Wird das schwarze Loch größer durch die angesogene Materie?

8 Antworten

Punkt (1) wurde ja bereits erläutert. Es ist in der Tat so, dass man zwei Definitionen für die Ausmaße eines schwarzen Lochs festlegen kann und das ist einmal der sogenannte Schwarzschild-Radius, hinter dem des sozusagen kein Entkommen mehr aus dem schwarzen Loch gibt. Dieser ist abhängig von der Masse, ergo wird das schwarze Loch im Sinne seines Schwarzschild-Radius anwachsen, wenn es mehr Masse aufnimmt. Da wir also (von außen) keine Informationen darüber erhalten können, was dahinter geschieht, da nichtmal Licht diese Schwelle zu überschreiten vermag, stützen sich entsprechende Informationen auf theoretische Modelle und nicht auf Beobachtungen, das heißt aber nicht unbedingt, dass wir nicht "wissen", wie der Aufbau sein wird, eine 100% Sicherheit gibt es nur offensichtlich nicht. Klassisch erwartet man, dass sich alle aufgenommene Materie im Kern des schwarzen Lochs in einer sogenannten Singularität zusammengeklumpt aufhält. Diese Singularität ist ein mathematisch-theoretisches Konstrukt und könnte in der Realität durchaus ausmaße haben, wahrscheinlich in der Größenordnung der Planck-Länge. Der genaue Funktionale Zusammenhang des Radius von der Masse ist derweil nicht bekannt, da eine Vereinigung von Allgemeiner Relativitätstheorie und Quantenfeldtheorie weiterhin fehlt (und die Ausmaße werden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht exakt die Planck-Länge sein), eine Vergrößerung mit der enthaltenen Energie bzw. Masse wäre nach meiner Ansicht aber denkbar. Dies ist dann die zweite mögliche Definition für die Ausmaße eines schwarzen Lochs.

Eigentlich eingehen, wollte ich aber auf Punkt (2), da hier bisher keine gute Antwort gegeben wurde. Dunkle Materie ist all jene Materie, welche kein Licht (oder allgemeiner elektromagnetische Strahlung) aussendet und darum für uns (abgesehen von gravitativer Wechselwirkung) unsichtbar bleibt. Es hat sich in den vergangenen Jahren eine Ansicht durchgesetzt, nach welcher es sich bei der dunklen Materie wahrscheinlich zum größten Teil aus bisher nicht im Standardmodell enthaltene Teilchen handelt, dies negiert aber in keiner Wiese die Tatsache, dass schwarze Löcher selbst definitiv Teil der dunklen Materie sind, da sie (zumindest direkt) keinerlei elektromagnetische Strahlung abgeben (beim Einsaugen erhitztes Gas kann das natürlich durchaus). Die Hypothese, dass es sich bei der dunklen Materie (zu einem signifikanten Anteil) um Objekte wie schwarze Löcher oder andere sehr Lichtschwache Himmelskörper (z.B. Rogue-Planeten oder Braune Zwerge) handelt ist daneben zwar heutzutage unpopulär geworden aber nach meinem Kenntnisstand auch nicht 100% ausgeschlossen.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Master of Science mit Astrophysik-Profil

Sehr gute Antwort. Trifft zu 100% auch meine Überlegungen. Danke dafür!

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Das Schwarze Loch wird durch die zunehmende Masse und damit auch zunehmende Gravitation insofern grösser, was den Ereignishorizont betrifft. Das ist die Grenze, an der Lichtquanten gerade noch entkommen.

Die Masse selbst, egal wie viel das Schwarze Loch enthält, ist auf einen winzig kleinen Punkt konzentriert, die sog. Singularität.

Woher ich das weiß:Recherche
  1. Wahrscheinlich ja. Genauso wie eine Sonne wächst wenn etwas rein fällt. Wenn eine Sonne sich in ein schwarzes Loch verwandelt, dass wird sie kleiner und leuchtet nicht mehr. Ihre Anziehungskraft und Masse bleiben so wie vorher. Wenn Planeten um die Sonne herumgekreist sind kreisen sie nun um das schwarze Loch herum. Ein schwarzes Loch ist kein Staubsauger.
  2. Mir fällt kein Zusammenhang ein.

Da wir nicht wissen was in einem schwarzen Loch passiert, können wir das nicht sagen. Es gibt auch die Theorie, dass die Materie auf der anderen Seite des schwarzen Loches wieder "ausgespuckt" wird. Auf der anderen Seite wäre das eine Singularität, die Materie auswirft. Unter Umständen in einer einzigen Eruption, wenn eine bestimmte Masse erreicht wird. Singularität, Masseauswurf - klingt alles sehr nach Urknall. Vielleicht ist jedes schwarze Loch in unserem Universum die Quelle eines neuen Universums.

Diese Theorie ist keine allgemein akzeptierte. Es gibt keine Beobachtungsergebnisse, welche sie stützen.

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@grtgrt

Bis jetzt gibt es aber auch keine Ergebnisse, die sie definitv widerlegt. Das sie nicht allgemein anerkannt ist, könnte auch daran liegen, dass die Idee relativ neu ist.

Zudem ist die Frage was "allgemein akzeptiert" genau bedeutet. Sogar die Evolutionstheorie, eine der am besten belegten Theorien und schon über 150 Jahre alt, wird von vielen Menschen nicht akzeptiert.

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@Panazee

Na ja: Relativ neu ist die Idee keineswegs. Soweit ich weiß, wurde sie auch von niemand ernsthaft aufgegriffen.

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@grtgrt

Naja, dass ein schwarzes Loch die Materie "am anderen Ende" durch ein weißes Loch wieder ausspucken könnte, haben ja schon Einstein und Rosen vermutet. Die Idee, dass wir quasi im Inneren eines schwarzen Loches aus einem 5-dimensionalen Universum leben ist aber sehr neu. Also die Idee, dass so neue Universen entstehen ist nicht sonderlich alt.

Die ältesten veröffentlichten Artikel, die ich dazu finde, sind ca. 10 Jahre alt.

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@Panazee

Es gibt im Web eine Notiz mit dem Titel "Steven Hawking ist überzeugt: Weiße und Schwarze Löcher sind ein und dasselbe. Penrose aber denkt: Es gibt keine Weißen Löcher."

Google findet sie sicher.

Rein theoretisch, so habe ich mal gelesen, kann man ein Weißes Loch (in seiner Eigenschaft als physikalisches Modell) auffassen als ein sich in der Zeit zurückentwickelndes Schwarzes Loch.

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1. Der Schwarzschild Radius wird grösser. Was dahinter ist wissen wir nicht.

2. nein. Schwarze Löcher interagieren mit Materie und Licht. Dunkle Materie hat nur Gravitation.

Woher ich das weiß:Hobby – Hobby Beschäftigung mit dem Thema.

Schwarze Löcher agieren nur über ihre Masse mit Licht und das ist auch eine der beliebtesten Arten (Gravitationslinseneffekt) um dunkle Materie aufzuspüren. Faktisch sind schwarze Löcher darum sogar Teil der dunklen Materie.

Nachzulesen z.B. auch hier: https://en.wikipedia.org/wiki/Dark_matter#Composition_of_dark_matter:_baryonic_vs._nonbaryonic

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@Astrobiophys

Gut. Im gewissen sinne muss ich dir recht geben. Wobei schwarze löcher anscheinend noch als barionisch zählen und entsprechend eher unwarscheinlich ist das sie die dunkle materie erklären.

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