Denken die Deutschen wirklich daran, dass die Flüchtlinge aus Asien, Syrien und Norafrika in Deutschland integriert werden?

21 Antworten

Nur mal kurz zur Sprache:

An meiner Uni gibt es einen Kurs (4 Std./Woche), in dem man neben dem Vollzeitstudium innerhalb von 5 Monaten die arabische Schrift sowie die Grundlagen der arabischen Sprache erlernen kann. Nach 5 Monaten ist man, sofern man aktiv mitarbeitet, in der Lage, arabisch zu schreiben, zu lesen und kann einfache Unterhaltungen führen ("Wo ist Strasse XY?" - "Guten Tag, ich heisse X, komme aus Y und meine Hobbies sind Z." - "Kann ich bei Ihnen ein Hotelzimmer für folgendes Datum reservieren?"). Das schafft man, wohlbemerkt, während man nebenher 40-50 Stunden pro Wochen anderweitig arbeitet/studiert. Glaubst du wirklich, dass motivierte Menschen, die sich fast ausschliesslich damit befassen, Deutsch zu lernen, umgekehrt Jahre brauchen, bis sie lesen, schreiben und sich grundlegend verständigen können?

Der Kurs ist übrigens nicht für Arabisch- oder Sprachstudenten. Ich kenne eine ganze Menge Mathematiker, Physiker und Informatiker, welche diesen Kurs oder vergleichbare Angebote für Chinesisch/Japanisch belegt und abgeschlossen haben.

Abgesehen davon muss man bei bereits gebildeten Leuten nicht auf Grundschulniveau beginnen. Die Fähigkeit, ein Haus zu bauen, zu schreinern, Mathematik zu betreiben oder sich als Pfleger um kranke Menschen zu kümmern, hängt nicht von der Sprache ab und muss in einer neuen Sprache nicht neu erlernt werden. Nur das Vokabular fehlt natürlich, aber jemand, der bereits weiss, worüber er sprechen will, erlernt dies deutlich schneller als jemand, der sich Wissen komplett neu aneignet.

In der Schrift ein Problem zu sehen ist einfach nur lächerlich. Leute, die bereits ein anderes Schriftsystem gelernt haben, lernen so ein einfaches System wie die lateinische Schrift mit so wenigen Buchstaben spielend.
Dass sogar junge Leute, die noch nie mit einem Schriftsystem zu tun hatten, das Schreiben innerhalb weniger Monate lernen, kann ich auch eigener Anschauung bestätigen.

Ich glaube ein Großteil der deutschen Bevölkerung beherrscht die lateinische Sprache auch nicht und kommt prima ohne aus...
Was die lateinische Schrift angeht kann es zwar sein, dass es schwieriger ist und länger dauert eine Sprache bzw. ihre Schreibweise zu lernen, wenn man zusätzlich die ganze Schrift neu lernen muss, aber lernen kann man es trotzdem. Willst du jetzt Diskriminierung basierend auf der Schrift betreiben?

Die Sache bei Kriegsflüchtlingen ist doch, dass sie sich ihre Situation nicht wirklich ausgesucht haben. Die hatten keine Zeit zu langer Planung, geschweige denn vorher ein paar Jahre Deutsch zu lernen.
Bei Wirtschaftsflüchtlingen ist das ein bisschen was anderes, aber an der Armut z.B. in vielen afrikanischen Staaten sind die Industrienationen, also auch wir definitiv mit Schuld. Das kann man also auch nicht einfach als "nicht unser Problem" abtun.

Wie kommst du überhaupt darauf, dass die Flüchtlinge in ihrer Heimat nicht schon etwas gelernt haben, also bereits einen Beruf beherrschen? Mit der Annerkennung der Ausbildung hier könnte es natürlich schwierig werden, aber dafür können die Flüchtlinge doch nichts.

So oder so werden die Menschen, die hier leben wollen, Deutsch lernen müssen. Es gibt bereits einige Angebote, die bei uns auch sehr gut besucht sind. Dass da Arbeit und Probleme auf uns zukommen ist klar, aber für machbar halte ich das durchaus.

"Willst du jetzt Diskriminierung basierend auf der Schrift betreiben?"

Stopp jetzt mal, was hat die Fähigkeit, keine lateinische Schrift lesen oder schreiben zu können, mit DIskriminierung zu tun? 

Und, jeder der nicht Arabisch kann, wird dann von allen Arabern diskriminiert?

"Die Sache bei Kriegsflüchtlingen ist doch, dass sie sich ihre Situation nicht wirklich ausgesucht haben."

Da sind viele ganz anderer Meinung, ob nicht doch die tatsächlichen syrischen  Kriegs-Flüchtlinge ( 20 Prozent) selbst zum Bürgerkrieg beigetragen haben, denn sogleich seit dem Beginn  des Arabischen Frühlings 2011 haben sie sich bewaffnet und damit den Krieg befördert.  Sie wollen heute auch gar keine Friedensverhandlungen und wenn, nur mit unerfüllbaren Bedingungen.

Die Anerkennung von Ausbildungsabschlüssen (Diplome, Zeugnisse) ist enorm schwierig, sogar wenn sie vorhanden sind. Die meisten fehlen, wie auch andere Papiere. Oder sie sind gefälscht. Spezialisten sind nicht gleich Spezialisten. Davon können russische Einwanderer ein "Lied singen", fast alle hatten ein sowjetisches Diplom als Ingenieur, aber auf einem anderen Niveau, als das von ihnen bei uns  gefordert wurde.

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@Nunuhueper

"Stopp jetzt mal, was hat die Fähigkeit, keine lateinische Schrift lesen oder schreiben zu können, mit DIskriminierung zu tun?"

Für mich klingt es beim Fragensteller so, als ob es etwas negatives ist, wenn die Muttersprache der Flüchtlinge nicht die lateinische Schrift verwendet. Ich gestehe zu, dass es den Lernprozess schwieriger gestalten kann, aber man kann doch niemandem seine Muttersprache zum Vorwurf machen. Das wäre aus meiner Sicht Diskriminierung.

"Da sind viele ganz anderer Meinung, ob nicht doch die tatsächlichen syrischen  Kriegs-Flüchtlinge ( 20 Prozent) selbst zum Bürgerkrieg beigetragen haben,..."

Möglich, aber selbst wenn, warum sollen die anderen 80% drunter leiden müssen?

Die Problematik mit den Abschlüssen kenne ich. "Mit der Annerkennung der Ausbildung hier könnte es natürlich schwierig werden,..." war natürlich als starke Untertreibung gemeint, was geschrieben natürlich nicht bei jedem so ankommt.

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