das universum "expandiert"? aber wohin expandiert es denn nun?

10 Antworten

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Das Universum dehnt sich aus, aber dafür braucht es kein "wohin". Selbst ein unendliches Universum könnte sich ausdehnen. Die Ausdehnung (Expansion) meint kein "wohin", sondern ein Größerwerden der Abstände.

Beispiel zur Veranschaulichung: Denke dir eine Gerade (das wäre sozusagen ein 1-dimensionales Universum) und markiere darauf einen Nullpunkt und davon ausgehend die übrigen Zahlen. So erhälst du eine Zahlengerade.

Ordne nun jedem Punkt p den Punkt f(p)=2·p zu. Dein Nullpunkt bleib wo er ist, z.B. 1/3 landet dann auf f(1/3)=2/3, die 1 landet auf f(1)=2, etc. Die Funktion f vergrößert die Abstände auf der Geraden: es gilt immer, dass f(p) und f(q) weiter voneinader entfernt sind als p und q.

f bewirkt eine Expansion deines 1-dimensionalen Universums, obwohl dieses unendlich ist. Und diese Expansion benötigt kein "wohin": Für jeden Punkt p liegt f(p) auf deiner Geraden. Man könnte auch sagen, deine Gerade (dein 1-dimensionales Universum) expandiert in sich selbst hinein.

So ähnlich ist das mit der Expansion des Universums: Es braucht kein "wohin" zum Expandieren.

PS: Sowohl "Urknall" als auch "Expansion des Universums" sind Schlagworte bei wikipedia. Lies da mal nach.

also heißt dass das alle planeten oder alle sachen im universum ihren abstand nach allen seiten gleichzeitig irgendwie in die tiefe(?) ausdehnen? aber die abstände zu mond und so bleiben doch oder werden wir alle größer?

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@omnia

"also heißt dass das alle planeten oder alle sachen im universum ihren abstand nach allen seiten gleichzeitig irgendwie in die tiefe(?) ausdehnen?"

Im Prinzip ja, aber:

"aber die abstände zu mond und so bleiben doch oder werden wir alle größer?"

Es gibt da auch Abstandsänderungen, die sind aber mW auf andere Effekte zurückzuführen. Die Expansion des Universums macht sich erst über sehr große Distanzen bemerkbar. Und zwischen Erde und Mond etc wirken ja auch noch Anziehungskräfte. In welcher Größenordung sich da die Expansion bemerkbar macht, da bin ich überfragt.

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Ausdehnung braucht keine Richtung - da hat notizhelge schon ein relativ gutes Veranschaulichungsbeispiel geliefert. Allerdings ist das ein wenig kontrovers: Wie kann man einfach so von einem unendlichen Universum ausgehen? Das ist nicht mal geklärt - der Vergleich ist anschaulich, allerdings kann man über den Wahrheitswert keine Aussage treffen.

Zu den schwarzen Löchern:

Schwarze Löcher sind Objekte, die sehr, sehr massereich sind (mehrere tausend Sonnenmassen und mehr). Das heißt unweigerlich, dass sie ein enorm starkes Gravitationsfeld besitzen, also eine sehr große Umgebung, in der sie andere Objekte anziehen. Je mehr Masse ein Objekt hat, desto stärker ist seine Gravitationskraft (Anziehungskraft). Deswegen kreist die Erde beispielsweise um die Sonne, und nicht umgekehrt (Für diesen Gedanken wurde man früher geköpft).

Wenn ein Objekt irgendwann so viel Masse hat, dass es ein schwarzes Loch wird, so wird sogar pures Licht "angezogen", was erklärt, warum diese "Löcher" schwarz sind: Dort wird kein Licht reflektiert, deswegen ist dort "nichts" zu sehen.

Gravitation beeinflusst im übrigen auch die Raumzeit (was das ist, googlest du am besten mal, Stichwort: Einstein, RT). Das heißt, je massereicher ein Objekt ist, desto stärker krümmt es die Raumzeit. Der Raum verändert sich in seiner Nähe und die Zeit auch. Speziell vergeht z.B. Zeit in der Nähe eines schwarzen Loches langsamer als in der Nähe eines anderen Objekts. 

Ob das Universum einen Anfang und/oder ein Ende hat, ist nicht geklärt. Wenn viele oder gar die meisten Wissenschaftler die eine oder andere theorie für wahrscheinlicher halten, so ändert dies nichts am Wahrheitsgrad.

Meines Erachtens ist das Universum ohne Anfang und ohne Ende. Also nach beiden Seiten der Zeitskala unendlich. Wenn man von einem Urknall ausgeht, bleibt man die Antwort auf die Frage schuldig, wie der Zustand entstanden ist, damit es zum Urknall kommen konnte.

Diese Frage ist nur dadurch zufriedenstellend zu beantworten, wenn man den Urknall nicht als Beginn, sondern als eine der Zwischenstationen begreift. Gleiches gilt für das "Ende" des Universums (egal wie es aussehen soll), das auch kein Ende sein wird, sondern ein Zwischenstadium für einen neuen Zustand.

Wir leben in und mit Unendlichkeiten. Wen stört es, dass das Universum unendlich ist? Und das nicht nur räumlich.


