Den Begriff "Souverän" erklären?

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4 Antworten

Wenn man vom Begriff absieht, der ja aus dem Französischen stammt, dann ist die Frage nach der Begründung von Herrschaft viel älter. Sie ist in Platons Staat anders gelöst als bei Aristoteles oder Epikur. Vor allem Aristoteles macht sich viele Gedanken dazu:

https://books.google.de/books?id=Vlcgd8yslbEC&pg=PA198&lpg=PA198&dq=Souver%C3%A4n+Aristoteles&source=bl&ots=sbds71Np43&sig=gMuUzxw7Xb6jBsZdphDLA4vqO2o&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiLrqf5o9TMAhXMC5oKHQSWCWQQ6AEIHDAA#v=onepage&q=Souver%C3%A4n%20Aristoteles&f=false

Im Christentum ist der Souverän natürlich Gott und da sich der Papst als dessen Stellvertreter sieht, gibt es die ständige Auseinandersetzung zwischen geistlicher und weltlicher Macht. In diesem Ringen greift der Aristoteliker Marsilius von Padua bereits den Begriff der Volkssouveränität auf.

"Marsilius von Padua (* zwischen 1275 und 1290 in Padua; † 1342/1343 in München; eigentlich: Marsiglio dei Mainardini) war Staatstheoretiker, Politiker und ein bedeutender Vertreter des scholastischen Aristotelismus." Wikipedia

Unterstützt wird er dabei von seinem Freund Johann von Jandun von Paris, auch Aristoteliker und selbstverständlich werden beide vom Papst als Ketzer gebannt. Später greift Nikolaus von Kues in seiner "Concordia Catholica" die Gedanken von Marsilius wieder auf. Diese mittelalterliche Vorstellung von einer Volkssouveränität, die in einem Wahlkönigtum realisiert wird, reicht noch bis Hobbes, der als Ausweg aus der allgemeinen Gesetzlosigkeit seiner Zeit  den Gesellschaftsvertrag sieht, der dann vom König umgesetzt wird. Erst in der Aufklärung bei Locke und dann Rousseau wird die Idee der Herrschaft durch den Adel abgestreift, weil nach langer Erfahrung des moralischen Niedergangs niemand mehr der Meinung war, dass im aristotelischen Sinn der Adel auch automatisch "die Besten" repräsentiert. Wohlverstandener Ausdruck der Volkssouveränität ist im Angelsächsischen der Utilitarismus, der im obrigkeitshörigen Deutschland immer noch schief angesehen ist.

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Der Souverän ist die höchste Autorität innerhalb eines Staates, von welchem die gesamte Macht ausgeht. Der Begriff taucht bei Russeau, aber vor allem auch schon bei Thomas Hobbes (Leviathan) auf.

Im Fall der Bundesrepublik und allen anderen Demokratien ist der Souverän das Volk, in einer Autokratie der Diktator, in einer Monarchie der König.

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Kommentar von tommy40629
12.05.2016, 11:24

Thomas Hobbes (Leviathan) das hatten wir in Philo.

Dann werde ich in meiner Erklärung Thomas Hobbes und Rousseau anführen und mit der heutigen BRD anschließen.

Das sollte dann ok sein.

Danke!!!

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Ich assozziere den Begriff als Umschreibung für den regierenden Monarchen in einer Monarchie.

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Kommentar von tommy40629
12.05.2016, 11:12

Ich habe mir ja schon etwas über Jean-Jacques Rousseau durchgelesen, er meint es anders.

Ich werde Jean-Jacques Rousseau als Hauptargument nehmen und ein paar Nebenargumente, wenn Zeit bleibt.

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Souverän sind Staaten dann, wenn sie eigenständig handeln und keiner anderen Staatsmacht Rechenschaft schuldig sind, sich von ihr gängeln lassen.

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