Dekompressionskrankheit? Erläuterung

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3 Antworten

Sehr gut und verständlich von Klaus erklärt. Lass mich noch eine kleine Ergänzung hinzufügen. Wie schon gesagt, ist der Hauptübeltäter bei der Dekompressionskrankheit der Stickstoff, der zu etwa 75% in der Atemluft enthalten ist. Leider hat dieser Stickstoff eine sehr hohe Affinität - chemischeTendenz, sich stark an bestimmtes Material zu binden - zu Fett. In der Praxis heisst das, dass er sich mit Vorliebe an das in Körper befindliche Fettgewebe bindet. Dicke Leute sind also mehr gefährdet, desgleichen Frauen (Sorry, KEIN Machismus, sondern biologische Tatsache) mit ihrem höheren Anteil an Bindegewebe des Körpers im Vergleich zum Mann. Besonders stark sind bei schweren Dekokrankheiten Lähmungen bis hin zu bleibenden Querschnittslähmungen zu verzeichnen da das Nervengewebe im Rückenmark ebenso stark fethaltig ist. Das traurigste Beispiel haben wir in Deutschland mit Bernd Hasenmeyer, dem wohl bekanntesten deutschen Höhlentaucher. Gruss: Siquirres.

Damit Du Unterwasser, also unter erhöhtem Umgebungsdruck atmen kannst, benötigst Du ein Atemgas mit einem höheren Druck, sonst kannst Du Deine Lunge nicht bewegen. Nur führt dieser erhöhte Druck der Atemgase dazu dass auch die einzelnen Atemgas Bestandteile (=Partialdruck) sich anders Verhalten. Z.B. wird Stickstoff Zeit und Druck bedingt vom Körper aufgenommen. Dieser Stickstoff muß dann bei einer Drucksenkung, (= Auftauchen) langsam abgeatmet werden, sonst perlt er in den Blutgefäßen und Organen aus (=Embolien). Was zu Lähmung, Organversagen und Tod führen kann!
Um dies zu vermeiden gibt es Austauchtabellen oder spezielle Computer mit Rechenmodellen, alle diese Tabellen und Modelle beruhen auf langjährige praktische Erfahrungen und Versuche. (Und gelten für einen Normtaucher. normal gesund, normal verhält, normal trinkt, etc...) Diese Tabellen oder Computer zeigen dann an wie lange Du auf welcher Höhe Du auf dem Rückweg verweilen solltest (=Dekostopps).

Zu schnelles Auftauchen wäre z.B. wenn Du 30 Minuten auf 30 Meter verbringst und dann schneller als 13 Minuten auftauchst oder 20 Minuten auf 40 Meter verbringst und dann schneller als 15 Minuten auftauchst. Sicherheitsbewußte Taucher machen zusätzlich noch Sicherheitsstopps von 3 Minuten.

LwTrunkS 28.03.2012, 18:50

Vielen Dank :)

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Hallo, je tiefer der Mensch taucht, um so mehr Umgebungsdruck herrscht und lastet auf seinem Körper. Und entsprechend dem Außendruck atmet er auch immer größer werdende Mengen Luft bei jedem Atemzug. Mit jedem Atemzug erhöht sich dadurch auch der Anteil des Stickstoffes in der Atemluft.(je nach Atemgas auch Helium oder anderes Gas) Diese Menge wird aber nicht gebraucht und lagert sich im Blutkreislauf ab, d. h. es tritt eine Stickstoffsättigung ein. Nach einem entsprechenden längeren Aufenthalt und bei dem dann folgenden Aufstieg aus größeren Tiefen löst sich der Stickstoff und es bilden sich, wie bei einer vorher geschüttelten und plötzlich geöffneten Sprudelwasserflasche Blasen. Bei langsamem Aufstieg und entsprechend vorgeschriebenen Pausen bleiben die Blasen klein und können abgeatmet werden. Steigt der Taucher zu schnell und ohne die vorgeschriebenen Pausen auf, dann werden diese größer und verstopfen Adern und Gefäße. Das kann zu neurologischen Ausfällen, die man Dekompressionskrankheit nennt. Es kann sogar zum Tode führen. Abgesehen von Dekopressionspausen, die entsprechend der Tauchgangsplanung oder der Computeranazeige in bestimmten Tiefen eingehalten werden müssen, spielt auch die Aufstiegsgeschwindigkeit eine Rolle. Die Theorie besagt eine maximale Aufstiegsgeschwindigkeit von 18 Metern pro Minute. Da aber im freien Meer keine Messlatte vorhanden ist, zeigt eventuell der Tauchcomputer die Aufstiegsgeschwindigkeit an oder..... der Taucher darf nicht schneller aufsteigen als die kleinsten Luftbläschen, die er ausatmet. Diese sind nicht schneller als 18 m pro Sekunde. Gruß Klaus

fischtauchen 28.03.2012, 23:00

Entschuldigung, letzter Satz muss natürlich: 18 m pro MINUTE heißen.

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