Das Problem der Endlagerung?

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4 Antworten

Hallo ImpactQ, 

Das Problem der Endlagerung ist nicht lösbar. Der homo sapiens ist vor ca. 200.000 Jahren entstanden. Die Geschichte dieser Zeitperiode ist weder im Nachherein, noch im Vorherein für den Menschen überschaubar. Selbst wenn wir uns die ganz kleine Zeitperiode von 100 Jahren vorstellen: Was von den sozialen, politischen, kulturellen Zuständen unserer heutigen Zeit war vor 100 Jahren überhaupt absehbar?

Und mit der Lagerung von Atommüll geht es um Zeiträume, die die bisherige Existenz der Menschheit um ein Vielfaches übersteigt. Bereits 1977 hat Robert Jungk in seinem Buch "Der Atomstaat" dargestellt, dass die Aufgabe, den produzierten Atommüll sicher zu verwahren, zu politisch unerträglichen Zuständen führen wird. Denn durch eine solche Aufgabe wird die Freiheit der historischen Entwicklung eingeschränkt.

Rein technisch werden ja vor allem die Alternativen a) einer vollständigen dauerhaften Trennung von der Biosphäre oder b) einer Deponierung, die dauerhafte "Aufsicht" benötigt.

Jeder der sich auch nur ein bisschen mit Geologie geschäftigt hat, wird zum Ergebnis kommen, dass eine vollständige dauerhafte Trennung von der Biosphäre nicht möglich ist. Jeder Salzstock hat einen Auftrieb, der ihn nach und nach an die Oberfläche bringt, wo er mit Wasser in Berührung kommt, das ihn aufbrechen wird. Kein Gestein ist vor Veränderung sicher. Die Geologen betrachten die Veränderungen in der Erdkruste als eine Art verlangsamter Flüssigkeitsbewegung. Das bedeutet: es ist alles in Bewegung, nicht ist so stabil, dass es über die geforderten Zeiträume absehbar unverändert bleibt.

So großartige Ideen, den Atommüll in den Weltraum zu schießen, die von ahnungslosen Politikern gelegentlich leichtfertig in die Welt gesetzt werden, verbieten sich alleine wegen des Unfallrisikos. Man stelle sich bloß einmal vor, eine Rakete mit hochradioaktivem Müll würden in der Athmosphäre explodieren - dann Gute Nacht!

Auch Bakterien, die den Atommüll fressen, sind nicht in Sicht. Ganz abgesehen davon liegt hierin ein Denkfehler: Die radioaktiven Stoffe werden nicht dadurch ungefährlich, dass man sie in chemischen oder biologischen Reaktionen mit anderen Stoffen verbindet. Plutoniumazetat unterscheidet sich hierin nicht von Plutoniumoxid usw. Das eine sind chemische oder biochemische Vorgänge, das andere ist ein physikalischer Vorgang. Auch hier ist keine "technische" Lösung in Sicht.

Es wird nichts anderes bleiben, als das Zeug dauerhaft zu deponieren, um die Gefahren zu wissen und die kommenden Generationen darüber zu unterrichten, alle paar Jahrzehnte die Containments zu erneuern, und zu zahlen, und zu zahlen, und zu zahlen - soviel zur "billigen" Atomenergie!

Das allerschlimmste aber ist, dass wir hier über die Endlagerung von "greifbaren" Mengen Atommülls reden, dem Atommüll, der heute in den bestehenden Atomkraftwerken zusammen aufzufinden ist, und dabei völlig übersehen, dass wir die halbe Welt bereits jetzt zu einer völlig unkontrollierten Atommülldeponie gemacht haben. Angefangen mit den Deponien des radioaktiven Staubs, der beim Zermahlen des Gesteins entstanden ist, aus dem das Uran extrahiert worden ist und der oberirdisch gelagert, dem Wind und Wetter ausgesetzt sich so langsam, aber sicher auf die weitere Umgebung verteilt, dann weiter über die Verklappung von radioaktiven Abfällen in allen Weltmeeren, v.a. das Nordmeer, aber seitens England und Frankreich auch in der Nordse und im Atlantik, bis hin zu den Unfallruinen der diversen GAUs und Super-GAUs.

