Dashcam illegal weil man Videomaterial zu leicht fälschen kann?

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7 Antworten

Hallo GeneralZott,

in der Sache ist die Aussage Deines Freundes zwar richtig, aber im Detail ist sie kompletter Unsinn. Ja es ist richtig, das Material einer DashCam kann man bei einem Unfall nicht nutzen. Aber nicht weil man es zu leicht fälschen kann. Viel mehr verletzt Du damit die Persönlichkeitsrechte des anderen. Und deswegen darfst Du die Videos nicht benutzen.

Du darfst sie auch eigentlich nur aufzeichnen, wenn Du sie für persönliche Zwecke nutzt. Sobald Du die Videos beispielsweise bei YouTube und Co. einstellst, machst Du Dich strafbar. Deswegen ist es eher fraglich, ob es Sinn macht sich eine DashCam zuzulegen.

Viele Grüße
DatSchoof

Ob das Videomaterial, wie jede andere Aufnahme auch, gefälscht sein könnte, ist eine andere Frage, die nicht mit legal oder illegal zu tun hat.

Du darfst nicht allgemein filmen, weil du später Teile dieses Film verwenden könntest.

Du darfst aber gezielt filmen, um damit z.B. eine Straftat aufzunehmen. Das heisst im Klartext, dass du erst, nachdem etwas Relevantes passiert ist, die Kamera laufen lassen darfst. Denn dann hattest du einen Grund zu filmen.

Wenn du z.B. direkt nach einem Unfall diese Aufnahme der Polizei aushändigt, wird der Vorwurf, sie könnte gefälscht sein, wohl nicht aufrecht zu halten sein.

Inwieweit eine solche Aufnahme vor Gericht anerkannt werden würde, ist wieder eine andere Frage.

Leg dir eine Dashcam zu, wenn mit den Videomaterial wo Personen eindeutig zu Identifizieren sind - auf Youtube und Co nicht den dicken Macker machst wird dir wohl nix passieren. Im Falle eines Unfalles laesst sich mit Video + guten Anwalt besser gegen die vielen anderen Zeugen argumentieren.

Die meisten Dashcams zeichnen im Loop auf, das heist die aelteste Aufnahme wird immer wieder ueberschrieben. Dazu hast du die Moeglichkeit via Notfallknopf manuell oder automatisch per Sensorik eine Filmsequenz ( da wo es kracht ) mit einen Schreibschutz zu versehen....Das meinen doch die Obersten mit Anlass bezogen aufnehmen oder nicht? Alles andere ist doch Bloedsinn....Wer SCHALTET seine Cam ein VOR dem Crash..?!

Bei Interesse kannst du auch hier vorbei schauen: https://dashcamforum.de

aber ich glaube kaum, dass man einen Unfall glaubwürdig fälschen konnte

Das glaube ich auch nicht. Ich kann mir vorstellen, dass Profis mit hohem Aufwand das können, aber jemand, der zufällig etwas beweiskräftiges filmt? Wohl kaum. Bei mir läuft mindestens eine Dashcam ständig, und ich bin mir sicher, dass im Falle des Falles die Aufnahme zumindest meine Aussage unterstützt. Und dass die Aufnahme für die Polizei nicht relevant ist, ist vollkommen wurscht, denn sie haben keinen Einfluss darauf, ob das Material vor Gericht gesichtet und bewertet wird oder nicht.

Es ist so: Hast du eine Aufnahme, und ein Gericht lässt die Aufnahmen nicht als Beweis zu, hast du nichts verloren. Dann ist das eben so. Lässt das Gericht die Aufnahme aber zu, gewinnst du alles. Hast du nichts, kann auch nichts verwertet werden.

Fast richtig...

Eine Dashcam dauernd, sozusagen "auf Verdacht" laufen zu lassen ist wegen des Datenschutzes und der Persönlichkeitsrechte der anderen grundsätzlich verboten.

Illegal erworbene Beweismittel werden vor Gericht aber grundsätzlich nicht zugelassen und daher auch eine Dashcamaufnahme nicht.

Oh oh oh, das ist ein ziemlich graues Thema, das gerade viel diskutiert wird.

Das liegt natürlich nicht zum kleinsten Teil daran, dass die deutsche Rechtsprechung zwar viel mit Recht und wenig mit Sprache zu tun hat. Zum Beispiel diese Aussage des Oberlandesgerichts Stuttgart:

http://www.olg-stuttgart.de/pb/,Lde/Startseite/Medien/_Dashcam_-Aufnahmen+koennen+zur+Verfolgung+schwerwiegender+Verkehrs-ordnungswidrigkeiten+grundsaetzlich+verwertet+werden/?LISTPAGE=1178164

""Dashcam"-Aufnahmen können zur Verfolgung schwerwiegender Verkehrsordnungswidrigkeiten grundsätzlich verwendet werden"

Dieser Satz enthält 0 Informationen, wenn man es eng sieht.

1. Was genau ist "schwerwiegend"?

2. Trotzdem geht es um "Ordnungswidrigkeiten", und explizit NICHT um Straftaten. Was etwas im Gegensatz zum "schwerwiegend" steht.

3. Das "grundsätzlich" setzt dann die komplette Aussage nochmal in einen unsicheren Kontext.

Naja, so wird die Legislative wohl auch noch eine Weile bleiben.

In der Zwischenzeit habe ich mir aber auch eine Dashcam montiert. Finde es einfach beruhigend, dass man im wirklichen Notfall etwas Videomaterial hat. Habe mich für ein CoCar entschieden (-> http://mycocar.com ), weil ich mir damit direkt auch ein neues Navi gespart hab. Als netten Nebeneffekt kann ich jetzt auch Freisprechen mit dem Handy.

Was das Veröffentlichen von Dashcam-Material angeht, ich glaub das steht eh nicht zur Debatte, oder? Es geht ja sowieso nur darum, einen Sachverhalt zu beweisen, falls es nötig sein sollte.

Völlig daneben, was hier manche von sich geben.

Zumindest bei uns in Deutschland sind Dashcam-Aufnahmen erlaubt.
Ich weiß ja nicht, woher die anderen kommen, die hier bisher geantwortet haben.

Du darfst sie jedoch nicht teilen, (eigentlich) auch nicht der Polizei geben, sondern nur dem Richter zur Aufklärung.

Also bitte, schreibt keinen Bullshit.
Lest lieber mal die ganzen Gerichtsurteile, in denen Dashcams zur Aufklärung beigetragen haben. (Google ist euer Freund)

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