"Denken ist, was viele Leute zu tun glauben, wenn sie ihre Vorurteile ordnen."?

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5 Antworten

So als allgemeingültige Aussage nichts.


Denn "Denken" ist sehr viel, und das, was mit dem Satz beschrieben wird, würde ich als "Bewerten" ansehen. Denken ist auch Probleme lösen, Ideen finden, neues Wissen in vorhandenes Wissen einordnen, und ja, auch sich eine Meinung zu bilden und Situationen oder Dinge zu bewerten. 


Aber sagen wir mal, ich denke mir einen Plan aus, wie ich effizienter arbeiten kann oder ich denke mir ein neues Kokoskuchenrezept aus. Ja, dann ordne ich insofern etwas neu, als dass ich auf vorhandenes Wissen zurückgreife (Wissen um meine Arbeit und Strategien für Ordnung und Effizienz in einem Fall, Wissen ums Backen und verschiedene Zutaten im anderen Fall). Aber in keinem dieser Fälle habe ich Vorurteile aufgegriffen. Es sei denn, man würde sehr weit hergeholt sagen, dass ich nur die mir bekannten Strategien in Fall 1 verändert und ausgebaut habe und im Fall 2 z.B. nicht an gluten- oder zuckerfreie Alternativen gedacht habe. Aber Vorurteile neu ordnen würde man doch wohl eher, wenn man über seinen Chef nachdenkt (der vielleicht Moslem ist und den man deswegen evtl. nicht mag, ohne dass es einem bewusst ist, so dass man sich Gründe ausdenkt, warum man ihn nicht mag) oder meinetwegen eine Fernsehsendung (die man nicht mag, weil einem der Sender missfällt, weshalb man sich keine Mühe gibt, sie objektiv zu bewerten) oder wenn Ängste oder Hoffnungen bei einer Bewertung im Spiel sind (z.B. kann man objektiv über Flüchtlinge nachdenken, wenn man grundsätzlich Angst vor Überfällen von Menschen aus anderen Kulturkreisen etc. hat?). Im Falle der Hoffnungen: Man hat etwas entschlossen, z.B. jemanden einzustellen, den man kennt und bewundert, und es kommen neue Informationen - ein anderer Bewerber ist kompetener, hat eine passendere Vorbildung - aber man hatte sich schon so sehr auf den ersten Kandidaten eingeschossen, dass man am zweiten nur Fehler sieht, ohne sie aktiv zu suchen. Weil man insgeheim seine Idee, dass der erste Kandidat der Passendste ist, nicht aufgeben möchte.

Was ist aber mit Menschen, die bewusst Situationen von möglichst vielen Seiten betrachten und ihre Meinung ändern, auch wenn das erst mal schwer fällt? Haben die wirklich ihre Vorurteile neu sortiert?
Was ist mit Menschen, die ein bestehendes, bekanntes Problem angehen und sich Mühe geben, eine Lösung zu finden, die funktioniert und umsetzbar ist, obwohl das gegen die aktuelle Schulmeinung ist?
Was ist mit Menschen, die auf Lösungen kommen, die GEGEN ihre Vorurteile sprechen? Z.B. fühlt man sich unwohl mit Menschen zu arbeiten, die die eigene Sprache nur schlecht sprechen, stellt aber trotzdem so einen Menschen ein, weil der der Beste für den Job ist. Oder man ist eingefleischter *g* Veganer, gibt aber zu, dass man mit vegetarischer Ernährung ohne Zufuhr von Pillen gesund leben kann. Das widerspricht aber der eigenen Idee vom idealen Leben. Da hat man dann seinen Vorurteilen (vegane Ernährung ist die best) doch widersprochen.

Und schließlich: Was ist mit Wissenschaftlern, Künstlern, Erfindern im weitesten Sinne, die etwas nie Dagewesenes Denken und so lange daran arbeiten, bis es umsetzbar ist? Die schaffen etwas ganz Neues. Natürlich auf Basis ihrer Erfahrungen, aber zwingend auch auf Basis ihrer Vorurteile?!

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Trifft wohl im Allgemeinen zu. Zumindest auf alle, die nicht lernen wollen. Denken ist ja nichts anderes als Erkenntnisse zu generieren.

Die meisten Menschen ordnen aber alles dem bereits vorhandenen Weltbild unter. Ist eine Info komplett konträr, wird sie ignoriert oder verdreht.

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Hallo! Gut, dazu passt : 

Jeder ist ein Genie. Aber wenn du einen Fisch danach bewertest, ob er auf einen Baum klettern kann, dann lebt er sein ganzes Leben in dem Glauben, er wäre dumm. Albert Einstein

Alles Gute.

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cooler spruch! und ganz aktuell in der heutigen zeit. mit der dummheit des rassismus ...

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Das wollte jemand schlau wirken und hats so formuliert, dass es niemand versteht. Auf so eine Bereicherung haben wir alle gewartet..

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Kommentar von GutZuWissen97
04.09.2016, 22:05

Wenn wir unsere Gesellschaft anschauen, trifft es doch auf die meisten zu.

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