Gruß Friedemann

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Kommentar von ImpactQ
06.03.2016, 14:57

Hi

erstmal danke für die sehr ausführliche Antwort :)

Meine Hausarbeit, die ich über das Thema Atommüll geschrieben habe, habe ich schon abgegeben. Da ich aber morgen die Mündliche Prüfung halten muss, dachte ich mir das du mir vielleicht etwas helfen könntest indem du mir einige Fragen beantwortest :) 

Die da wären :

Was sprach überhaupt für den Einstieg in die Atomenergie?

und

Wie ist die Entwicklung nach Vorfällen wie Fukushima?

Danke im Voraus :)

Gruß Josh 

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Atommüll:

In einem deutschen KKW ergibt sich jährlich etwa 23 t
hochradioaktiver Müll ("abgebrannte" Brennelemente). Die
deutsche Industrie (auch Photovoltaik-, Halbleiter)
produziertjährlich 820 Mio.t CO2 (etwa 1/3 für Strom) und 50.000 t
chemisch hoch giftigen/krebserregenden Sondermüll, welcher nicht
verbrannt werden kann. Dieser Sondermüll wird in den 6 BRD
Endlagern, z.B. der Untertage-Sondermülldeponie Herfa-Neurode (siehe
Inter-Netbei Wiki), endgelagert. Sämtliche Flugasche,
Verbrennungs-Stäube der Filteranlagen von Kohle- , Müllverbrennungs-
oder Sondermüllverbrennungs-Kraftwerken landet ebenfalls in einem
chemischen Endlager, nochmals verbrennen ist nicht sinnvoll. In
Herfa-Neurode haben sich so schon 700.000 t hoch
krebserregend-giftiges Dioxin und Furan haltige Filterrückstände
angesammelt.(toxcenter.org/artikel/Herfa-Neurode-groesste-Sondermuelldeponie-der-Welt.php).
Nur auf Herfa Neurode bezogen stehen also 17 mal 23 t (etwa 400t)
hoch aktiver Nuklear-“Müll“ den etwa 50.000 t hoch chemisch
giftigen Abfällen der Chemie- und Verbrennungs-Technik gegenüber.

Abgebrannte Brennelemente sind nach 300 000 Jahren
wegen der Radioaktivität (Halbwertszeitenprinzip) auf ein
radio-giftigkeits Niveau von natürlichem Uranerz (Pechblende)
abgeklungen (schau hierzu mal im Netz unter radiotoxicity).
Der nukleare Abfall aus der nuklearen Mülltrennung
(Wiederaufbereitungsanlagen aus z.B. Sellafield, Le Hage) ist nach 10
000
Jahren auf dem radio-giftigkeits Niveau von Pechblende
abgeklungen. Durch das Abtrennen vom mittel-radioaktiven Plutonium
und dem sehr schwach radioaktiven Uran verbleiben nur noch die hoch
radioaktiven Spalt-Produkte und die mittel-radioaktiven
Minor-Actinide (ohne U, Pu). Somit wird der hochaktive nukleare Müll
der KKW um den Faktor 20 reduziert (siehe bei Wiki nach
„Wiederaufarbeitung“). Wendet man das auf die 17 KKW der BRD an,
fallen nicht mehr 400t Atom-Müll pro Jahr an, sondern nur noch 20 t
pro Jahr (hochradioaktiver Abfall jetzt aber nur noch die
Spalt-Produkte + Minor-Actinide). Weiter verringert das Abtrennen
(Wiederaufarbeiten) die Lagerzeit des Abfalls um den Faktor 10.