Das Universum hat ein Anfang und auch ein Ende. Es ist etwa 13.75 Milliarden alt, oder 78x10 hoch 9 Lichtjahre gross. Darunter kann man sich natürlich nicht viel vorstellen. Um zu wissen, was "ausserhalb" des Universums ist, müsste man weiter als bis zum Big-Bang zurück schauen können. Das geht leider nicht, da erst nach etwa 300´000 Jahren das Universum für Licht transparent wurde. Die kosmologische Hintergrundstrahlung ist die letzte Instanz die wir sehen. Alles was dahinter liegt, besteht nur aus Hitze und Strahlung, aus welchem man keine "vernünftigen" Informationen (wie Licht) erhält. Es ist ein ziemlicher "anonymer, gesichtsloser, identitätsloser Brei". Natürlich kann man spekulieren, ob es ein Ausserhalb gibt. Die klassische Standarttheorie geht davon aus, dass unser Universum sich ins Nichts ausbreitet. Das Nichts ist auch nichts, zappenduster, perfektes Vakuum, keine Materie einfach Nichts! Man darf sich dieses Nichts auch nicht als Raum vorstellen, denn er mit der Expansion unseres Universum kann man von Raum (und Zeit) sprechen. Doch diese Theorie hat so ihre "Fehler", da die klassische Big-Bang-Theorie erst nach der Planck-Zeit zu greifen beginnt. Alles was vorher war, wird mit einer (mathemtischen) Singularität beschrieben. Seit den 90er Jahren hat die Stringtheorie an Popularität gewonnen, namhafte Physiker und Mathematiker haben sich dieser Theorie verschrieben. Nach deren Ansicht, ist unser Universum in einen kalten und unendlichen Raum hinein geboren worden. Also, genau das Gegenteil wovon die klassische Theorie ausgeht. Der Stringtheorie zurfolge muss man lange vor dem eigentlichen Big-Bang ansetzen, erst diese vorherigen Zustände haben unser Universum zum "Leben" erweckt. Diese Theorie ist ziemlich schwer zu verstehen, sogar die Wissenschaftler haben ihre Mühe damit. Falls dich dies interessiert, google mal nach der M-Theorie. Diese Theorie wurde von Edward Witten verfasst, er wird sogar als der neue Einstein gehandelt. Dann gibt es noch die Theorie der Multiversen. Nach dieser Theorie kollidierten zwei Universen im Hyperraum, dadurch soll unser Universum entstanden sein. Wenn du Multiversen googelst, kannst du auch viele Arbeiten darüber lesen. Denn hier ist zu wenig Platz, um wirklich darauf eingehen zu können. Nach zum Schluss; Alle Theorien bestehen meistens auf mathematischen Berechnungen, da es schwierig ist, Beweise dafür zu finden, was genau zu dem Urknall geführt hat. Falls du 15 Minuten Zeit hast, gucke mal das Video, ist sehr gut erklärt, auch wenn der Physiker nur von der Standarttheorie ausgeht. Er zeigt jedoch die Probleme auf die entstehen, wenn man etwas über den grossen Knall (der übrigens niemand gehört hat ;o))erfahren möchte! http://www.br-online.de/br-alpha/alpha-centauri/alpha-centauri-big-bang-2001-ID1... Ps: Auch wenn das Video beinahe 10 Jahre alt ist, hat es an der aktuellen Problematik kaum etwas verloren :o)

Die Idee dabei ist das es vor dem Urknall weder Raum noch Zeit gab. Dies würde bedeuten das es hinter dem Universum nichts gibt. Was ich mir selber nur schwer vorstellen kann.

Wohin die Materie gerät wenn es von einem Schwarzen loch verschluckt wurde, kann man sich am besten wie folgt denken.

Stell die vor du hast einen kaputten luftballon. du nimmst ein teil des Ballon und ziehst ihn einigermaßen Stram an beiden oder jedem ende. Nun lass eine größere Murmel auf dieses Gummi nieder. Wenn man nun unter dieses Gummi schaut, sieht man eine beule in der mitte des Gummis. Jetzt stell Dir vor die Murmel ist eine Kannonenkugel aus blei, die Beule wird noch größer nach unten hin. Wenn man nun das gewicht in der mitte des Gummis immer weiter vergrößert, hängt unten irgendwann soviel gewicht drin, das sich die beule nach unten ausdehnt und die oberen Seiten ziehen sich soweit zusammen, das es aussieht wie ein Loch. Was in dem Loch ist kannst du nicht mehr sehen, denn oben ist es nun so eng das man den grund nicht mehr sehen kann. Die Materie ist nicht weg sie sammelt sich nur in einem riesigem Trichter Und da Masse eine andere Masse anzieht stopft sich das Schwarze Loch immer voller, sofern Materie in reichweite seiner Gravitaion kommt.

Alles begann mit dem Urknall und endet im "Big Rip". Big Rip kannste Googlen da dürftest du einiges finden :c)

Ich habe ein haufen Material dazu hier. Kann man hier nur so schlecht zugänglich machen. Eine Interessante Frage.

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@Himb33rtoni

Big Rip ist nur eine Theorie, es gibt ja auch noch den anderen eventuellen Tod :)

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@philosophus

manchmal wäre mir so ein bigripp garnichtmal so ungelegen.. man stirbt bestimmt völlig schmerzfrei. was will man mehr. aber egal ich bin nicht suizidal nur hab ich das leben oftmals sehr über..

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@omnia

und dieser andere eventuelle tod ist das eine weitere theorie vergleichbar mit bigrip?

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