Deep web: Hat es auch Positive seiten oder Vorteile und wie funktioniert es?

5 Antworten

Das Deep Web ist der Teil des Internets, der nicht durch Suchmaschinen indiziert wird, also z.B. riesige Datenbanken aber eben auch der Kundenbereich von Amazon uvm. Ein Teil davon, ist auch das Darknet bzw. die Darknets, was du hier offensichtlich meinst.

Darknets (es gibt viele verschiedene Darknets) sind ein Teil des Deep Webs. Einer der bekanntesten ist das TOR-Netzwerk, auch als Hidden Services bezeichnet. Darknets bieten einen hohen Grad an Anonymität, weshalb die Kommunikation über diese essentiell für die Freie Meinungsäußerung gerade im Internet ist, vor allem eben in Ländern, die nicht wirklich nach den Grundsätzen der Demokratie handeln. Investigativer Journalismus wäre ebenfalls ohne die Anonymität die z.B. das TOR-Netzwerk bietet nicht möglich.

Der Nachteil dieser sehr hohen Anonymität ist natürlich, dass sich viele hier in Sicherheit wiegen und somit versuchen, verbotenes Material an den Mann zu bringen.

Grundsätzlich ist es so, dass sich in diesen Darknets definitiv viele zwielichtige Gestalten rumtreiben. Allerdings sind dies zum Großteil Betrüger, die dich abziehen wollen und auf die vielen Ammenmärchen aufbauen, die die Medien und solche Plattformen hier streuen. Fakt ist eins: Ja, es gibt ECHTE illegale Inhalte, aber diese sind auch im Hidden Services nicht so einfach und ohne weiteres mit einem Klick zu finden wie man vllt. denkt.

Es wäre allerdings der falsche Weg diese Anonymisierungsnetzwerke zu verbieten, wie gesagt, es gibt falsche Schafe, die dies aussnutzen - aber auch viele, die darauf angewiesen sind - was soll man also tun?

Mit einem Hammer kann man ebenfalls Menschen töten, obwohl er nicht dafür gedacht ist, sollte man darum jetzt aber den Hammer verbieten? Ich denke nicht.

TOR(The Onion Router) funktioniert im Prinzip wie ein P2P-Netzwerk. Es funktioniert im Prinzip so (vereinfacht):

Die Verbindung wird immer über eine zufällig ausgewählte verschlüsselte 3-Punkte-Verbindung aufgebaut. Die Idee dahinter ist, dass mindestens einer dieser Punkte vertrauenswürdig ist und somit die ganze Verbindung zum Teil Anonym. Warum? Darum:

Willst du eine Seite aufrufen, verbindet sich dein TOR mit einer Entry-Node, das ist der Startpunkt in dieser Verbindung. Dieser Startserver, kennt nur deinen Absender, aber nicht den endgültigen Empfänger. Er gibt das Paket an einen weiteren Torserver weiter, der kennt jetzt wieder nur seinen Vorgänger und nicht mehr dich, er weiß also nicht, von wem das Paket ursprünglich stammt, denn er kennt nur den Namen des Startpunktes. Auch er gibt das Paket an die sogenannte Exit-Node weiter. Das ist der Endpunkt der Verbindung, der die eigentliche Seite aufruft. Er kennt als einziger das eigentliche Ziel, also den Empfänger, aber nicht den Absender. Er kennt auch wieder nur den Mittelsmann, also seinen Vorgänger. Diese Route wird im TOR-Netzwerk ganz zufällige alle 10-Minuten aktualisiert um die Integrität zu wahren. Das könnte man beliebig oft wiederholen - um eine Kompromis zwischen Geschwindigkeit und Sicherheit einzugehen, hat man sich auf 3 Punkte geeinigt.

Stell es dir vor, als würdest du einen Brief versenden wollen, der allerdings in 3 Umschläge gepackt ist. Auf Umschlag 1 Steht nur deine Adresse (Absender) und die Adresse des Startpunktes(Empfänger1). Der Startpunkt bekommt den Brief, öffnet ihn, schreibt seine Adresse als Absender drauf und leitet ihn an den Empfänger2 weiter, der macht wiederrum das gleiche. Empfänger3, die Exit-Node, bekommt dann erst den eigentlichen Brief mit dem Arbeitsauftrag.

Ein Problem dabei ist, das jemand diese Nodes bereitstellen muss - häufig machen das viele engangierte Privatmenschen oder MEnschen, die sich für Datenschutz einsetzen (ACHTUNG!! Jeder der TOR nutzt, kann theoretisch auch eine Node zur Verfügung stellen, jemand der keine Ahnung davon hat, sollte das niemals tun, so ehrentwert wie es auch ist!). Da die Dark Nets aber oft missbraucht werden, gibt es "leider" einige Nodes, die unterwandert sind und z.B. von dem FBI betrieben werden - ganz anonym ist man also auch hier nicht.

Kleiner Nachtrag: Es besteht übrigens theoretisch die Möglichkeit, dass ein Nutzer demaskiert wird. Nämlich dann, wenn ein "Angreifer" die Exit- aber vor allem auch die Entry-Node kontrolliert. Zum Schutz dieses Umstandes, gibt es im TOR-Netzwerk sogenannte EntryGuards. Das sind meist nur eine handvoll TOR-Server, die als sehr vertrauenswürdig eingeschätzt werden. Geht man über so eine Entry-Guard in das Netzwerk, ist eine Demaskierung zum Großteil ausgeschlossen - natürlich gibt es noch die Möglichkeit, z.B. Abfragefrequenz der Datenpakete an der Exit-Node Rückschlüsse über den Absender zu treffen, ist aber sehr aufwändig und zeitintensiv. Sensible Daten können aber ohne weiteres durch eine "Böse" Exit-Node in Erfahrung gebracht werdne, wenn nicht verschlüsselt wird.

