Deckenaufbau bei energetischen Sanierung

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2 Antworten

Wenn man genug Geld hat, kann man alles machen.

Wenn man mit wirtschaftlichen Überlegungen an die Sache rangehen will, so muss man erstmal fragen, ob sich eine Dämmung bei der bestehenden Wandstärke überhaupt lohnt und ob man sich unter Umständen mit der Dämmung bauphysikalische Probleme erkauft, die ständige kostenintensive Sanierungen nach sich ziehen.

In der Regel sind alte Häuser (bis Bj 1945) bauphysikalisch sehr gut gebaut. Danach gab es dünne Wände wegen Baustoffmangel. Nach dem Abriß der Ofenheizungen wurden die Häuser oft nur jahrzehntelang falsch beheizt, was zu feuchten Wänden und hohen Heizkosten führte.

Deshalb ist es bei der Sanierung wichtig zuerst das Heizsystem zu ändern (Stichworte: Temperierung, Hüllflächentemperierung, Wandheizung, hydraulische Heizleisten). Wenn der Kessel noch funktioniert ist, darf der ruhig drin bleiben. Alles was an der Heizanlage auf Lufterwärmung ausgerichtet ist, muss raus, denn die Lufterwärmung fürt zu Auffeuchtungen an den Aussenwänden mit sinkenden Dämmwerten, Schimmelbildung und hohen Heizkosten. Die Heizanlage muss radikal auf einen hohen Anteil an Wärmestrahlung getrimmt werden. Wärmestrahlung trocknet die Wände und sorgt für gute Dämmwerte. Wärmestrahlung mindert Luftbewegungen und Staub sinkt zu Boden (NICHT bei Fußbodenheizungen!), was der Gesundheit gut tut. Wärmestrahlung mindert Lüftungswärmeverluste durch warme Wände und kühlere Raumluft bei gleicher Behaglichkeit (deshalb gab es früher bei den oft ofenbeheizten Wohnungen bei 18°C am Zimmerthermometer den dicken Strich, da diese Temperatur bei warmen Wänden völlig angenehm war). Alleine durch die Umstellung von konvektiver Beheizung auf einen hohen Anteil an Wärmestrahlung kann bis zu einem Drittel an Heizkosten eingespart werden. Das ist nicht mit der Aussenwanddämmung zu schaffen, da über die Aussenwand das Haus nur etwa 25% Wärme verliert.

Bei zwei baulich idententischen Pavillons in Schloss Salsta in Schweden im Zuge des EU Forschungsprojektes EU-1383 Prevent wurde in einem Pavillon eine Temperieranlage (hoher Wärmestrahlungsanteil) eingebaut. Diese sparte 29% Heizkosten gegenüber der konventionellen Heizung im anderen Pavillon.

Bei Dachdämmungen ist zu beachten dass sich im Winter Kondensat im Dämmstoff bilden kann, wenn von innen zu viel feuchte Raumluft eindringen kann. Durch die Abkühlung im Dämmstoff kommt es zu Kondensatausfall. Deshalb gehört die Dampfbremse an die Innenseite des Dämmstoffs.

Im Sommer kehren sich die Verhältnisse um. Da ist es im Haus kühler und aussen wärmer. Die warmfeuchte Sommerluft muss nun von aussen am Eindringen in den Dämmstoff gehindert werden, da sich sonst Kondensat an der kühleren Raumseite im Dämmstoff absetzt. Deshalb wäre eine Dampfbremse aussen angebracht. Beides zusammen geht aber nicht, deshalb ist der Ausbau mit leichten Dämmstoffen wegen der Kondensatgefahr immer problematisch und viele verbaute Dämmstoffmatten haben nach Jahren der Kondensatbefeuchtung Schwarzschimmel angesetzt, was als leider völlig "normal" angesehen wird.

Abhilfe würde ein wärmespeicherfähigerer "Dämmstoff " (Holzbaustoffe/Vollholz) schaffen, da bei diesem die Temperaturdifferenzen nicht so stark sind und es weniger oder gar keine Kondensatgefahr gibt. Hier ist allerdings der U-Wert schlechter, jedoch hat die kondensatbefeuchtete hochdämmende Mineralwolle auch keinen guten U-Wert mehr (nur auf dem Papier!).