Bei einer alternativen Reaktortechnik (schnelle
Reaktoren,Flüssigsalz-Reaktor, homogene
Fluid-Reaktoren,ww.Energyfromthorium.com,Dual-Fluid-Reaktor.de/technik/prinzip)
würden nur noch die Spalt-Produkte als Abfall anfallen. Der nukleare
Müll solcher alternativen Reaktor-Typen ist bereits nach etwa 500
Jahren
auf das radio-giftigkeits Niveau von Pechblende
abgeklungen. Das ist möglich, da alle Transurane (Minor-Actinide) im
Reaktor verbleiben und dort vom schnellen/epithermischen
Neutron-Fluss gespalten/ transmutiert werden. Somit nutzt man die
Minor-Actinide wie das Uran-235 oder das Plutonium-239 (Siehe unter
Transmutation ).

Bei den chemischen Giftstoffen, wie den hoch
krebserregenden Dioxin, Furan,... der Verbrennungs-Technik ist nicht
mit einer Zersetzung zu rechnen. Chemikalien zerfallen leider nicht
wie radioaktive Stoffe. Somit verbleiben diese hoch gefährlichen
Abfälle für immer.

Leider wurde 2005 unter den SPD/Grünen die nukleare
Mülltrennung (Wiederaufbereitung), auch die deutscher Abfälle im
Ausland, verboten. Interessanter weise lagert die BRD chemisch
hochgiftige Abfälle des Auslandes gegen Geld ein. Damit haben die
Grünen kein Problem. Weiter wurde das größte chem. Endlager
weltweit (Fläche Münchens inklusive Autobahnring) in Herfa Neurode
vom damaligen hessischen Umweltminister Joschka Fischer 1986
genehmigt und als "Juwel"
bezeichnet:-)[ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13520557.html].
Also, wer "GRÜN" wählt, wählt chemische Endlager (die
zweifellos notwendig sind).

Zur chemischen Endlagerung:

de.nucleopedia.org/wiki/Endlagerung#.C3.9Cberblick,de.wikipedia.org/wiki/Endlager,
de.wikipedia.org/wiki/Müllverbrennung,
ww.focus.de/politik/deutschland/sondermuell-ab-ins-bergwerk_aid_152486.html,
ww.badische-zeitung.de/elsass-x2x/wohin-mit-dem-hochgiftiger-sondermuell-aus-wittelsheim—36297444.html,ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13489952.html,toxcenter.org/artikel/Herfa-Neurode-groesste-Sondermuelldeponie-der-Welt.php,ww.eon-energyfromwaste.com/Umwelt/133.aspx,
ww.spiegel.de/wirtschaft/gefaehrlicher-goldabbau-ein-ehering-produziert-20-tonnen-giftmuell-a-542725.html,
ww.dw.de/zerstörte-umwelt-der-preis-des-goldes/a-15295336undvielemehr.
Schaut einfach mal im Netz unter SondermüllBergwerk,Joschka
Fischer Herfa Neurode, Filterstaub Bergwerkt
....

Resultat: Jede Energietechnik verursacht Müll, welcher
endgelagert werden muss. Die Frage ist nur, welche Technik macht den
geringsten Aufwand und Umfang pro erzeugte kWh-Strom. Hier schneidet
die Kernenergie wegen der weit größeren Energie- und
Leistungs-Dichte deutlich besser ab als die politisch „Erneuerbaren“
oder die Verbrennungstechnik.

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Kommentar von ocin1
02.03.2016, 09:52
6 chemische Endlager in der BRD,alle in alten Salzbergwerken,

wie die ASSE

Man bedenke, dass es in der BRD 6 chemische Endlager gibt, die
schon seit langem betrieben werden.Interessanter Weise sind diese 6 chemischen Endlager alle in Salzgesteinen, wie auch das nukleare
"Endlager" ASSE.

