Debussy - Revolutionär in der Klaviergeschichte?

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Fachlexika zu Musik sind eine Möglichkeit, nach einer Erläuterung zu suchen.

Brockhaus-Riemann-Musiklexikon. Herausgegeben von Carl Dahlhaus, Hans Heinrich Eggebrecht und Kurt Oehl, Band 1: A - D. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Mainz : Schott; Zürich : Atlantis-Musikbuch-Verlag, 1995 ( Serie Musik Piper, Schott ; 8398), S. 301 meint:

Claude Debussy löste sich vom Einfluß der Romantik und wurde zum Schöpfer eines impressionistischen Musikstils.

Hauptmerkmale seien ein freies Musizieren, eine Wandlung des romantischen Sentiments zur spezifisch französischen „sensation“, als sinnliche Klang- und Farbkunst mit Betonung des rhythmischen Elementes unter Wahrung der „geheimnisvollen“ Gesetze der Schönheit und Natur, schimmernde, meist durchsichtig-helle Klangfarben, neuartige, aber stets tonale Harmonik (Dissonanzen als Klang- und Farbwerte, Parallelakkordik, rhythmisch, dynamisch und agogisch bis in feinste Einzelheiten ausgearbeitete Satztechnik).

Thomas Kalisch, Debussy I. V. Klavierwerk. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart : allgemeine Enzyklopädie der Musik. Begründet von Friedrich Blume. 2., neubearbeitete Ausgabe. Personenteil5: Cov - Dz. Basel ; Kassel ; London ; München : Prag : Bärenreiter; Stuttgart ; Weimar : Metzler, 1997, Spalte 629 – 633 meint:

Eine veränderte Schreibweise entstehe in Pour le piano (1894 – 1901), aus gleichen Modellen werde mit reduzierten Mitteln komplexe Mehrdeutigkeit erzeugt, die punktuell zu kontrastierenden Charakteren formt.

Es gebe unvermittelte Texturwechsel, die Voraussetzung, nicht Ergebnis der Formbildung sind und gleichförmige Texturen subtilen Veränderungen unterwerfen.Ein spannungsvolles Wechselverhältnis polarer harmonischer Regionen trete auf. Es gebe immer neue, nie voraussehbare und nie berechenbare Farbwerte und Nuancen. Debussy breche sowohl mit der konstituierenden Rolle der Tonalität als auch mit der theoretischen Fundierung der musikalischen Form.

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