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Wie dick ist eigentlich die Ziegelwand?.Ist diese massiv? Holzfaserdämmplatten (innen?) sind eine schöne Alternative zu Steinwolle oder Styropor und auch die Isoflocdämmung ist ökologisch bestimmt nicht falsch.(leider nur schweineteuer aber ich glaube das ist Dir eh bewusst?) Was für ein Aufwand!.

Solltest Du außen die Platten aufbringen, konnte deine Isolierung der hervorrage Platz für Nager (Mäuse, Ratten etc.) Insekten auch Vögel (Spechte lieben Holzwände) werden.

Offen gesagt, halte ich das mit dem Dach schwierig.Nicht die Regen-Durchlässigkeit sondern die Hinterlüftung kann zu Kondenswasser - Bildung führen. Blech warm - kalt besonders problematisch (in den Übergangszeiten) Vermutlich würde ich mich von dem Blechdach trennen und eine passendes Ziegeldach Konstruktion neu aufbauen lassen.

Du solltest einmal vorab prüfen, ob Du das alles unbedingt machen musst. Manchmal ist es günstiger einen Energiie - Pass erstellen zu lassen und dann nicht energetisch zu sanieren. Außerdem das System funktioniert zur Zeit wie es ist, Du weißt nicht was Du Dir für Probleme "ins Haus" holst.Feuchtigkeit Schimmel etc.

Ich würde das Geld in ein neues Heizungssystem investieren also z.B. mit Gas, Strom und Wärme produzieren.Da produzierst Du soviel, dass Du vielleicht sogar noch Nachbarn mit beliefern kannst.

Alles Gute.

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wowo68 08.04.2014, 20:45

Danke für die Antworten

Der bisherige Aufbau der Außenwände ist Ziegel mit 24 bzw 30cm.

die ganze Sanierung soll natürlich wirtschaftlich sinnvoll sein. Aber ich denke dass es sinnvoller sein wird das Dach neu zu machen. Ees ist ja keine komplizierte Konstruktion sondern ein einfaches Pultdach mit einer Spannweite von ca 7m und einer Breite von ca 22m, das könnte sogar in Eigenregie gemacht werden. Als Dacheindeckung weiß ich nicht was möglich ist da die Dachneigung nur 8° ist. Ziegel geht glaub erst ab 12°

Zur Heizung: Der Vorbesitzer hat vor ca 3 Jahren ein Senertec Dachs BHKW installiert. Diese ist jedoch meiner Meinung nach überdimmensioniert. Wenn mir jemand vernünftige Argumente gibt, dann würde ich es drin lassen, ansonsten durch eine PV-Anlage in Verbindung mit Wärmepumpe ersetzen.

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Huflattich 11.04.2014, 16:42
@wowo68

Wenn es ein Dachs Gerät ist, produzierst Du nicht noch nebenbei eine Menge Strom? Was für ein Glück! Die Anlage würde ich nie herausreißen ! 3 Jahre alt ? Sorry, hast Du im Lotto gewonnen ?

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wowo68 12.04.2014, 21:32
@Huflattich

Ja, es ist ein Dachs, er hat 12KW Wärmeleistung und 5,5 KW el. Leistung.

das HAus hat ca 180m² Wohnfläche, da ist der Dachs doch total unterfordert, wegen den paar mal wo der anläuft bringt die Stromeinspeisung auch nicht viel, zumal ja beim BHKW die Vergütung nicht hoch ist. Der Dachs ist in 2011 eingebaut worden und hat nun ca 7600 Betr-Std.

Heute haben wir begonnen die abgehängte Decken zu entfernen. Da kommen alte Installationen hervor, da das Gebäude zuerst mal als Schlossereiwerkstatt diente. Ich komme langsam immer dem Entschluss näher, die Sandwichelemente abzubauen und durch Sparren mit Regendichtem Unterdach und darauf mit Wellblech zu ersetzen. Die Sparren werden vermutlich 12/24cm und 9m lang, die ich dann mit Zellulose dämmen kann. Dann hätte ich Ruhe.

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Huflattich 13.04.2014, 23:13
@wowo68

Produziere Wärme und Strom und verkaufe sie in der Nachbarschaft auch ein Swimmingpool könntest Du suuuuper beheizen.Ich hätte gern so einen Dachs ;o) mir war immer die Anschaffung nur zu teuer.......

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