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Der Vorteil vom Deep Web ist die Anonymisierung. Zum einen kann nicht nachverfolgt werden, wo die Webseite liegt und zum anderen kann ein Seitenbesucher nicht zurückverfolgt werden. Denn du wirst x-fach weitergeleitet. Daher ist das Deep Web auch deutlich langsamer als das reguläre web.

Wie mit (fast) allem kann man eine Errungenschaft für das 'Gute' oder das 'Böse' einsetzen. Die Anonymität hilft dir, wenn du z.B. wie du richtig sagst Wahrheiten aufdecken willst, für die dir in deinem Land Strafen drohen.

Das Deep Web funktioniert ein bisschen wie heute eine Handynummer. Die wenigsten Handynummern stehen im Telefonbuch; so sind Deep Web Seiten nicht über Suchmaschinen erreichbar. Die Nummern bzw. Adressen sind etwas, was man unter sich austauscht.

Probiere es ruhig mal aus. Das ist nicht verboten und du kannst dich da mal in aller Ruhe umschauen. Anleitungen dazu und Einstiegsseiten gibt es genug im Web.

All das hättest du dir aber auch ergooglen können. Bisschen Recherche schadet nicht. Wenn du also noch nichtmal das Potential des regulären Webs ausschöpfen kannst ... ;-)

warst du schon dort? Wie sind deine erfahrungen? 

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@donerstefan

Ich habe mal ein paar Seiten besucht und mich ein wenig umgeschaut. Ich kenne die technischen Hintergründe. Was du mit "Erfahrungen" meinst, weiß ich nicht.

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90% macht ja das Deep web im internet aus

Das ist schon mal Unsinn. Das ist ein Mißverständnis, das falsch weiter verbreitet wird. Wie soll das gehen? Jeder hinz und Kunz hat Facebook, eigene Seiten... Bei der Google-Suche nach "a" werden 25 MILLIARDEN Seiten ausgegeben!  Das Deep-Web ist wesentlich übersichtlicher

Ein wichtiger Teil des Deepweb ist es, Nachrichten und Informationen auszutauschen und bereit zu stellen, die im Clearweb nicht erhältlich sind. Da betrifft aber zuerst mal Länder mit Zensur, daneben gibts es dort die Möglichkeit, um kritische Daten auszutauschen. Das ECHTE Wikileaks ist da unten! Whistleblower haben zB die Möglichkeit, Zeitungen anonym zu kontaktieren und zb kritische Infos über ihre Firma weiterzugeben...

Aber wenn du nicht in der Lage bist, dir das selbst zu recherchieren mit einer Suchmaschine deiner Wahl, findest du dich dort unten eh nicht zurecht!

Ach ja, die Pädos.. Für die "Armen" sind harte Zeiten angebrochen. Das gbits nach wie vor, aber es ist überwiegend aktuell Tote Hose... Anfang des Jahres oder ende letzten Jahres hat die australisch Bundespolizei den Betreiber eines solchen Forums ausfindig gemacht. Sie haben den aus dem Verkehr gezogen und sein Forum weiter betrieben Und fleißig Perverse gesammelt. Einmal Admins anderer Forum (Die waren alle vernetzt, und mit der Zeit hat man die echte Identität raus gefunden!), aber auch bei den regulären Nutzern. Dort konnte man nämlich nur Mitglied werden, wenn man eigenes Material dazu steuerte. Wer das machte, schickte die nötigen Beweise über den Besitz von KiPo gleich auf einen Polizeiserver. Für die Gold-Mitgliedschaft musst man sogar selbst PRODUZIERTES Material  einstellen! Nach 6 Monaten hatten die genug Leute identifiziert und haben die Seite dicht gemacht und die entsprechenden Leute eingesammelt, bzw von deren Heimatlandpolizei einsammeln lassen... Dabei sind mehrere große Tauchbörsen (3 bis 6 oder mehr, konnte ich nicht raus finden) aus dem Darknet verschwunden.... (Bin ich zufällig mal drüber gestolpert, war in Australien in der Presse...in europa eher kein Thema)

Das stimmt nicht ganz.

Das ist schon mal Unsinn. Das ist ein Mißverständnis, das falsch weiter verbreitet wird. Wie soll das gehen? Jeder hinz und Kunz hat Facebook, eigene Seiten... Bei der Google-Suche nach "a" werden 25 MILLIARDEN Seiten ausgegeben!  Das Deep-Web ist wesentlich übersichtlicher

Alleine die 60 größten Deep Web Seiten enthalten 7500 TB an Informationen, das übersteigt die Informationen im Surface Web um den Faktor 40. Du meinst wahrscheinlich die Dark Nets, die mit Sicherheit nur einen kleinen Teil des Deep Webs ausmachen. Deep Web bezeichnet alles, was nicht durch eine Suchmaschine gefunden werden kann. Also z.B. riesige Datenbanken von Wetterinstituten aber auch sämtliche Kundenbereiche (z.B. von Amazon) und diese Datenmenge ist um ein vielfaches Größer als die "sichtbare Menge".

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