Denkt das Gehirn oder der Mensch?

Das Ergebnis basiert auf 39 Abstimmungen

andere Antwort 41%
Gehirn 17%
Mensch 15%
weder - noch 12%
teils - teils 12%

33 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Mensch

Der Mensch denkt. Das Gehirn ist ein körperliches Werkzeug (Organ) des Menschen beim Denken.

Zum Denken in einem engen Sinn gehört wesentlich, sich ein Urteil zu bilden. Dieses hat mehrere Merkmale:

1) Bezug auf etwas geistig Vorgestelltes und außerhalb des Urteils Liegendes

2) Aussage, die bejaht oder verneint werden kann

3) Möglichkeit, wahr oder falsch zu sein

Wie in ganz einfach rein materiell verstandenen Gehirnprozessen etwas vorkommen könnte, das im Verhältnis zu etwas ein anderes ist oder nicht ist und das außerdem wahr oder falsch ist (vgl. die aufgelisteten Merkmale), ist bei einem raum-zeitlichen Objekt kaum nachvollziehbar und erweckt Zweifel, ob dem Gehirn in vollem Sinn Denken zugeschrieben werden kann. Das Gehirn ist allerdings eine notwendige physische Seite für das Denken der Menschen und eine zugrundeliegende Tätigkeit kann in ihm registriert werden. Für Wahrnehmung, Gefühle und Vorstellungen beim Menschen sind körperliche Vorgänge eine notwendige Bedingung, wobei diese Bestandteile der Innenwelt aber nicht unbedingt in körperlichen Organen aufgehen müssen.

Die Aussage "Ich denke“ bezieht sich auf den Menschen als Subjekt des Denkens. Das Gehirn ist Teil des Menschen. Abgetrennt, ohne Bezug zum Menschen als Person (ein vernunftbegabtes Lebewesen) insgesamt könnte bei den Vorgängen im Gehirn kein verstehendes Denken stattfinden. Denken ist eine Tätigkeit der Erkenntnisvermögen.

Klar, auf alle Aspekte der Frage eingehend, und gut begründet. Mehr konnte ich nicht erwarten. Vielen Dank!

Vielen Dank auch an alle, die sich hier so rege beteiligt und viele gute Hinweise gegeben haben.

So hilfreich kann das Philosophieren sein. Gerade auch dann, wenn die Frage offen bleibt, weil sie eben eine philosophische ist.

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@LeoJA

wer denkt wohl

hier ist mal DEFINITIV ne klare feststellung zu treffen,auch wenn ich sie unten schon 2x gemailt hatte.ich finde es allerdings an dieser stelle wichtig: (da lesen ja die meisten):

tja wo kommen gedanken her? sie kommen aus einer situation im wahren sinne des wortes,die geschah und da wurde der geist geboren.der muss sich erst vorstellen wie bei mir mit 2 jahren ca "ich denke" sagte er. die lage vorher war so intensiv,dass der geist geboren wurde.ER WAR NICHT NÖTIG!!!!!!!!!!! ER IST also ein kompromiss.das wahre leben konnte nicht mehr gehalten werden,also kam sein substitut ins leben.für mich ist geist NE ILLUSION.genauso wie das gefühl! es ist nicht NÖTIG. schalte ab von allem,sei in dir.wo ist denn da der geist,wo ist das gefühl.es gibt es nicht!!!das ist ne harte realität für zigzig menschen denken stammt aus der quelle und wiederum nicht.da denken ein substitut ist,kam es ins leben,weil die erfahrung von energie der mensch vergass.da musste was anderes raus. das heisst aber nicht: dass geisterfahrung = energieerfahrung ist.energie nur macht es möglich,dass geist existieren kann.energie selbst schert sich einen dreck um den geist.könnte energie denken,würde sie sagen: ok ich geb dir mal den mist des denkens,weil du meiner selbst nicht bewusst sein kannst.

