Das Leben ist für mich in den letzten 2 Jahren eine Qual - keine Aussicht auf Besserung. Habt ihr Tipps, wie mein Leben erträglicher wird?

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8 Antworten

Das das Leben die reinste Qual ist, man kaum Lebensfreude hat und null Antrieb oder Motivation sind klassische Symptome einer Depression. Ich konnte in den schwersten Phasen meiner Depression nicht mal mehr die Kraft aufbringen unter die Dusche zu gehen, geschweige denn alltägliches wie Einkaufen und Kochen zu erledigen. Desshalb landete ich schlussendlich in der Klinik, was mir mein Leben rettete.

Sozialer Rückzug ist ebenfalls ein Problem. Ich persönlich hatte einfach nicht die Kraft mich bei jemandem zu melden und Dinge zu unternehmen. Es machte mir ohnehin nichts mehr Freude und die Motivation war sowieso auf dem Nullpunkt. Logisch zieht man sich zurück.

Es gibt jedoch diverse Methoden um Depressionen zu behandeln. Die drei häufigsten sind:

  • Psychotherapie
  • Medikamente
  • Elektrokrampftherapie (EKT)

Bei einer Psychotherapie ist es wichtig, eine Therapie mit einem Konzept zu machen (z.B. Verhaltenstherapie oder Psychoanalyse). Ein oberflächliches Gespräch beim Psychologen oder bei einem Arzt der einfach Medikamente verschreibt ist nicht mit einer richtigen Psychotherapie gleich zu setzen. Eine Voraussetzung einer Psychotherapie ist, dass die "Chemie" zwischen Therapeut und Patient stimmt. Bedenke, dass es Monate, wenn nicht Jahre gehen kann bis eine Psychotherapie wirklich wirkt. Dies erfordert Geduld in einer Situation, in welcher "Geduld haben" das letzte ist, was man gebrauchen kann.

Bei schwereren Depressionen werden auch Medikamente eingesetzt. Allen voran Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI und SNRI. Manchen Menschen helfen diese Medikamente wie ein Wunder, anderen leider nur stark unzureichend. Oft müssen mehrere Medikamente probiert werden bis eines wirklich greift (ich persönlich musste 14 durchprobieren, kein Scherz), bis ich eines fand das mich wenigsten ansatzweise stabilisierte (und immer noch stabilisiert). Der Nachteil dieser Medikamente ist, dass man sie täglich einnehmen muss und sie vor allem zu Beginn der Einnahme starke Nebenwirkungen haben. Dennoch: ab einer gewissen Stärke der Depression sind Medikamente fast unausweichlich.

Die mit Abstand erfolgreichste Methode um Depressionen zu behandeln ist die Elektrokrampftherapie (EKT). Sie wird nur bei schwersten therapieresistenten Depressionen eingesetzt. Ein ziemlich brachiales Vorgehen, denn der Patient wird unter Vollnarkose gesetzt und anschliessend ein schwacher Stromstoss durch sein Gehirn gleitet welcher ein künstlicher Krampfanfall auslöst. Davon bist du hoffendlich weit weg.

Hier findest du genauere Angaben zu Depressionen und deren Behandlungsmöglichkeiten: http://deprimed.de/

Was du machen kannst:

  • Wenns irgendwie geht mache Sport. Sport wirkt gemäss diversen Studien stark antidepressiv (kein Witz). Nötig dafür sind mind. 3x die Woche Ausdauersport an jeweils 20-30 Minuten. Es braucht eine Zeit bis sich eine Besserung einstellt.
  • Du brauchst dringed professionelle Hilfe. Wenns nicht anders geht melde dich bei einem notfallpsychiatrischen Dienst oder lasse dich in eine Klinik einweisen. Kliniken sind nicht so wie man sie von schlechten Filmen kennt. Mir hat die Klinik das Leben gerettet.
  • Wichtig ist, dass du dir eine Tagesstruktur gibst. Wenn man nur im Bett bleibt wird die Depression noch schlimmer.

Sorry für den langen Text, das Thema ist kompliziert und ich bin selbst betroffen. Ich weiss dass es nichts bringt einfach zu schreiben "reisse dich zusammen". Solche "Tipps" sind das Letzte was man gebrauchen kann.

