Dazuverdienst bei ALGII und Erstattung der Wohnungskosten?

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3 Antworten

Grundlegend könnt Ihr beim ALG II ohne komplette Streichung der Bezüge soviel hinzuverdienen, bis Eure Grundbedürfnisse zzgl. Freibeträge für Werbungskosten und Mehraufwendungen durch das Erwerbseinkommen vollständig gedeckt sind. 

Es wird dann nichts "gestrichen", sondern nur auf die aktuellen und kommenden Bezüge "aufgerechnet" werden pro ( erwerbsfähigem ) Leistungsbezieher der "Bedarfsgemeinschaft", der auch wirklich Zuverdienst erzielt.

Für Dich und Deine Frau gelten demnach für Zuverdienst jeweils 100 Euro anrechnungsfreier Grund-Freibetrag, und ab einem Zuverdienst ab 100,01 Euro wird alles über 100 Euro dann zu 80 % auf die allgemeine Leistung ( Regelleistung + KDU & Heizung ) mindernd angerechnet werden .

Detailiertere Infos bzgl. Zuverdienst beim ALG II findest Du u.A. hier :

http://www.sozialhilfe24.de/hartz-4-alg-2/zuverdienst.html

( beachte aber hier, dass bei mehreren Zuverdiensten / mehreren Personen mit Zuverdienst innerhalb der Bedarfsgemeinschaft hier im Detail anders angerechnet werden kann und wird, als wenn nur eine Person Zuverdienst erzielt )

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s1emano 13.06.2016, 10:49

Also wenn ich jetzt z.B. 800€ dazu verdiene. Dann weiß ich, dass ich kein Geld vom Amt bekomme. Aber was ist mit KDU & Heizung?

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Parhalia 13.06.2016, 11:21
@s1emano

Von den 800 Euro Zuverdienst musst Du dann die 100 Euro Freibetrag abziehen und die weiteren 700 Euro für den Selbstbehalt noch mit 20 % ( = 240 Euro ) sehen.

Euch beiden Elternteilen stehen an Regelleistung dann aber beim ALG II pro Nase 80 - 90 % von ca. 400 Euro zu, zzgl. der grundlegenden Kosten für die Unterkunft.

Und wenn das Kind dann auf der Welt ist, so müssten diesem dann auch nochmals 60 % der RL für die BG zustehen ( zzgl. Sonderbedarfe )

Aber die interne Berechnung des ALG II zieht nicht einseitig nur die KDU ab bei Zuverdienst, sondern rechnet anteilig die Kosten des Lebensunterhaltes UND der KDU + Heizung.

Letztere muss das Jobcenter dann auch im tatsächlichen Bedarf weiterhin in seiner Berechnung anerkennen, auch wenn Eure nächste Betriebskostenabrechnung eine Nachzahlung erfordert.

Die Berechnungen sind intern zwar kompliziert, aber den "Bedarf" wird man Euch durch den Zuverdienst auch nicht für die Wohnung in der Leistungsberechnung aberkennen. Die Komlexität der Berechnungen ergibt sich nur daraus, das die Grundsicherung zum Lebeksunterhalt und die Kosten der Unterkunft anteilig von verschiedenen Kostenträgern ( Kommune / Stadt & Land / Bund ) zu tragen sind.

Du verlierst durch den Zuverdienst aber nicht die Grundhilfe zur Finanzierung angemessenen Wohnraumes in tatsächlicher Höhe. Es wird amtsintern nur jeweils gesplittet "aufgerechnet" werden gegen Deinen Zuverdienst.

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Jede Person, die arbeiten geht, kann 100  Euro anrechnungsfrei dazuverschiedenen.  Jeder Euro darüber wird mit 80 Cent angerechnet. 

Bei 200 Euro hinzuverdienst darf man also 120 euro behalten. 

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Meines Wissens nach darfst du so viel dazu verdienen wie du möchtest. Am besten so viel, dass du nicht mehr auf das Amt angewiesen bist. Bis auf 140 Euro wird das Gehalt aber angerechnet, was ja auch richtig so ist!

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AntwortMarkus 13.06.2016, 09:52

100 Euro anrechnungsfrei, danach wird zu 80% angerechnet. 

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