Definition Ganzheitliches Denken (Persönliche Stärke)?

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Versuche zu einer vernünftigen "Definition von ganzheitlichem Denken" sind zum Scheitern verurteilt, weil es sich hier um ein saublödes Geschwafel handelt, das gelegentlich mit gelehrsamem Gestus vorgetragen wird, um naive Zuhöhrer zu beeindrucken. Wer solchen Sprüchen auf den Leim geht, der ist selbst schuld.

Nun bemühe Dich doch einmal um einen vernünftigen Gedanken, ob nun ganzheitlich, teilheitlich, differenziertheitlich, rund, eckig, oval, bunt oder farblos:

Welche Merkmale haben Denkprozesse? Die sind richtig, fehlerhaft, lang, kurz, langsam oder schnell, schlimmstenfalls noch mehr oder weniger komplex, was denn sonst?

Beispiel:

Aussage A: "Der Wasserspiegel des Stausees steigt bei konstanter Wassertemperatur, wenn mehr Wasser zuläuft als abläuft, versickert, verdunstet oder entnommen wird."

Aussage B: "Der Wasserspiegel des Stausees steigt bei konstanter Wassertemperatur, wenn mehr Wasser zuläuft als abläuft."

Aussage C: "Der Wasserspiegel des Stausees steigt bei konstanter Wassertemperatur, wenn mehr Wasser zuläuft als abläuft, versickert, verdunstet oder entnommen wird, Strudel und Wellen bildet oder Wolken und Bäume spiegelt."

Wenn wir die Aussage A als wahr ansetzen, dann ist die Aussage B unwahr, insofern offensichtlich einige unbestsritten reale Wasserverluste fehlen und somit die Relationen verschoben werden.

Sollte nun der Fehler darin liegen, dass es dem Gedanken B an "Ganzheitlichkeit" mangelt, dann müssen wir den Gedanken C schon als "überwahr" betrachten, weil er eine noch größere "Ganzheit" postuliert, wenn auch nur mit allerlei völlig sinnlosen Ergänzungen das "Ganze" noch etwas "ganzer" wird.

Kurzum: Was einer jeweiligen Ganzheit zugehörig ist und was nicht, erweist sich im gedanklichen Nachvollzug und niemals an einer mehr oder weniger "ganzheitlichen Denkmethode"!

Übrigens: Denkmethoden, also Denkvorschriften, sind das alltägliche Werkzeug von Ideologen und Hirnwäschern! Damit werden fehlerhafte Schlussfolgerungen kaschiert. Denkvorschriften ignorieren den Inhalt. Als wahr gilt, was den Denkvorschriften gerecht wird. Hütet Euch vor Denkmethodikern!

In der Lehre des Dialektischen Materialismus (siehe Ex-DDR) z.B. wurde gefordert, die Dinge der Welt in allen ihren Zusammenhängen zu begreifen. Da in jedem Einzelfall die Gesamtheit aller mehr oder weniger mühsam auffindbaren Zusammenhänge letztlich nicht abzählbar ist, musste natürlich eine zuständige Instanz die gültige Auswahl treffen unter den auffindbaren Zusammenhängen. Es mussten die relevanten von den irrelevanten Zusammenhänge getrennt werden nach übergeordneten Machtinteressen. Und diese Instanz war die Partei, und die Partei hatte bekanntlich immer recht!

Und was hat das alles im Sinne Deiner Fragestellung mit "persönlicher Stärke" zu tun? In der ehemaligen DDR nannten die gelehrten Pädagogen und Jugendrichter die Befolgung der Denkmethoden "sozialistische Persönlichkeitsentwicklung". Manche nannten das auch Anpassung an das System oder schlicht politische Loyalität.

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