Den eigenen Akzent fälschlicherweise (!) raushören?

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2 Antworten

Dafür gibt es eine Erklärung. Englisch (also die "hochenglische" Sprache) hat eine Lautverschiebung mitgemacht, den "Tudor Vowel Shift". Dieser bewirkte, dass "light" wie "lait" ausgeprochen wird. Schottische Dialekte des Englischen ("Scots") haben diese Lautverschiebung aber nicht mitgemacht,
so dass "light" dort ähnlich wie das deutsche "Licht" ausgesprochen wird (man beachte auch die Schreibweise des Wortes!).

Insofern ist diese Beobachtung kein Zufall, sondern deckt sich genau mit dieser fehlenden Lautverschiebung in der Sprache Scots.

Ich kenne ähnliche Beobachtungen z.B. im Schwedischen. Manche deutsche Dialekte zeigen ähnliche Wörter wie die entsprechenden schwedischen Wörter, aber die deutsche Hochsprache weicht von beiden ab.
Beispiel "Marmelade": schwedisch "sylt"  schwäbisch "gsälz"
              "Puppe"    : schwedisch "docka" schwäbisch "dogg"
              "Flieder"  : schwedisch  "syren"  schwäbisch "zirenge"

Meine Mutter sagte Sätze wie "das Wasser ist grummelig" (gemeint war "trübe"). Schwedisch benutzt dasselbe Wort  "vattnet är grumligt" (es gibt auch "fiska in grumligt vatten"). Hochdeutsch kennt diesen Gebrauch nicht.

Alle diese Sprachen und Dialekte sind germanische Sprachen, und viele Wörter haben sich weit verbreitet. Und die "Hochsprache" ist nur eine Dialektvariante, die sich besonders durchgesetzt hat und standardisiert wurde. Viele deutsche Wörter finden sich nicht (mehr) in der deutschen Hochsprache. Und im englischen (und schwedischen) Sprachraum ist es ähnlich.

Es sind gerade auch die Dialekte, die die älteren Zusammenhänge all dieser germanischen Sprachräume zeigen.

Bei uns war ein kleines Messer ein "Kneipchen", was ähnlich wie das englische "knife" ist, aber nicht wie das hochdeutsche "Messer(chen)". Oder das englische "to look" und das moselfränkische "luun" oder das schweizerdeutsche "luege".

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Kommentar von OlliBjoern
13.10.2016, 18:50

Mittelhessisch (z.B. Lahn-Dill-Kreis) benutzt ein "gerolltes" r, das dem amerikanischen r gleicht. "Büro" wird dort also nicht wie im Hochdeutschen ausgesprochen, sondern wie in den USA.

Manche Lautwandel gibt es in ähnlicher Form in verschiedenen Sprachen/Dialekten.

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Wenn man lange genug in einem fremden Land ist und dort nur die Landessprache sprechen kann, weil sonst keiner deine Sprache spricht, dann passiert es, dass du dann in deiner Muttersprache auch einen Akzent reinbekommst. Liegt wohl daran wie man dort manche Laute auspricht.

Ich habe eine bekannte die ist Polin, hat Deutsch in Österreich gelernt und ist dann in die USA ausgewandert. Die hat nun im Deutschen einen polnisch-amerikanischen Akzent was sich sehr lustig anhört.

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