Denkt ihr ein kontaktscheuer Mensch kann ein guter Arzt werden?

9 Antworten

Es gibt sogar eine Menge Facharzt-Richtungen, bei denen Du gar keinen Patientenkontakt hast! Zum Beispiel als Chirurgischer Pathologe untersuchst Du Gewebeproben von Tumoren, oft noch während der OP, damit entschieden werden kann, wie viel Gewebe raus muss etc.

Oder als Epidemiologe arbeitet man im Gesundheitsamt etc, aber nicht mit Patienten. Oder in der Pharmakologie arbeitet man wahrscheinlich mehr mit Mäusen als mit Menschen...

Ich denke aber, Du könntest Dir auch als Haus- oder Facharzt ein 'professionelles Verhalten' angewöhnen, bei dem kein Mensch merkt, dass Du eigentlich kontaktscheu bist/warst. Ich zum Beispiel bin nicht gerade das Herz jeder Party, aber durch einen Job, bei dem ich immer jeden grüßen musste, bin ich zu einem 'Gruß-August' geworden: Ich grüße in unserem Ort wirklich fast jeden, den/die ich irgendwo mal gesehen habe (also fast alle).

Ich wollte nur sagen: Auch aus einem kontaktscheuen Menschen kann jemand werden, der alle kennt, alle grüßt und mit allen reden kann. Ich glaube, wir unterschätzen oft, wie stark wir uns verändern können, wenn wir nur wollen - und üben!

Ein guter Arzt zeichnet sich in ernster Linie durch seine fachliche Kompetenz aus.

Auch wenn man privat eher ein zurückhaltender Mensch ist, der ein Leben als Einzelgänger fristet, heißt das nicht, dass man im Beruf dieses Verhalten bestätigt.

Kommunikationsfänigkeit und Empathie (die Sie für "dummen Schwachsinn" halten) halte ich persönlich für wichtige Eigenschaften, wenn man im direkten Patientenkontakt steht. Ohne dies ist z.B. weder vernünftige Aufklärung möglich noch eine einfühlsame Diagnoseüberbringung, die in manchen Fällen notwendig ist, um einen psychischen Absturz der Patienten bei erhöhter Sensibilität zu verhindern.

Wenn man der Meinung ist, dass man selbst diese Eigenschaften nicht besitzt besteht ja noch immer die Möglichkeit ohne direkten täglichen Patientenkontakt zu arbeiten und auch dadurch der Menschheit einen wichtigen Dienst zu leisten.....z.B. in der Pharmabranche, Medizintechnik/-informatik, medizinische Forschung, Ärztekammer, Gutachterkommissionen, im Klinikmanagement usw.

lieber yuppieyuppie...wenn ein junger Arzt...sagen wir mal dein Hausarzt schon von Anfang an nicht kontaktfreudig ist, hat er Probleme eine gut gehende Praxis aufzubauen...das ist Tatsache; die Patienten der Arzt-Praxen werden ja auch immer älter...was meinst du, wieviele Ältere ihren doc nach der Freundlichkeit, auch die der Sprechstundenhilfen beurteilen ???;

..in anderen Praxen - außer Hausarzt is das ähnlich, ja sogar im Krankenhaus - eine Portion Freundlichkeit gehlört enfach dazu; der junge Medizin-Student muß sich das (noch) nicht so zu Herzen nehmen, aber glaube mir, wer ernst als Medizin-Mann durchs Leben geht, wirds schwieriger haben; klaro die Fähigkeit des Artztes sollte an 1. Stelle stehen, aber das kann ja sowieso nicht jeder Patient klar feststellen;

...dennoch, die Empfehlung eine Artzes von verschiedenen Leuten/Patienten über die fachliche Kompetenz, ist für mich aber immer noch wichtiger als die Freundlichkeit (die auch für meine Begriffe dazu gehört)...ich meine nicht die Beurteilungen im Netz damit...da gehen die Meinungen zu sehr auseinander...; also : wenn du Arzt werden willst, du must kein Komiker sein, aber wenn du zum Lachen in den Keller mußt, wirds schwieriger..liebe Grüße aus Köln

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