Das Universum ist endlich. Ist meine Begründung und Vorstellung darüber korrekt?

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6 Antworten

Hallo sgn18blk,

ich fürchte, ich muss Dich ein wenig korrigieren.

Das Olberssche Paradoxon löst sich, wenn man es sauber durchrechnet, auf, ohne dass man für die Antwort hineinsteckt, ob das Universum endlich oder unendlich groß ist. Es spielt streng genommen noch nicht einmal das Alter eine Rolle. Das Olberssche Paradoxon löst sich allein über die Endlichkeit der Lichtgeschwindigkeit, die mittlere Lebensdauer von Sternen und die doch recht geringe mittlere Sterndichte im Universum.

Das habe ich hier einmal etwas ausführlicher erklärt:

https://www.gutefrage.net/frage/oberssche-paradoxon---weshalb-ist-der-nachthimmel-dunkel?foundIn=list-answers-by-user#answer-187761110

Also: Aus dem Olbersschen Paradoxon folgt über die Endlichkeit des Universum gar nichts.

Wenn ich nun Deine Ausführungen richtig verstehe, dann laufen Deine Überlegungen eher auf die Begrenztheit des beobachtbaren Universums hinaus. Denn ja: in einem Universum, das endlich alt ist und in dem es eine endliche Lichtgeschwindigkeit gibt, in dem gibt es einen Beobachtungshorizont, eine Sichtbarkeitsgrenze. Das beobachtbare Universum ins nur endlich groß. Richtig.

Das sagt aber nichts über unbeobachtbare Anteile des Universums aus.

Und da muss man sagen: Wir wissen nicht, ob das Universum unendlich groß ist - oder nicht. Das können wir aus unseren Beobachtungsdaten einfach nicht mit Sicherheit sagen. Es könnte auch unendlich groß und flach sein. Ob es das ist - das wissen wir nicht.

Hier nachzulesen: http://scienceblogs.de/astrodicticum-simplex/2014/07/21/ist-das-universum-unendlich-gross/

Grüße

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Kommentar von sgn18blk
03.02.2016, 21:31

Echt super Antwort! Vielen Dank

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Schon der erste Teil ist falsch. Auch in den "Lücken" die du am Himmel siehst sind Sterne. Deren licht ist aber aufgrund deren Entfernung für das menschliche Auge nicht zu sehen.

Das Universum, welches wir beobachten können mit unserer Technik ist auch nur ein kleiner Bruchteil der geschätzten gesamten Größe des Universums.

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Kommentar von sgn18blk
03.02.2016, 15:15

Ja da gebe ich Dir Recht. Hätte ich mich klarer ausdrücken sollen, aber ich meine die tatsächlichen "Lücken".

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Zum Thema "Sternen"-Lücken im Universum. Bester Gegenbeweis ist die Aufnahme Hubble (Ultra) Deep Field. Dort wurde ein "dunkler" Himmelsbereich - selbst mit Teleskopen dunkel - mit dem Hubble Teleskop über eine Gesamtdauer von 11 Tagen (Belichtungszeitraum) beobachtet. Die menge der entdeckten Sterne / Galaxien brachte auch Fachleute zum staunen.

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Um das Paradoxon besser zu veranschaulichen, kann man sich die Erde in der Mitte einer Ebene vorstellen. Wäre das Universum in etwa überall gleich aufgebaut und unbegrenzt groß, so sähe der Beobachter innerhalb des Abstands r (vergleichbar mit einer Horizontlinie) alle Sterne innerhalb dieses Radius. Dabei nimmt die scheinbare Größe des Himmelskörpers proportional zur Entfernung vom Betrachter ab. Erhöht man diese Sichtlinie um x (r + x), so nimmt die Zahl der Sterne darin quadratisch, also um zu, wobei allerdings die sich darin befindlichen Sterne um die Wurzel von x kleiner wirken. Vergleicht man die "Gesamthelligkeit" der beiden Radien, stellt man fest, dass beide einander entsprechen. Dies bedeutet, dass unabhängig davon, wie weit ein Beobachter auch blicken mag, die kollektive Anzahl an sichtbaren Sternen am Horizont direkt proportional zum Abstand zunehmen würde. Geht man nun auch davon aus, dass das Universum unbegrenzt groß ist und das Licht unbegrenzt Zeit hätte, uns zu erreichen, so würde dies bedeuten, dass es auf der Erde niemals dunkel werden könnte.

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vermute mal 99.999 % der Leserschaft hier,  hat von Olbers noch nie was gehoert ...

aber es gibt auch so genuegend Theorien, die von der Endlichkeit ausgehen

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Kommentar von sgn18blk
03.02.2016, 15:16

Welche denn noch, wenn ich fragen darf? Würde das gerne wissen

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Na ja, das war vielleicht etwas übertrieben und dick aufgetragen: „Unendlichkeit“ ist ein großes Wort. Inzwischen sind sich die Wissenschaftler gar nicht mehr so sicher, ob das Universum wirklich unendlich groß ist. Vielleicht ist es nur einfach sehr, sehr groß. Angefangen hat es jedenfalls mit einem großen Knall – zumindest da sind sich inzwischen fast alle Wissenschaftler einig. Fangen wir daher doch einfach mal am Anfang an.

Wie man sich den Urknall vorstellen soll? Schwer zu sagen. Ein kluger Schriftsteller hat mal geschrieben: „Am Anfang war das Nichts. Und das ist dann explodiert.“ Wissenschaftler drücken das etwas anders aus: Mit dem „Big Bang“ – wie man den Urknall im Englischen bezeichnet – begannen Raum und Zeit. Moment mal! Raum und Zeit sollen da entstanden sein? Genau: Da ist nicht plötzlich in einem vorher leeren Weltraum eine ganze Menge Materie und Energie explodiert. Sondern der Raum selbst entstand erst in dieser Sekunde. Und auch die Zeit.

Über diese Sätze sollte man vielleicht nicht zu lange nachdenken – man kann davon geradezu Kopfschmerzen bekommen. Jedenfalls: Man hat inzwischen sehr genau gerechnet und gemessen – und dabei festgestellt: Alle Galaxien entfernen sich immer weiter voneinander und der gesamte Weltraum dehnt sich anscheinend immer weiter aus. Das – und vieles andere – spricht für die Urknall-Theorie. Denn wenn alles in alle Richtungen auseinander strebt, kann man natürlich – wenn man dabei die Geschwindigkeit messen kann – leicht zurückrechnen, wann das alles noch ganz dicht zusammen war. So ist man sich inzwischen recht sicher, dass der Urknallvor etwa 13,7 Milliarden Jahren stattgefunden haben muss. Und zwar an einem Donnerstag-Nachmittag so um halb vier. Nein, das mit dem Donnerstag stimmt natürlich nicht. Das ist nur einer der kleinen Späße, mit denen wir euch als Leser von DLR_next bei Laune halten wollen – damit das Lesen eben auch dann Spaß macht, wenn’s mal um etwas komplizierte Dinge geht.

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Kommentar von Bestie10
03.02.2016, 15:14

Im Anfang war der Wasserstoff, so der Titel eines damals sehr populaeren Schriftstellers, Hoimar von Ditfurth

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