arbeiten müssen, sonnst wüsstest Du, das Du unrecht hast.

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Ursusmaritimus 13.03.2017, 20:03
@Rockuser

Nein, aber das er "eine Winterpause" hat in welcher er keine Rentenbeiträge bezahlt hat.

Auch habe ich nur geschrieben das es früher bis etwa Ende der 70er üblich war das Überzeit und Akkordzuschläge Cash in die Tasche vom AG gezahlt wurden. Die "Schwarzarbeit" vieler Handwerker habe ich nicht erwähnt.

In Sachen körperlich arbeiten habe ich jetzt gerade die vier Jahrzehnte im Arbeitsleben überschritten, reicht das um hier schreiben zu dürfen?

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Es wird eher so sein, das es dadurch unterm Strich mehr Armut geben wird.

JNHLRT 13.03.2017, 19:29

-Weniger Arbeitsplätze: Durch höhere Personalkosten wird mehr substituiert, dh die Produktion ins Ausland verlegt und/oder Menschen durch Maschinen ersetzt. -höhere Preise für Konsumenten: höhere Personalkosten werden früher oder später eingepreist, dh die Preise steigen. bedeutet man hat zwar mehr Geld auf der Gehaltsabrechnung, aber muss letzten endlich mehr für alltägliche Produkte bezahlen. Und die, die nicht vom Mindestlohn profitieren, zahlen trotzdem den höheren Preis. Wenn man es sehr genau nimmt, nimmt damit die Kaufkraft vom Geld ab-> Inflation

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Ursusmaritimus 13.03.2017, 20:09
@JNHLRT

Ein Mindestlohnarbeitsplatz wie Friseure, Reinigungsarbeiten oder Wachdienst wird ins Ausland verlegt? Dein Kopf zum Schneiden auch?

Der Unternehmer verlangt die Preise welche der Markt hergibt und er wird den Preis auch bei Lohndumping anheben wenn es der Markt erlaubt.

Eine Verlegung der Produktion in das Ausland ist immer eine Überlegung bei Produktion mit hoher Lohnquote, diese Produktion findet jedoch selten bei Mindestlohnaspiranten statt. Das ist nur ein "Scheinargument" der Unternehmer um die Anpassung der Lohnforderung zu unterbinden. Das Lohnforderungen direkte Auswirkungen auf die Inflation hatten ist seit dem Ende der Lohnpreisspirale Ender der 70er nur noch ein nicht totzuschlagendes Märchen.

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Modano80 02.05.2017, 11:12
@Ursusmaritimus

Na deine Kommentare waren auch schon mal besser.

Natürlich führt ein zu hoher Lohn auch bei Dienstleistungen zur Auslagerung. Frage mal in Grenzregionen, wieviele Leute zum Haare schneiden nach Polen fahren. Das sind viele...

Auch Reinigungsdienste und Wachdienst und Pflege wird ins Ausland verlagert. Natürlich. Zum Beispiel bei einer älteren Dame, die rund um die Uhr von Polinen gepflegt wurde. Da kamen 2 Damen die haben sich Wochenweise abgewechselt aus Ostpolen. Die haben dann immer eine Woche bei der älteren Dame gewohnt und sie gepflegt.

Das Luxus-Hotel Adlon schickt jeden Abend einen LKW mit Bettwäsche nach Polen zum waschen.

Auch deine Aussage:

"...
Produktion mit hoher Lohnquote, diese Produktion findet jedoch selten bei Mindestlohnaspiranten statt..."

Ist blanker Unsinn. Genau das Gegenteil ist der Fall. Gerade geringqualifizierte Jobs sind oft mit einer extrem hohen Lohnquote verbunden.

Auch dein letzer Satz ist so allgemein nicht richtig. Die Lohnpreisspirale, wie sie damals auftrat, gibt es heute immer noch. Aber treten andere Effekte auf, und die Struktur der Volkswirtschaft hat sich geändert so dass dieser Effekt nicht mehr so stark auftritt, teilweise indirekter, und der Effekt wird von anderen Effekten überlagert.

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