Debatte zu Sternzeichen? (Astrologie, Glaube)?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Es gibt einfach zu viel was dafür spricht. Andererseits kann ich auch verstehen, wenn Leute nicht an Sternzeichen glauben. Wie können irgendwelche Sterne im Himmel die Persönlichkeit bestimmen?

Nicht einmal Astrologinnen und Astrologen glauben, dass irgendwelche Sterne am Himmel die Persönlichkeit bestimmen.

Viel eher werden synchrone Zusammenhänge gesehen von Konstellationen am Himmel mit denen auf der Erde - ähnlich wie beim Betrachten von Fraktalen. Aber einmal abgesehen davon: Das hier aufgeführte Argument unterstellt, Astrologen würden vorrangig mit Sternbildern arbeiten. In Wirklichkeit arbeiten die allermeisten Astrologen jedoch bereits seit rund 2000 Jahren mit Tierkreiszeichen. Und deren Eigenschaften werden gar nicht durch die Sterne, sondern durch den Jahresrhythmus definiert. Auch die Rhythmen des Tages, des Mondes und der Planeten spielen in der Astrologie eine Rolle.

In Wirklichkeit war also schon immer der Jahresrhythmus die Grundlage für den Tierkreis.

Weil man aber in der Antike noch glaubte, die Jahreszeiten kämen von den Sternen, wurden 12 Sternbilder hinter der Sonnenbahn nach Abschnitten des Jahres benannt. Bald darauf erkannte man jedoch, dass die Sternbilder sich im Jahreslauf ganz langsam verschieben. Darum wurde der astrologische Tierkreis entwickelt. Und der basiert, unabhängig von den Sternen, auf den Jahreszeiten.

Fälschlich werden die Tierkreiszeichen in der Umgangssprache "Sternzeichen" genannt, ein Relikt aus der Antike. Tatsächlich haben sie aber ebenso wenig mit Sternen zu tun, wie Astronauten auf Sternen landen. Denn eigentlich sind die Tierkreiszeichen einfach nur zwölf Monate im Jahreslauf, beginnend mit dem Frühlingspunkt.

Der astrologische Tierkreis basiert daher auf den Sonnwenden und den Tagundnachtgleichen. Er wird in der Fachsprache "tropischer" Tierkreis genannt. Das leitet sich ab vom griechischen τρόποι, trópoi, was "Wendungen, Wendepunkte" bedeutet. Sternbilder gibt es in diesem Tierkreis definitiv nicht.

Und ja, es gibt nachweislich Unterschiede in der Persönlichkeit und den Veranlagungen, abhängig davon, in welchem Monat jemand auf die Welt gekommen ist.

Daher ist es logisch, dass Steinböcke, die im tiefsten Winter geboren werden, ernsthafter veranlagt sind während Löwen, die quasi in den Sommerferien auf die Welt kommen, insgesamt verspielter und sorgloser sind usw.

An "Sternzeichen" "glauben" wir in der Astrologie also nicht. Aber wir kennen die Eigenschaften der einzelnen Tierkreiszeichen, deren Besonderheiten, mit denen sie sich vom erwarteten Durchschnitt unterscheiden.

Woher ich das weiß:Beruf – Langjährige Berufserfahrung als Astrologin des DAV

Ok, jetzt habe ich einiges besser verstanden. Vielen Dank :) Aber eines ist für mich noch nicht ganz geklärt. Arbeiten Astrologen und Astronomen dann nicht relativ gleich und forschen an der gleichen Sache im Himmel? Ich dachte immer, es ist das, was Astronomen und Astrologen voneinander unterscheidet. Aber wie du es formuliert hast, klingt das alles sehr astronomisch.

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@Mogli1201

Hallo,

die Astrologie basiert auf natürlichen astronomischen Begebenheiten wie Jahresrhythmus, Tagesrhythmus, Mondrhythmus, Sonnenwenden, Planetenpositionen u. a.

Während die Astromomie sich aber vor allem mit der Vermessung und Analyse der Materie des Weltraums beschäftigt, zeigt die Astrologie, welche Bedeutung die umgebenden Konstellationen für uns auf der Erde haben.

Die Astronomie ist daher die Wissenschaft von der Vermessung des Weltalls. Die Astrologie hingegen sieht die Sinnverbindungen. Im Gegensatz zur Astronomie ist sie keine Naturwissenschaft, sondern sie wird den Geisteswissenschaften zugeornet, führt hier aber noch ein Nischendasein. Bildhaft ausgedrückt, befasst sich die Astronomie mit dem Gewicht, der Papiersorte oder der Farbauswahl eines Buches. Die Astrologie jedoch liest die Geschichte. Mich interessiert die Geschichte in dem Buch wesentlich mehr als die Papiersorte. Dennoch verwenden auch wir Papiersorten, wenn wir ein Buch herstellen.

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Es geht in der Astrologie gar nicht mal so sehr darum wer recht hat

Also ehrlich gesagt, kann ich auch verstehen, wenn andere Leute nicht an die Astrologie glauben, einfach deswegen weil ich gelernt habe tolerant und verständnisvoll anderen gegenüber zu sein. Meist verfolgen die Leute, die einfach sagen Astrologie sei nur Humbug, auch keine schlechte Absicht, sondern sie sagen das aus Unwissenheit. Es geht in der Astrologie gar nicht mal so sehr darum wer recht hat, denn ich begreife die Astrologie mehr als Philosophie und genauso wie andere einfach nur über das Sternzeichen quatschen wollen, sie tun es eigentlich doch nur um mit den anderen ins Gespräch zu kommen. Daran sehe ich auch nichts Verwerfliches. Übrigens sind nicht alle Steinböcke die ich kenne Workaholics aber egal, darum geht es auch nicht.

Das Problem an der Astrologie ist, dass die meisten Menschen so gut wie gar nichts davon verstehen. Einerseits irgendwie schade, dass es so ist, aber andererseits sollten wir uns alle wieder daran erinnern, dass wir alle wieder viel toleranter und verständnisvoller miteinander umgehen sollten und das lernen wir vor allem auch von der Astrologie. Es geht also meiner Meinung nach nicht darum, dass wir alle Astrologie lernen und begreifen sollten, sondern im Kern geht es immer um mehr Toleranz und Verständnis der Menschen untereinander, gerade in so schweren Zeiten.

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