DDR-Machthaber gingen davon aus, die Proteste der DDR-Bürger würden durch den Westen gesteuert. Gab es tatsächlich irgendeine Form der West-Unterstützung?

4 Antworten

... durch den Westen gesteuert … ich bezweifle es. Die Proteste gingen vom Volk aus, das sich ähnliche Reformen wünschte, wie sie in der Sowjetunion unter Gorbatschow stattfanden. Weiter geschürt wurde der Zorn der Menschen unter anderem, als die sowjetische Zeitschrift Sputnik nicht mehr in der DDR zu haben war, durch die rapide zunehmend realitätsferne Propaganda in den DDR-Staatsmedien, die einfach nur noch erstunken und erlogen war, und die gelegentliche Wiedereinführung von Störsendern für Westradio- und Westfernsehen, wovon man eigentlich glaubte, dies sei Sache der Vergangenheit. Falls es überhaupt eine „Steuerung“ vom Westen gab, dürfte sie insgesamt unerheblich gewesen sein. Die meiner Meinung nach größte und beste Unterstützung aus dem Westen bestand darin, dass in West-Medien über die Proteste (ursprünglich nur in Dresen, Leipzig und Berlin) berichtet wurde, sodass die DDR-Bürger darüber informiert waren, dass etwas im Gange war, was zur Folge hatten, dass sich jeden Montag Menschen weiterer Städte den Demonstrationen anschlossen.

Wäre mal interessant herauszufinden, welche Einflußnahme das westliche Lager auf die Protestbewegung nahm. Das zu erkunden dürfte schwierig sein, denn der hiesige Staat hat kein Interesse daran, sich in die Karten schauen zu lassen.

DDR-Machthaber gingen davon aus

Nicht jedes Wunschdenken ist mit der Realität vereinbar

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