Alles gute und viel Kraft...

Hallo AnimeLovfeee,

was spricht denn dagegen, es noch einmal mit einem neuen Therapeuten zu versuchen? Bedenke bitte: Mit schweren Depressionen kann ma allein nicht fertig werden. Du brauchst also auf jeden Fall ärztliche/therapeutische Unterstützung!

Über die fachlichen Hilfen (Klinik, Arzt, Therapeut usw.) hinaus, kannst Du auch selbst einiges tun, um Deine Depressionen zu überwinden. Einer der wichtigsten Schritte im Kampf gegen Depressionen ist, dass Du mit jemandem darüber sprichst. Ich meine, Gespräche auch außerhalb einer Therapie. Warum ist das so wichtig? Nun, niemand kann wissen, wie es in Deinem Herzen aussieht, wenn Du nicht aus Dir herausgehst und Dich jemandem mitteilst. Außerdem ist es ein Heilungsprozess, Gefühle in Worte zu kleiden, denn allein über Deine schmerzlichen Erfahrungen zu reden, kann Deinem Herzen Erleichterung bringen. Wenn Du jedoch Deine Gefühle in Dich einschließt und unterdrückst, dann leistest Du Deinen Depressionen nur Vorschub. Doch ist hier auch ein Wort zu Vorsicht angebracht: Überlege Dir ganz genau, wem gegenüber Du Dich öffnen willst. Es sollte sich auf jeden Fall um eine vertrauenswürdige, mitfühlende und verständnisvolle Person handeln, die selbst stark genug ist, Dir wirklich beizustehen.

Ein weiterer Schritt ist, dass Du Deinen eigenen Wert erkennst. Mangelndes Selbstwertgefühl spielt bei Depressionen nämlich eine entscheidende Rolle. Oft ist dieses aufgrund von körperlicher oder psychischer Misshandlung in der Kindheit entstanden. Auch wenn frühere negative Erlebnisse bei Dir emotionelle Narben hinterlassen haben, solltest Du daran denken, dass dies nichts an Deinem Wert als Mensch ändert. Daher solltest Du Dich um eine ausgeglichene Ansicht über Deinen wahren Wert als Person bemühen.

Es kann allerdings etwas geben, dass Dir immer wieder Dein Selbstwertgefühl raubt, wenn Du Dich nämlich wegen jedes kleinen Fehlers selbst zerfleischt. Wenn es auch Dir so ergeht, dann denke daran, dass eine solche unvernünftige Fehlersuche Deine Selbstachtung in einem erheblichen Ausmaß untergräbt. Vergiss nicht: Wir alle haben unsere Fehler und Schwächen. Doch wir haben auch Stärken. Statt sich auf eine penible Fehlersuche zu begeben, sollte man lieber an das denken, was man besonders gut kann. Vielleicht setzt Du Dich einfach mal hin und schreibst all die Stärken und positiven Eigenschaften auf, die Du an Dir entdeckst.

Es gibt noch etwas, das zu einem mangelnden Selbstwertgefühl beitragen kann. Es könnte die übertriebene Sorge sein, von anderen anerkannt zu werden und die Angst vor Ablehnung. Es mag sein, dass in der Vergangenheit Menschen zu Dir unfreundlich und gefühllos waren. Denke jedoch daran, dass Dein wahrer Wert nicht daran gemessen wird, ob Dich andere mögen oder nicht.

Depressionen können manchmal sehr schlimm und anhaltend sein und man hat das Gefühl, sie würden nie enden und es sei unmöglich, sie jemals zu überwinden. Bedenke jedoch, dass keine Situation hoffnungslos ist! Ich selbst kenne jemanden, der eine sehr lange depressive Phase durchmachte, sich seine Situation sich dann jedoch in relativ kurzer Zeit erheblich besserte, weil er ein anderes Medikament bekam, dass wesentlich besser half, als das alte. Ärzte sagen, dass Depressionen gut behandelbar sind und oftmals sogar wieder völlig heilen können.

