Demenzkranke will ständig das Haus verlassen, was tun?

9 Antworten

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Kenne ich sehr gut. Das war bei unserer Mama auch so.

Zum Thema weglaufen: da gibt es Tracker, die wie eine Armbanduhr getragen werden.

https://gps-tracker-kind.de/gps-tracker-senioren

Im Umgang mit Demenzerkrankung haben wir gelernt, nicht zu widersprechen. Meine Mutter erzählte immer, dass ihr Vater zu Besuch war. Anstatt zu sagen, Mutti, der ist doch schon vor 50 Jahren gestorben, fragt man, wie das Treffen gewesen ist.

Ich habe von einem Seniorenheim gelesen, die vorm Haus eine Fake Bushaltestelle installiert haben. Da haben sich manche morgens hingesetzt und abends erzählt, wie schön es in der Stadt gewesen ist.

Der Verlauf ist leider degenerativ. Das heißt, es wird immer schlimmer werden, bis sie irgendwann das Bett nicht mehr verlassen kann. Also zu 100 % ein Pflegefall.

Respekt, wenn ihr das alleine stemmen wollt.

Viele von uns gehen von der Welt, wie sie sie betreten haben. Als hilfloses Baby.

Ich wünsche euch viel Kraft und alles Gute.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Wir haben zwar nicht vor sie alleine zu lassen, aber das ist echt praktisch mit dem Tracker, danke für den Tipp

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Es tut mir leid das sagen zu müssen - aber ihr könnt gar nichts machen.

In Sachen Demenz ist man als Angehöriger absolut machtlos. Du kannst Deine Oma im Endeffekt nur noch zuhause einsperren, die Schlüssel verstecken und dafür sorgen, dass sie niemals alleine bleibt.

Da Demenz nicht heilbar ist, wird die Gehirnleistung leider immer schlechter. Ihr müsst auch damit leben, dass sie eines Tages vergisst, auf Toilette zu gehen oder zu essen.

Für die Angehörigen - ihr - ist die Pflege von Menschen mit Demenz oder Altzheimer nervenaufreibend und belastend. Ich finde es toll, dass ihr das macht und ich habe großen Respekt vor euch. Aber ihr solltet jetzt schon einmal darüber nachdenken, dass eure Oma eines Tages in eine Pflegeeinrichtung muss, weil ihr die Betreuung nicht mehr schaffen könnt.

Alles Gute für Dich und Deine Familie.

Ehrlich gesagt schließen wir immer die Tür ab, weil sie oft einfach rausgehen würde sonst, weil sie nicht merkt, dass das die Haustür ist. Sie ist auch manchmal verloren gegangen, aber alleine lassen tun wir sie nicht. Ich frag mich wie lange wir uns noch um sie kümmern können so

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@Sweety177

ich hoffe, ihr habt Unterstützung seitens der Behörden? Pflegestufe und dergleichen? Wenn nicht, dann sucht euch bitte Hilfe.

Leider ist "abschliessen" die einzige Möglichkeit, dafür zu sorgen, dass Demenz-kranke Menschen nicht stiften gehen. 7/8 aller Sucheinsätze für Polizei, Rettungsdienst und Feuerwehren sind Menschen mit Altzheimer oder Demenz, welche einfach durch die Tür gelaufen sind. In der Regel findet man sie wieder. Aber es kommt leider auch vor, dass man sie eben nicht rechtzeitig findet.

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@Traveller5712

Ich kenn mich selber damit nicht so aus. Wir sind aus Deutschland in die Türkei umgezogen, wo wir jetzt leben (meine Großeltern wohnen schon ihr ganzes Leben in der Türkei) und ich weiß nicht wie die das hier regeln. Noch kommen wir klar. Aber ich werd mich mal informieren

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Dieses Verhalten ist ein Symptom der Krankheit und es ist fast bei jedem so.

Ich arbeite auf einem Demenzbereich und von unseren 17 Bewohnern wollen die Hälfte täglich nach Hause. Einige versuchen es auch in regelmäßigen Abständen und laufen weg.

Daran kannst du nichts ändern, das wird so bleiben oder noch schlimmer werden. Eine Zeitlang geht es das du in der Situation Verständnis zeigst und sie auf Dinge ablenkst die ihr ganz wichtig sind, die sie mag.

Ich kann dir auch aus Erfahrung schreiben das Medikamente da nicht helfen falls man es eurer Familie anbietet.

In der Situation ist einfach ein Mehrbedarf an Betreuung nötig, eine Betreuungskraft steht euch zu, das könnt ihr beantragen.

