Datenschutz/Löhne offen liegen!

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4 Antworten

Der Wunsch nach Geheimhaltung kann ja von zwei Seiten eines Vertrages aus bestehen. Normalerweise kenne ich das so, daß die Chefs diejenigen sind, die Geheimhaltung ihrer Unterstellten gegeneinander verlangen - um Löhne drücken zu können. Also mit ganz schnöden, egoistischen Interessen dahinter.

Wenn Kollegen von sich aus was dagegen haben... Na ja: Dem Chef gegenüber gelten seine eigenen Verträge natürlich genauso. Wenn im Arbeitsvertrag steht, daß über Löhne Stillschweigen zu bewahren ist und andernfalls Strafen angedroht werden, dann gehe ich davon aus, daß Du jetzt in der Situation bist, in der dort vertraglich festgelegten Art und Weise Sanktionen gegenüber Deinem Chef anzuwenden (fristlos kündigen und solche Scherze).

Wobei wir natürlich in uns gehen und sämtliche derartigen Teile von Arbeitsverträgen als pur einseitig sinnvolle (andersrum nur knebelnd wirkende bzw. wirkungslose) Elemente begreifen können. Also: Was da im Arbeitsvertrag steht, von wegen daß DIR(!) gekündigt werden kann, wenn DU(!) derjenige bist, der was entgegen den Interessen Deines Chefs tut, wird Dir gegen den Chef natürlich gar nichts nützen.

Was Du aber eventuell machen kannst... Es ist ZWAR nicht in Bundesgesetzen festgeschrieben, daß konkret Offenlegungen von Löhnen eine Straftat darstellen, aber es ist festgeschrieben, daß der Mißbrauch von Daten - wozu Zugänglichmachung für Dritte gehört - eine Straftat darstellen kann. Du könntest zumindest Deinen Chef vor versammelter Mannschaft - nachdem Du die Strafgesetz-Paragraphen (http://dejure.org/gesetze/StGB/202a.html und co.) nochmal aufmerksam studiert und Dir den Stunt gründlich überlegt hast - auf sein Verhalten ansprechen.

Und Dir einen anderen Job suchen. Nehme ich an. Das ist Deine Freiheit (TM entwickelte westliche Industriestaaten).

Da gibt es überhaupt nichts darum herum zu reden. Das ist ein klarer Verstoß gegen das Bundesdatenschutzgesetz. Bei diesen Daten handelt es sich um personenbezogene Daten - noch dazu um Beschäftigtendaten, die sowieso einen besonderen Schutz genießen.

Ihr solltet Euren Chef mindestens auf diesen Verstoß hinweisen. Wenn Ihr einen betrieblichen Datenschutzbeauftragten habt, wäre er zudem ein guter Ansprechpartner für Euch.

Naja, als wenn das nicht Absicht gewesen wäre? Offensichtlicher als an den Kühlschrank kann man sowas ja kaum hängen. Und wieso hängt man sich sowas überhaupt an den Kühlschrank. Will er es auswendig lernen oder immer wenn er sich einen Joghurt nimmt, gucken, ob er dann noch euren Lohn zahlen kann?

Rein rechtlich kann er sich alles möglich bei sich zu Hause hinhängen. Auch eure Lohnzahlungen.

Netürlich geht das nicht. Was hat das denn auch in der Küche zu tun, das war doch irgendwie Absicht ...

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