Definition von Aggression

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(= A.) [engl. aggression; lat. aggredi angreifen], [EM, SOZ], eine Klasse von sozialen Verhaltensweisen, die mit der Absicht ausgeführt werden, eine Person zu schädigen (Baron & Richardson 1994). A. kann in Form physischer oder verbaler Schädigung oder der Schädigung der sozialen Beziehungen einer anderen Person (soziale A., auch als indirekte oder relationale A. bez.) in Erscheinung treten. Gewalt ist eine Unterform von A., die durch die Absicht einer schweren körperlichen Schädigung der Zielperson gekennzeichnet ist. Primär ist die A. Forschungsgegenstand der Sozialps., daneben fallen psychopathologische Formen der A. in den Forschungsbereich der Klinischen Ps. (Aggression, klinische Perspektive) und Forensischen Ps. (Forensische Psychologie). Soziologische Analysen (Soziologie) legen den Fokus auf die gesellschaftlichen Rahmen- und Auslösebedingungen für A. Man unterscheidet zw. feindseliger A., die auf Ärger-Erregung (Ärger) basiert und instrumenteller A., die als Mittel zur Erreichung eines Ziels (Ziele) eingesetzt wird. Zur Erklärung von A. wurden sowohl biol. als auch ps. Theorien konzipiert. Innerhalb der biol. A.-theorien sind die Evolutionstheorie (A. als Ergebnis natürlicher Selektion), die Verhaltensgenetik (A. als genetisch beeinflusstes Verhaltensmuster) und die Theorie hormoneller Bedingtheit der A. (Kortisol, Testosteron) zu nennen. Das populäre Dampfkesselmodell von Lorenz, wonach sich aggressive Energie kontinuierlich anstaut und in A. entlädt, gilt als Modell menschlicher A. dagegen als überholt. Insbes. die Idee der Abfuhr aggressiver Energie z.B. durch sportliche Betätigung oder virtuelles Ausagieren in den Medien (Katharsis) wurde widerlegt. Ps. Aggressionstheorien umfassen die Frustrations-Aggression-Theorie (A. als Resultat vorhergehender Frustration), die kognitive-neoassoziationistische Theorie von Berkowitz (A. als Ergebnis aversiver Stimulation, die Ärger-Erregung aktiviert), die Lerntheorie (Lerntheorien; A. als Resultat von Verstärkungs- (Verstärkung, Konditionierung, operante) und Imitationsprozessen (Nachahmung, Imitation, Beobachtungslernen, Modelllernen)) sowie sozial-kognitive Theorien (A. als Resultat von Informationsverarbeitungsprozessen (Informationsverarbeitung), die zu aggressiven Verhaltensdrehbüchern führen). Weitere Prozesse betreffen die Erregungsübertragung (körperliche Erregung aus neutraler Quelle kann unter bestimmten Bedingungen eine Ärger-Erregung nach Provokation verstärken) sowie die Wirkung aggressiver Hinweisreize (aggressive Hinweisreize), die in einer Situation die Verfügbarkeit aggressiver Kognitionen (Kognition) und Verhaltensweisen (Verhalten) verstärken. Ein integratives Modell, das Annahmen der verschiedenen Theorien zusammenfügt, ist das Allgemeine Aggressionsmodell (General Aggression Model) von Craig Anderson. Es unterscheidet zw. personalen und situativen Ausgangsbedingungen der A., die über kognitive, affektive und physiologische Verarbeitungsprozesse zu aggressivem Verhalten führen.


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Die Neigung zu A. zeigt sowohl individuelle Unterschiede in Abhängigkeit von Persönlichkeitsmerkmalen (Persönlichkeitsmerkmal, z.B. Impulsivität, Narzissmus, mangelnde Selbstkontrolle) als auch Geschlechtsunterschiede, insbes. in Bezug auf physische A. Bzgl. der Geschlechtsunterschiede in der Neigung zu relationaler A. sind die Befunde bislang uneindeutig. Als situative Auslösebedingungen von A. sind neben dem Vorhandensein aggressiver Hinweisreize v.a. soziale Zurückweisung, Alkoholkonsum (Alkohol) sowie hohe Temperaturen identifiziert worden. Auch der Konsum von Mediengewalt (Gewaltdarstellung, mediale) wurde als Auslösefaktor für A. nachgewiesen. Exp. Studien zeigen eine kurzfristige Erhöhung von Ärger-Affekt, physiologischer Erregung und aggressiven Kognitionen nach der Darbietung von Mediengewalt, Längsschnittstudien belegen analoge Auswirkungen für den habituellen Mediengewaltkonsum. Anwendungsgebiete der A.sforschung sind u.a. Gewalt in der Familie (Missbrauch von Kindern, Partnergewalt, Gewalt gegen alte Menschen), sexuelle Gewalt (sexueller Missbrauch, Gewaltdelikt, sexuelles), A. in der Schule und am Arbeitsplatz (Bullying), A. im Alltag (Straßenverkehr und Sport), sowie A. zw. Gruppen (Gruppe), einschließlich terroristischer Gewalt. Möglichkeiten der A.sprävention (Prävention) können unterschieden werden in universelle (auf alle Formen der A. ausgerichtete) Maßnahmen, z.B. Ärger-Bewältigungs-Trainings, und spezifische (auf umrissene Formen der A.) zugeschnittene Maßnahmen, z.B. Programme zur Prävention sexuellen Missbrauchs von Kindern. Präventionsmaßnahmen können zudem auf individueller Ebene angesiedelt sein, d.h. beim individuellen Aggressor ansetzen, oder auf die Veränderung der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Gelegenheitsstrukturen abzielen. Gewaltprävention.

aus: dorsch lexikon der psychologie (https://portal.hogrefe.com/dorsch/aggression/)

ansonsten bei definitionsfrage einfach in die bibliothek und das nächste fachlexikon konsultieren (in der regel wird man da fündig) ;D

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gezügelter kampfgeist hab ich mal gelesen

wikipedia

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