Demotivation, Langeweile, legt sich das auf der weiterführenden Schule oder wird es schlimmer?

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2 Antworten

Es ist sehr schwer, eine Prognose aufzustellen - man kennt ja das Kind und die Situation nicht. 

Wie du selbst schreibst, könnte man sich aber schon vorstellen, dass das Interesse mit den neuen Herausforderungen und Fächern auf der weiterführenden Schule kommt. Andererseits reagieren eben nicht alle Menschen gleich auf geistige/kognitive Herausforderungen und bisher hat er dort wenig Ambitionen entwickelt... da heißt es abwarten - zur Schule muss er ja eh weiterhin :)

Wichtiger als die Motivation/Leistungsbereitschaft für die Schule finde ich, dass er Interessen und Hobbys entwickelt, die er verfolgen kann, in denen er aufgeht und vll. auch mal besser sein kann als der Durchschnitt. Das muss ja nicht zwingend für die Schule nutzbar sein. Wenn er das hat, würde ich mir nicht allzu große Sorgen machen.

Jennifernrw 16.02.2016, 22:19

Vielen lieben Dank für die Antwort. Manchmal macht man sich halt etwas Sorgen das er es dann sehr schwer haben wird. Wenn er die ganze Zeit nicht lernen musste, dann wird er es spätestens auf der weiterführenden Schule machen müssen. Da hat man als Mutter Angst das es ihm plötzlich zu viel wird. Anderseits könnte es ihm natürlich dann alles mehr interessieren und er bekommt mehr Spaß. Nur meinte er beim letzten Mal das er keine Lust auf Schule hat. Und als ich sagte das ich es nicht verstehe, da fragte er mich wer denn bitteschön gerne zur Schule geht. 

Tja, ich bin definitiv gerne zur Schule gegangen. Zumindestens in der Grundschule. Ich persönlich bin ab der 8 ten nicht gerne mehr gegangen. Und ich dachte das alle Kinder im Großen und Ganzen Spaß haben etwas zu lernen. Zumindestens in der Grundschule.. 

Ein Hobbie haben wir leider noch nicht gefunden. Haben mehrere Sachen probiert, aber er ist mehr der Typ der gerne Zuhause ist und Lego baut oder dem Schach mehr interessiert als sportliche Aktivitäten. Wir arbeiten dran, möchten dies aber nicht mit Gewalt tun. Er soll es schließlich gerne machen 

Lg

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Hallo,

der Junge ist ungefähr acht, ja?

Woran hat er denn Freude, wozu hat er überhaupt Lust? Mag er sich gern bewegen, läst er gern Rätsel, legt er Puzzles, spielt er Fußball oder sonstwas - also: wofür ist er motiviert, was treibt ihn an? Frag ihn doch ruhig mal selbst in aller Ruhe, was er braucht, um seine Hausaufgaben zügiger zu erledigen, wo er doch weiß, dass er sie machen muss.

Vielleicht "kriegt" ihr ihn mit einem Plan: 30 min Hausaufgeben, 30 min Spielen, 30min Hausaufgaben etc, bis er fertig ist. Muss man natürlich auch konsequent durchziehen können. Kommt er denn damit druch, dass er keinen Bock hat, nimmt ihm dann jemand etwas ab, damit's dann in Gottes Namen auch mal fertig wird?

Natürlich ist ein Gespräch mit den Lehrern auch wichtig, er weiß, wie Dein sohn sich in der Schule verhält, hat Tipps, kennt ja solche Geschichten wahrschein lich schon bis zum Abwinken.

Dennoch ist jedes Kind anders, findet heraus, was er braucht (nicht was er will!), und unterstützt ihn. Aber entbindet ihn nicht von seinen Aufgaben.

Jennifernrw 16.02.2016, 22:43

Hallo, 

Danke für deine Antwort. 

Er ist 9 und wird im Sommer 10.

Sportlich betätigt er sich eigentlich ungern. Er spielt mit Seinen Freunden ab und zu Fussball, aber das war es auch schon. Er war jahrelang schief und hatt  immer Probleme mit dem Kopfgelenk und Becken. Schätzungsweise hat er das deshalb vermieden. Wir haben immer versucht eine Sportart zu finden, aber für ihn war anscheinend nicht das passende dabei. 

Er interessiert sich mehr für Schach oder spielt sehr gerne mit Lego er baut gerne und war schon immer ein Stubenhocker. Also er fühlt sich wohl zuhause am wohlsten. 

Vor kurzem wollte er in ein Fußballverein wo sein Freund gespielt hat. Aber er sollte in eine andere Gruppe wo alle ein Jahr älter waren und in der er niemanden kannte, da wollte er nicht mehr. 

Er muss natürlich seine Hausaufgaben machen, da kommt er nicht drum herum. Es nimmt ihn auch keiner die Aufgaben weg.  Er weiß das er seine Hausaufgaben machen muss bevor er sich mit seinen Freunden treffen darf oder wii spielen darf etc. Aber das hilf auch nicht. Teils standen die Freunde sehr lange vor der Tür und haben gewartet. Da hat er auch nicht schneller gearbeitet. 

