''Das neunjährige Mädchen soll missbraucht worden sein'' das Analyse dieses Satzes?

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7 Antworten

Die Frage ist eher wo das Wort steht. In diesem Zusammenhang geht es einfach nur darum, dass sich die Verfasser des Artikel nicht zu 100% sicher sind. Da diese Aussage nur von ihr oder einem anderen Zeugen kommt und daher nicht unbedingt wahr sein muss. Daher bedeutet "soll" in diesem Fall soviel wie "vermutlich".

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Kommentar von Leminee
05.05.2016, 02:55

Ausnahmesweise bin ich nicht stolz auf meine Frage, weil ich hätte bemerken können, dass es einfach um eine Information, die nicht sicher ist, handelt und in diesen Fallen wird ''sollen'' immer verwendet. Das ist zum Beispiel nicht der Fall auf Englisch und Französisch wird eher das Verb in einer anderen Zeit konjugiert :)

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Leminee, du störst dich zurecht an dem Wort "sollen".

Die Presse muss so formulieren, bis ein Gericht rechtskräftig festgestellt hat, dass das Mädchen missbraucht worden ist.

Bis dahin gilt die juristische Unschuldsvermutung, die besagt, dass ein Täter als unschuldig gilt, solange er nicht verurteilt ist.

Die Medien müssen daher bei solchen Meldungen zu sprachlichen Kniffen greifen. Selbstverständlich gehen sie und die Leser davon aus, dass der Vorfall passiert ist. Aber sie dürfen es nicht so schreiben.

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Oder es heißt, dass diese Anschuldigung besteht, ob mit oder ohne Beweise ist egal. Das ist sowas wie "Hörensagen". Oder um nicht zu sagen "das war so", da die Unschuldsvermutung greift. Also jemand so lange als unschuldig gilt, bis das Gegenteil bewiesen wurde. Das "soll" vermittelt somit etwas "wischiwaschi" - es mildert ab, es klingt nicht so hart. Für genaueres sagen zu können bräuchte man mehr Zitat.

Anders verhält es sich bei dem Wort "Misshandlung" oder wenn sowas kommt wie "hat sich an xxx vergangen". Das hört sich so harmlos an, heißt aber in den meisten Fällen "Vergewaltigung" oder geht in die Richtung "verprügeln" (egal ob körperlich oder seelisch).

In deinem Fall würde ich es persönlich so übersetzen: "Das neunjährige Mädchen wurde anscheinend (oder man ist sich dessen sogar sicher) vergewaltigt". Mir scheint, das Zitat stammt wahrscheinlich aus einem Zeitungsbericht. Darum geht es darin wohl: dass über eine gerade aufgedeckte Tat berichtet wird oder die zugehörige Gerichtsverhandlung kurz bevor steht und darüber berichtet wird oder der Prozess gerade läuft. Letzteres finde ich nicht so wahrscheinlich, weil dann eher anders formuliert wird (so nach dem Motto "ihm wird vorgeworfen...").

In deinem Zitat sind also mehr Worte uneindeutig. Kannst du mal mehrere Sätze oder noch besser alles zitieren?

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Kommentar von BarbaraHo
05.05.2016, 03:13

Hier bezieht sich die Aussage auf das Foto von dem Mädchen. Es heißt also, dass dieser geschilderte Vorfall diesem Kind passiert ist (und nicht einem anderen). Aber anscheinend hat das Kind noch richtig Glück gehabt, da nicht "so viel" passiert ist. Das soll jetzt nicht heißen, dass es nicht so schlimm wäre. Es ist extrem schlimm, keine Frage. Aber das, was noch alles hätte passieren können... daran darf ich jetzt nicht denken, sonst raste ich aus. Obwohl ich eigentlich schon genug Grund zum ausrasten hätte. Kinder sind einfach tabu. Und das wurde schon gebrochen.

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Kommentar von BarbaraHo
05.05.2016, 03:14

Der Täter darf mir also nicht begegnen....

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Kommentar von BarbaraHo
05.05.2016, 09:37

:-D neee. Es gibt Sachen, die bekommst du mit der Zeit mit. Oder du fragst nach (und das hast du ja gemacht).

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Der Verfasser des Satzes ist nicht sicher, ob das tatsächlich so statt gefunden hat. Daher auch dieses "worden sein"...

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Kommentar von Leminee
05.05.2016, 20:33

Habe gerade diesen Satz gelesen:  

''Der Angriff soll von syrischen oder russischen Kriegsflugzeugen geflogen worden sein. Dafür gibt es aber noch keine Bestätigung.''   

Sie hätten diesen zweiten Satz nicht schreiben können...

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Dazu müsste man schon den Artikel kennen, auf den du dich beziehst.

Grundsätzlich gilt aber in Deutschland die Unschuldsvermutung bis zu einer rechtskräftigen Verurteilung. Sprich: Jeder ist so lange unschuldig, solange das nicht von einem Gericht anders bestätigt wird.

Egal wie beweisbar eine Tat ist: es wird in der Berichterstattung immer nur von "soll" gesprochen.


Selbst wenn ein Täter mit dem frisch abgetrennten Kopf eines Toten in der Hand gestellt wird: es heißt immer nur "soll sein Opfer geköpft haben"!

Würde die Presse hier vorverurteilen, wären die Richter nicht mehr unabhängig, und jees Urteil anfechtbar


Ich sehe gerade deinen Link:


Aufgrund meiner Sicherheitseinstellung kann ich Artikel der BLÖD nicht aufrufen. Worüber ich nicht so wirklich traurig bin

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Kommentar von BalTab
05.05.2016, 04:13

Allerdings ist in der Überschrift / dem Link von "sexueller Belästigung" die Rede, nicht von Mißbrauch

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Es besteht die Vermutung, dass es so war.

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ES heißt einfach, dass es nciht sicher ist ob sie missbraucht wurde. 

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