Eine andere Möglichkeit wäre eine Tagesbetreuung, da wird sie Morgens hingebracht und kommt Abends wieder.

Ein wirklich sehr guter Beitrag. Gerade die Tagesbetreuung kann sehr hilfreich sein, da hatte ich gar nicht mehr dran gedacht.

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Puh, das ist eine sehr schwierige Situation. Das einzige, was nach meiner Erfahrung hilft, ist sein Gewissen über Bord zu werfen und zu lügen. Leider nicht sehr schön, aber es ist die einzige möglichkeit, da halbwegs durchzukommen ohne selbst auf dem Zahnfleisch zu gehen. Was ich konkret meine ist, dass wenn sie Packen, oder gehen will, sie zu bestätigen " Ja, klar. Ich helfe Dir gleich. Ich muss nur noch kurz [...] Danach machen wir das zusammen." Wenn die Demenz entsprechend fortgeschritten ist, vergisdt sie wieder dass Du ihr beim Packen helfen wolltest und Du hast Ruhe, bis zum nächsten mal.

Oder Du sagst, dass doch noch die Handwerker kommen müssen, und wenn die da waren dann geht sie zurück ins Haus.

Demenz ist etwas sehr schwieriges für die angehörigen. Versuche Dich auch in ihre Lage zu versetzen. Sie ist in einer fremden Umgebung, erinnert sich vielleicht nicht, wie sie hier her kam. Sie merkt vielleicht manchmal, dass sie Dinge nicht mehr weiss, das macht ihr sehr viel Angst. Stell Dir vor welche Angst Du haben würdest, wenn Du plötzlich wo bist, wo Du nicht weisst, wie Du hingekommen bist. Viele reagieren darauf mit Agression.

Bedenke auch dass Du nur ein gewisses Mass an psychischer Kraft hast. Wenn ihr in der Familie an Grenzen stosst müsst ihr euch evtl. Auch über andere Lösungen nachdenken. Bedenkt aber auch, dass alle Veränderungen wieder eine extreme Herausforderung fûr Deine Grossmutter sind.

Es gibt auch Selbshilfegruppen für angehörige von Demenzkranken, nutzt das, ihr braucht in jedem Fall Unterstützung, damit ihr selbst keinen gesundheitlichen Schaden nehmt.

Ich wûnsche Dir und Deinen angehörigen alles Gute und viel Kraft

Danke sehr, ich schätze das ist der einzige Weg

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@Sweety177

Leider. Ich weiss, wie schwer das ist, also achtet auch auf euch selbst und nehmt euch Auszeiten. Auch seid Realistisch, wenn ihr an den Punkt kommt, wo es einfach nicht mehr geht. Das ist sehr teaurig, aber ihr müsst auch an den Selbstschutz denken!

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Wegen der Demenz kann sie das nicht mehr begreifen, dass ihr altes Zuhause nicht mehr vorhanden ist.

Widersprechen oder Erklärungsversuche sind sinnlos. Liebevoll reagieren mit: Oma, wir fahren doch morgen hin, hast du das vergessen?

So etwa in die Richtung, bis morgen hat sie das Versprechen nämlich ebenfalls vergessen!

Meine Oma war nicht flüchtig, sondern "dauerhungrig"...ihre Erinnerung an den Hungerwinter 46/47 war ständig präsent.

ich habe dann gesagt: Aber Oma, die Lebensmittellieferung kommt doch erst morgen früh und die Karten muss ich dann auch holen (es gab damals Lebensmittelkarten)... und habe ihr ein paar Butterkekse in die Hand gedrückt. damit konnte ich sie immer wieder beruhigen.

Ja das ist anstrengend und geht einem an die nervliche Substanz. Aber Demenzpatienten können eben nicht mehr normal denken udn ihr Gedächtnis arbeite auch nicht mehr korrekt...vor allem die jüngere Vergangenheit ist meist wie ausgelöscht.

Meine Oma friert auch ständig und es sind 35°C hier. Sie meint sie hat Angst sich zu erkälten und dann schwitzt sie sich zu Tode

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@Sweety177

Alte Leute haben ein starkes Kälteempfinden, ja. Besorge ihr ein paar (leichte) Decken und einen nicht zu dicken Frottee-Bademantel. Den Mantel kann sie tragen,mit den decken kann sie sich (im Sitzen) zudecken.

Meine Oma hat ihren Bademantel fast ständig getragen. Und sie war damit zufrieden...

Achte darauf, dass sie genug trinkt!

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