1. Herfa Neurode /Hesen (altes Kalisalz-Bergwerk)

2.Heilbronn / Baden-Württenberg (altes Salzbergwerk)

3. Zielitz/Sachsen-Anhalt (altes Kalisalz-Bergwerk)

4. Borht-Niederreihn/ Nordreihn-Westfalen (altes
Salzbergwerk)

5. Riedel /Niedersachsen (altes Salzbergwerk)

6. Sondershausen /Thüringen (altes Kalisalz-Bergwerk)

Es stellt sich nun die objektive Frage,wenn die Endlagerung in
Salz "ganz klar gefährlich sei",so wie es von unseren Medien und unserer Politik am Beispiel der ASSE gerne verdeutlicht
wird, warum gibt es dann über die 6 chemischen Endlager, welche auch in Salzgestein liegen, keine vergleichbare Medienpräsenz?

Hier kann es eigentlich nur 3 logische Antworten geben:

1- Die Probleme der ASSE werden aus politischen Gründen maßlos
übertrieben und restlos einseitig behandelt.

2- Über die Probleme der 6 chemischen Endlager wird mit Absicht
nicht in Medien und Politik berichtet. Die Endlagerung wäre dann
keine Besonderheit der Kernenergie, was sie ja auch nicht ist. Das
bedeutet aber, dass die Deutschen seit Jahren von den Medien und der Politik belogen werden.

3- Die Probleme der ASSE sind auf die ASSE selbst begrenzt und
stellen somit das Endlagerkonzept in Salzgestein nicht in Frage. Die
6 chemischen Endlager in Salzgestein sind ein praktischer Beleg für
die gut Umsetzbarkeit.

Das größte chem. Endlager weltweit (Fläche Münchens inklusive
Autobahnring) in Herfa Neurode wurde vom damaligen hessischen
Umweltminister Joschka Fischer 1986 genehmigt und als "Juwel"
bezeichnet [ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13520557.html].
Also, wer "GRÜN" wählt, wählt chemische Endlager (die
zweifellos notwendig sind).

Quellen:

de.wikipedia.org/wiki/Endlager
,de.wikipedia.org/wiki/Müllverbrennung
,ww.focus.de/politik/deutschland/sondermuell-ab-ins-bergwerk_aid_152486.html,ww.badische-zeitung.de/elsass-x2x/wohin-mit-dem-hochgiftiger-sondermuell-aus-wittelsheim--36297444.html,
ww.spiegel.de/spiegel/print/d-13489952.html
,toxcenter.org/artikel/Herfa-Neurode-groesste-Sondermuelldeponie-der-Welt.php,
ww.eon-energyfromwaste.com/Umwelt/133.aspx
,ww.spiegel.de/wirtschaft/gefaehrlicher-goldabbau-ein-ehering-produziert-20-tonnen-giftmuell-a-542725.html,
ww.dw.de/zerstörte-umwelt-der-preis-des-goldes/a-15295336,ww.beobachter.ch/natur/umweltpolitik/natur-umweltschutz/artikel/sondermuell_aus-den-augen-aus-dem-sinn/,ww.deutschlandfunk.de/im-fegefeuer-der-konsumgesellschaft.740.de.html?dram:article_id=111876,ww.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/leben/detail/-/specific/Reste-von-Chemiewaffen-aus-Syrien-landen-in-Kalischacht-in-Sondershausen-1582229580

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Es geht sicher um Atommüll.

Eine Pyramide bauen. Die hält sehr sehr lange. Wenns mal Probleme geben sollte, dann kommt man da auch wieder dran, im Gegensatz zu einem unterirdischen Stollen.

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Ein grosses Problem ist wie man zukünftige Generationen vor dem "Müll" schützt.

Unsere Zivilisation ist jetzt ca 10000 Jahre alt, aber wie Beschreibe ich eine Gefährdung das diese die nächsten 100000 Jahre lesbar oder erkennbar bleibt ??????

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