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weder - noch

Diese Frage ist zunächst einmal wissenschaftlich nicht geklärt. Dazu sind die Verfahren der Hirnforschung noch viel zu grob und der 'Wunsch' prägt sehr stark die Interpretation. Das Gehirn interpretiert selbst auch wieder sehr komplexe Informationssysteme unseres Körpers und wir können gar nicht sicher sein, ob wir alle kennen. Wer hätte noch vor hundertfünfzig Jahren mit elektromagnetischen Wellen gerechnet? Für Luther, dessen Weltbild in wichtigen Teilen von vielen heute noch geteilt wird, gab es keine Gravitation und Wasserstrudel waren das Wirken von Geistern. Das momentan aktuelle Thema "Wer bin ich, und wenn ja wie viele?" - Bestsellertitel von Richard David Precht - stellt zumindest in Frage, dass sowohl das Gehirn wie auch eine Seele (nach Thomas Metzinger (Mainz) ein Phänomen der Selbstinterpretation) eine einheitliche Weltinterpretation liefern. Das hat aber bereits der französiche Philosoph Foucoult lange vor der Hirnforschung in Frage gestellt. Soweit 'Denken' nur auf eine Sprachbasis reduziert wird (Descartes, Augustinus), wird ein umfassender Teil der emotionalen Interpretation der Welt (einschließlich unserer selbst) vernachlässigt - was, wenn wir das 'abschneiden' könnten, uns nicht überlebensfähig machen würde. Bei der Betrachtung dieser Frage wird oft übesehen, dass bereits die Frage nach dem 'Denken' eine Verkürzung darstellt - denn was nutzt Denken ohne Handeln (siehe Aristoteles) - der Mensch verändert die Welt durch Handeln und Denken ist dabei nur ein Schritt (wenn man Glück hat). Zum Denken muss dann ein (bestenfalls zielgrichteter) Wille hinzukommen.

Warum die "emotionale Interpretation der Welt" durch die "Sprachbasis" eingeschränkt sein soll, will mir eingedenk vielseitigst erregender Sprachkunstwerke keineswegs einleuchten. Haben in diesem Punkt Deine sonst sehr umsichtigen Ausführungen etwa ihren blinden Fleck?

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@LeoJA

Sollte ich mich nicht klar ausgedrückt haben? Dann sorry. Sowohl Descartes wie z.B. auch die Philosophen der analythischen Philosophie setzen sehr stark Bewusstsein und Sprache/Denken gleich - klammern den emotionalen Teil unserer Interpretation der Welt aus und das halte ich für eine Einschränkung. Ich sehe den Menschen ganzheitlicher - Sprache/Denken ist ein wichtiger, aber nur ein Teil unserer bewussten Wahrnehmung der Welt. Handeln hat nicht nur aktive Aspekte, über Rückkoppelung führt auch Handeln zu Erfahrung, erst im Handeln z.B. erfahre ich die Stärke von Widerständen, die im Denken nur theoretisch kalkuliert werden können.

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@berkersheim

Dann bin ich es wohl, der sich nicht klar genug ausgedrückt hat. Die Sprache ist nach meinem Verständnis in der Lage, nicht nur den rationalen, sondern auch den emotionalen Teil unserer Interpretation der Welt zu bedienen. Das bemerkt man im Falle wissenschaftlicher Abhandlungen natürlich nicht, wohl aber im Falle von Gedichten, Erzählungen und Dramen. Die poetische und entsprechend gefühlsbetonte Seite der Sprache scheinst Du ebenso wie die von Dir kritisierten Rationalisten und Analytiker zu unterschlagen. Ebenso, dass Denken nicht nur abgehobene Theorie ist, sondern auch ein Wahrnehmen und Handeln, ein inniges Bei-der-Sache-Sein. Man kann eben so oder so sprechen und so oder so denken und sollte nicht alles in den selben Topf werfen. Auch wenn es dann schwieriger wird, die eigene Position gegen andere abzugrenzen. Nichts gegen Deinen ganzheitlichen Ansatz: Handeln, Sprechen und Denken bilden stets eine Art Team mit je nach zu lösendem Problem anders gewichteter Aufgabenteilung und anderen mobilisierten Ressourcen.

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@LeoJA

Hallo, LeoJA, Korrektur teils akzeptiert. Nur, Sprache und Denken sind begriffsgebunden, also bereits kommunikationsfähige Interpretationen der direkten Empfindung. Wahrnehmen und Handeln sind mehr. Bei Begriffen denken wir erinnerte Emotionen gefiltert mit. Hier liegt dann auch das Kommunikationsproblem. Bei der Weitergabe der Sprache rezipiert das Gegenüber Begriffe mit eigener emotionaler Färbung, weshalb sogar Literatur sehr unterschiedlich rezipirt wird. Ein Beispiel: Herzrhytmusstörungen spürt man unmittelbar und sie lösen direkt Angst aus, teils sogar Panik. Auch ein Verhalten, wieder einen normalen Rhytmus herzustellen, folgt unmittelbar. Das denkende Verarbeiten folgt erst später.

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andere Antwort

Wo ist denn der Unterschied zwischen dem Menschen und seinem Gehirn? Ein Mensch ist ein Mensch, weil er einen Körper hat und durch ihn lebt. Dazu gehört auch ein Gehirn. Wo ist denn der Mensch ohne Gehirn?

Ob der Mensch ohne Gehirn denken kann, war gar nicht die Frage?

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. Wo ist denn der Mensch ohne Gehirn?

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Auch sehr spannend fand ich diesen Artikel auf zeit.de:

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