Teils lenkt er sich dann auch selber ab... Da  fliegt ein Vogel. Ach da ist ja ein schöner Baum etc.  :-) 

Manchmal gehe ich schon hin und  mache dann Aufgaben mit ihm an der Tafel, locker das ganze dann auf...aber das geht auch nicht immer. 

Belohnungssystem hatten wir auch schon mal. Hat nichts gebracht. 

Auch hatten wir wir mal ausgemacht das er 20 min Hausaufgaben machen soll und dann 30 min spielen darf, dann wieder 20 min Hausaufgaben etc... Aber auf Dauer war das auch nichts. Anfangs ging es noch, aber auf Dauer ging das nicht. Am liebsten würde er dann nämlich wii spielen oder so was in der Richtung. Und das sehe ich nicht ein. Das würde dann zu viel werden. Und alleine  Lego spielen lockt ihn nicht wirklich ;-)  er hat noch eine 3 jährige Schwestern, deshalb ist es schwierig mit ihm zusammen Lego zu spielen. Sie rupft vieles auseinander.

Ich verstehe halt nicht warum er solange daran sitzt....Warum er keine Lust hast. Im Prinzip könnte er schnell fertig sein und sich mit Freunden treffen. Er wird es ja nicht mit Absicht machen,aber er muss doch merken  das er sie ja so oder so machen muss. Er versaust sich die Spielzeit ja selber. 

Ab und an habe ich auch zu ihm gesagt das er die Sachen wegräumen kann und das ich ein Zettel für die Lehrerin schreibe, aber das will er ja auch nicht. 

Er wird ab dem Sommer ja mehr Hausaufgaben aufbekommen und wenn er seine Einstellung so beibehält, dann wird es sicher sehr anstrengend für ihn. Anderseits bekommt er auf der nächsten Schule vielleicht mehr Spaß und es klappt dann besser. Das hoffe ich zumindestens :-) 

Lg

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lieanne 17.02.2016, 10:59
@Jennifernrw

Hm, kann ich mir ungefähr vorstellen, mir fällt dazu ein:

Es klingt so, als habe er gar kein Interesse daran, möglichst schnell von Zuhause weg- und zu seinen Freunden zu kommen. Wie du auch schreibst: er fühlt sich zu Hause am wohlsten. Und dann fällt mir natürlich die Schwester auf. Kann es sein, dass er sich etwas hintangesetzt fühlt? Sicher bekommt er durch das Trödeln mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung, als wenn er seine Aufgaben macht und dann gar nichts mehr von dir hat, oder? Du schreibst, dass er früher "schief" war und ich nehme an, dass er relativ viel mediznische Fürsorge erfahren hat, dazu Eure (oder Deine) Bemühungen, ihm zu helfen, z.B. die richtige Sportart zu finden etc.

Vielleicht vermisst er diese Zuwendung und holt sie sich auf diese Weise. Wenn er jetzt durch die kleine Schwester quasi "genötigt" ist, der "Große" zusein, dafür aber noch nicht reif ist, dann wäre das für mich eine plausible Erklärung für sein Verhalten.

Wenn das tatsächlich so wäre, dann hieße das für mich: Viel Aufmerksamkeit (in Form von Lob, aber auch ruhig noch Zärtlichkeit, Rumalbern u.Ä.) für den Jungen, wenn er spielt, wenn er sich selbst beschäftigt, wenn er irgendetwas im Haus geholfen hat, wenn er sich selbständig für's Bett fertig macht wenn er nur freundlich herumsteht usw. usf., aber nicht und gar nicht für Trödeln. Da kannst Du schulterzuckend danebnstehen, es zur Kenntnis nehmen und den Raum verlassen, Dich aber vielleicht nicht ausgerechnet dann der Schwester zuwenden. Schlimmstenfalls wiederholt er ein Schuljahr, wäre das tragisch?

Alles Gute für Euch!

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lieanne 17.02.2016, 15:09
@lieanne

Nachtrag:

wenn ich richtig gerechnet habe, dann sollte er genau dann in die Schule gehen, als seine Schwester geboren wurde? Das könnte einem Kind schon mal wie 'ne Abschiebung vorkommen. Ist jetzt nicht mehr zu ändern, taugt aber als Erklärung und als Ausgangspunkt für's Gegensteuern.

Vielleicht könnte die Sache mit dem 30 min dies-30 min das-Plan besserfunktionieren, wenn du ihm anbietest, nach 30 min 8oder jeweils 15, ist egal) etwas MIT DIR zu unternehmen: Kekse backen, Lego bauen (Schwester kann schlafen), Bild malen, Mensch-ärgere-dich-nicht spielen...?

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lieanne 17.02.2016, 15:13
@lieanne

die 8 vor dem oder ist eigentlich eine geöffnete Klammer

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