David Humes Verständnis von Gerechtigkeit vergleichen?

2 Antworten

Eigentlich alle Philosophen, da Gerechtigkeit zu den Grundtugenden zählt. Dargestellt wird das in einem Buch (Philosophie der Gerechtigkeit. Texte von der Antike bis zurGegenwart, Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2002, 18,-- €, das in der Gliederung und im Literaturanhang in folgender PDF dargestellt wird:

http://www.ruhr-uni-bochum.de/ls-magen/doc/SeminarSS12.pdf

der Ausdruck von Gefühlen der Zustimmung/Billigung und der Ablehnung/Mißbilligung. Gerechtigkeit sei grundlegend für das Bestehen einer Gesellschaft. Das zugrunde liegende ursprüngliche Gefühl sei das Vergeltungsgefühl, ein Übelnehmen, wenn etwas geschieht, das als unverdienter Schmerz oder unverdiente Schädigung empfunden wird. Ein Unterschied zu David Hume ist ein fiktiver unparteiischer Beobachter (impartial spectator) des menschlichen Handelns. gerechtes Handeln wird nicht wegen des Nutzens gebilligt, sondern weil es als anständig und recht/fair empfunden wird. Bei Adam Smith ist dies anscheinend mit einer Theorie einer auf Zwecke hinsteuernden Naturordnung (auch wenn dies den Menschen nicht bewußt ist) verbunden. David Hume wird als ein Vorläufer des Utilitarismus betrachtet und daher können Jeremy Bentham, John Stuart Mill und Henry Sidgwick verglichen werden. John Rawls, A Theory of Justice (1971; Eine Theorie der Gerechtigkeit) verbindet Gedanken des Nutzens und allgemeingültiger Regeln und versteht Gerechtigkeit als Fiarneß. Über den Begriff der Gerechtigkeit haben sehr viele Philosophen geschrieben. Sie gilt verbreitet als eine grundlegende Tugend und ist ein wichtiges Thema der Ethik.

Bei einem Vergleich geht es darum, Gemeinsamkeiten und Unterschiede darzulegen.

Möglich ist sowohl ein stark, aber nicht völlig übereinstimmender als auch ein stark abweichender Philosoph.

Bei den antiken Philosophen sind Platon (vor allem der Dialog »Politeia«, aber auch Stellen aus anderen Dialogen wie »Gorgias«, »Politikos« und »Nomoi«) und Aristoteles (Nikomachische Ethik, 5. Buch ist eine systematische Darstellung) sehr bedeutend. David Hume versteht Gerechtigkeit ebenfalls als eine soziale Tugend, aber es gibt erhebliche Unterschiede. Dabei wirken sich auch eine ganz andere Erkenntnistheorie und Auffassung zum Verhältnis von Vernunft/Verstand und Gefühl/Leidenschaft aus. Bei Platon gibt es eine Idee der Gerechtigkeit (deren Beschaffenheit die einer richtigen Ordnung ist) und bei Aristoteles ein Wesen des Gerechten, das in Bezug auf Gerechtigkeit als einzelne Tugend in einer (proportionalen) Gleichheit besteht.

Zu Epikur (in den erhaltenen Texten sind Aussagen über Gerechtigkeit nicht umfangreich) besteht einige Ähnlichkeit. Dieser ist der Auffassung, Recht und Gerechtigkeit seien nicht Werte an sich/an sich gut, sondern aufgrund ihres Nutzens. Es gibt ein Streben nach Glück und seiner Sicherung. Menschen treffen eine vertragliche Vereinbarung, weder Schaden zu erleiden noch Schaden zuzufügen. In Hinsicht auf Unterschiede könnte untersucht werden, inwieweit von Epikur Vertragstheorie vertreten wird, während David Hume Gefühle als Grundlage nimmt.

John Locke vertritt ein Naturrecht (das von traditionellem Naturrechtsdenken abweicht) und eine Vertragstheorie. Naturrecht liegt für ihn anscheinend darin, auf natürliche Weise durch die Vernunft erkennbar zu sein. John Locke leitet aus einem Prinzip der Selbsterhaltung ein Recht auf Eigentum in einem weiten Sinn ab, das Leben (mitsamt Gesundheit und körperlicher Unversehrtheit), Freiheit und Besitz einschließt. Eine Ähnlichkeit bei David Hume gibt es in dem Gesichtspunkt des Nutzens/ Schadens und der Gewährleistung von Eigentum als ein wesentlicher Inhalt.

David Hume vertritt in der Ethik einen ziemlich stark gegensätzlichen Ansatz zu »Rationalisten« wie Ralph Cudworth und Samuel Clarke, die allgemein gleichbleibende Werte annehmen, die von der Vernunft eingesehen werden. David Hume weist starke Ähnlichkeit mit einem »Sentimentalisten«/Gefühlsethiker wie Francis Hutchison (An Inquiry into the original of our ideas of beauty and virtue,1725; An essay on the nature and conduct of the passions and affections. With illustrations on the moral sense, 1728) auf. Allerdings ist bei Hume der »moralische Sinn« (moral sense) kein eigener, weiterer Sinn neben dem Sinn der Wahrnehmung und er nimmt nicht eine von Gott vorbestimmte Harmonie an.

Ähnlichkeit in einem großen Ausmaß gibt es auch mit Adam Smith. Dieser vertritt in seiner Ethik (Theory of moral sentiments [1759; Theorie moralischer Gefühle]) die Auffassung, moralische Werturteile seien der der Ausdruck von Gefühlen der Zustimmung/Billigung und der Ablehnung/Mißbilligung. Gerechtigkeit sei grundlegend für das Bestehen einer Gesellschaft. Das zugrunde liegende ursprüngliche Gefühl sei das Vergeltungsgefühl, ein Übelnehmen, wenn etwas geschieht, das als unverdienter Schmerz oder unverdiente Schädigung empfunden wird. Ein Unterschied zu David Hume ist ein fiktiver unparteiischer Beobachter (impartial spectator) des menschlichen Handelns. gerechtes Handeln wird nicht wegen des Nutzens gebilligt, sondern weil es als anständig und recht/fair empfunden wird. Bei Adam Smith ist dies anscheinend mit einer Theorie einer auf Zwecke hinsteuernden Naturordnung (auch wenn dies den Menschen nicht bewußt ist) verbunden.

David Hume wird als ein Vorläufer des Utilitarismus betrachtet und daher können Jeremy Bentham, John Stuart Mill und Henry Sidgwick verglichen werden.

John Rawls, A Theory of Justice (1971; Eine Theorie der Gerechtigkeit) verbindet Gedanken des Nutzens und allgemeingültiger Regeln und versteht Gerechtigkeit als Fairneß.

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