Das Verletztsein nach Enttäuschung?

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3 Antworten

Ich habe das gleiche Gefühl. Ich mache zurzeit sehr viel Sport, gehe viel nach draußen. Außerdem misste ich aus. Ich räum mein Zimmer auf und schmeiß alles weg, was ich nicht mehr brauche. Ich plane viel. Lege mir meinen Tag zurecht. Wann ich mich um die Schule kümmer etc. Ich beschäftige mich einfach sehr viel mit mir selbst und bringe Baustellen, die so aufgestaut wurden, in Ordnung. Außerdem lerne ich neue Leute kennen. Nach dem Motto : Meine alten ,,Freunde" hören mir nicht mehr zu bzw. ich entwachse der Freundschaft, also such ich mir neue, die auf mich eingehen und mir ein Gefühl von Geborgenheit vermitteln.

Ich hoffe, das hilft dir in irgendeiner Weise weiter. Viel Glück

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Kommentar von BaluDerTanzbaer
01.05.2016, 08:30

Ja, natürlich tut es das. Ich bin beeindruckt, wir zielgerichtet Du damit umgehst. In Deinem Alter hatte ich leider keine so tollen Lösungen, habe mich dann eher selber runtergezogen anstatt (wie Du) positiv an einer anderen Stelle weiterzumachen. Finde ich riesig.

Heute mache ich auch viel von dem, was Du hier ansprichst. Nur das Aufräumen schaffe ich meistens erst danach. Ich kann das gar nicht richtig beschreiben. Wenn es mir schlecht geht, fühle ich mich in dem Dreck fast wohler. Aber vielleicht hält er mich auch auf. Ich werd das nächste Mal mal gleich aufräumen und schauen, ob das Gefühl schneller verschwindet.

Vielen lieben Dank für die Antwort.

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ich verbinde dieses gefühl von verletzt sein, ungewollt sein, nicht geliebt sein mit der ablehnung durch meine mutter. alles fällt immer in diesen punkt zusammen : sie hat mich nicht gewollt von beginn an.

deshalb habe ich mir ein bild erarbeitet, das mir hilft in den momenten, in denen diese gefühle mich überfluten. ich nehme mir zeit für mich alleine und stelle mir vor wie aus meinen füßen wurzeln in den boden wachsen, immer tiefer in die erde hinein bis zu dem punkt wo die wurzelenden in den kessel der grßen erdmutter hineinreichen. sodann werfe ich all meine schlechten gefühle bezüglich irgendwas, das mich so heruntergezogen hat in diesen großen kessel hinein und sehe zu wie es in der suppe verschwindet und untergerührt wird. wenn ich dann alles hieneingeworfen habe, springe ich selbst mit einem kopfsprung in den kessel hinein und lasse mich untergehen in der braunen erdsuppe . ich spüre das sinken bis zu dem moment in dem ich sanft aufgefangen werde von den armen der großen erdmutter... sieh sieht mich liebevoll an, streicht mir über den kopf und ich fühle mich angenommen und gestärkt. ich darf immer so lange bleiben wie ich will. aber eins ist sicher: ich komme jedesmal wieder gestärkt an die oberfläche ins hier und jetzt zurück und fühle mich sogleich besser.. 

da der schmerz bei mir schon so früh entstanden ist, helfen mir solche bilder einfach am besten, weil sie ohne viele worte ganz unmittelbare gefühle auslösen. 

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Kommentar von BaluDerTanzbaer
01.05.2016, 08:24

Wow, das konnte ich gerade fast miterleben. Das geht dann in die Richtung Selbsthypnos/mentales Training. So ein "persönliches" Ablaufbild habe ich für mich nie finden können, aber es hört sich extrem angenehm und befreiend an. Ich probier das wirklich einmal :D Ich habe schon viel Erfahrung mit Selbsthypnose, aber auf so ein bedeutungsvolles Szenario habe ich mich noch nie eingelassen.

Bei mir war das bisherige Bild einfach ein riesengroßer, schöner Urwald. Alle Bäume sind gigantisch groß, unzerstörbar.. und ich sitze am Flussufer eines riesigen Wasserfalls. Wie in Zeitlupe fallen überall dicke, schwere Wassertropfen auf alles, es riecht nach feuchter Erde und ich spür die ganze Kraft aus der Umgebung. Das ist mein persönlicher Platz, an dem ich unglaublich viel Energie tanken kann :-) Aber ich bin darin eher Beobachter, handle überhaupt nicht. Vielleicht baue ich sowas mal ein.

Vielen Dank für die Antwort :-)

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Hey. Das ist keine "Antwort" sondern nur ein Kommentar. Denn mir geht es genauso. Nur hab ich noch das Problem, dass ich diese Gefühle fast jeden Tag habe. Also das man sich nicht "liebenswert" fühlt, sich nicht gut genug für eine Beziehung fühlt, man zwar Hobbies hat, diese aber auch nicht perfekt kann (ich spiele seit 6 Jahren Gitarre und kann jetzt erst das Solo von nothing else matters und Johnny be Goode). Also ich kann mich super in deine Situation reinfühlen. Bis auf das mit den Freunden trifft alles perfekt auf mich zu. Das ist toll das zu lesen, da ich es nie so hätte formulieren können.

Den einzigen "Tipp" , den ich habe, ist, dass ich mich probiere abzulenken durch irgendwas. Sei es auch nur ne Serie anfangen/weiter gucken. Solange es von diesem Gefühl ablenkt ist alles super. Auch meinen Lieblingskuchen zu backen, hilft mir auch (ja, ich koche und backe als Junge).

Du wirst auch was finden und du bist nicht allein mit deinem Problemchen :)

LG :D

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Kommentar von BaluDerTanzbaer
01.05.2016, 08:18

Hey :-)

Danke für die Antwort. Selbstverständlich hat hier niemand eine Pauschallösung. Vermutlich muss jeder für sich selbst Strategien finden, um damit umzugehen. Ich habe auch schon sehr viele, aber wollte einfach mal wissen, ob andere Menschen vielleicht auch Tipps haben, an die man selbst noch gar nicht gedacht hat, die man vielleicht mal ausprobieren könnte.

Ich glaube auch, dass Ablenkung gar nicht so schlecht ist. "An einem anderen Punkt Weitermachen" gibt einem irgendwie auch die Möglichkeit, Zeit verstreichen zu lassen und sich in der Zwischenzeit wieder anders wahrnehmen zu können. Deswegen arbeite ich auch gerne und mache Sport.

Danke für die Antwort :-)

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