Viele, die an einer Depression leiden, finden auch Hilfe in der Bibel. Ich weiß zwar nicht, wie Du persönlich dazu stehst, doch möchte ich Dir einmal einen Mut machenden Bibeltext zitieren. Er lautet: "Als ich den Herrn um Hilfe bat, antwortete er mir und befreite mich von meinen Ängsten. Wer zum Herrn aufschaut, der strahlt vor Freude, und sein Vertrauen wird nie enttäuscht.
Ich war am Ende, da schrie ich zum Herrn, und er hörte mich; aus aller Bedrängnis hat er mich befreit. Der Engel des Herrn stellt sich schützend vor alle, die Gott ernst nehmen, und bringt sie in Sicherheit. Probiert es aus und erlebt selbst, wie gut der Herr ist! Glücklich ist, wer bei ihm Zuflucht sucht!" (Psalm 34:5-9, Hoffnung für alle).

Wie Du siehst, gab es schwermütige Personen auch schon in früherer Zeit. Gott hatte großes Mitgefühl für sie und er beachtete sie. Sie haben jedoch auch selbst etwas Wichtiges getan, damit ihnen Hilfe von Gott zukommen konnte: Sie haben sich im Gebet an ihn gewandt. Gebete sind jedoch nicht nur, wie viele sagen, eine psychologische Krücke. Man wendet sich ja nicht an einen fiktiven, sondern an einen realen Gott, der nicht nur helfen möchte, sondern der auch die Macht dazu hat. Leider haben sind in dieser Zeit viele Menschen von Gott weg gewandt und erwarten von ihm keine Hilfe mehr. Das ist jedoch ein großer Fehler. Wie Du gesehen hast, sind wir Gott nicht gleichgültig. Ob man nun Hilfe von ihm zu erwarten hat, hängt auch von uns selber ab, nämlich davon, ob wir bereit sind, ihn kennenzulernen und ein persönliches Verhältnis zu ihm aufzubauen.

Ich wünsche Dir, dass Du es schaffst, Deine Depressionen zu überwinden, wenn das auch nicht von Heute auf Morgen gelingen wird. Mit der richtigen Hilfe und Unterstützung kannst Du es jedoch schaffen. Gib bitte niemals auf! Alles Gute und viel Kraft!

LG Philipp

Die Grundursache für eine Depression ist meistens Tatenlosigkeit. Wenn du also einen festen Alltag hast, dann machst du aus der Sicht deines Gehirns gerade alles falsch, was man nur falsch machen kann.

Hier wären ein paar Aktionen, die man machen kann - aber man kann sich auch selbst eine Liste aus Dingen zusammen stellen. Dazu nimmt man sich dann volle 45 Minuten Zeit und schreibt mal auf, was einem so Spaß macht oder Spaß machen würde:

- 10 Minuten am Tag Kuscheln mit Familie oder Freunden - für Aufmerksamkeit

- im Urlaub besondere Tiere beobachten - z.B. Wale beobachten

- jede Woche sich ein besonderes Projekt überlegen (an Hand deiner Liste) und es durch führen

- auf Partys gehen und Partys organisieren

- 10 Minuten am Tag seine Traurigkeit und Wut mittels Musik herauslassen, den Rest des Tages wieder schöne Sachen machen

- im Schulunterricht Themen für sich erweitern, so dass sie Spaß machen - z.B. im Unterricht geht es um das Thema Wasser - dann kann man sich selbst Fragen überlegen: Wo in der Wüste würde man am ehesten Wasser finden? - Kann man Wasser mit einfachen Mitteln entsalzen? - Wie kann man Wasser billig säubern? - Was wäre, wenn alle Wasserwerke ausfallen würden, wie kann man sich dann Wasser beschaffen? Schon kann ein Thema interessanter werden.

- sich eine Liste von ungewöhnlichen Hobbys heraussuchen und mal das eine oder andere Ausprobieren und auch mal ungewöhnliche Sportarten ausprobieren - Spaßfaktor steht im Vordergrund

- Abenteuerreise - gibt z.B. Reisen nach Bulgarien usw., wo man dann lernt wie man in der Wildnis überleben würde (die haben da noch Bären und Wölfe)

- Sexabenteuer, wo es also nicht darum geht die "große Liebe" zu finden sondern eben nur um Sex 

- sich mit Thematiken beschäftigen, die man schon immer wissen wollte - die können sogar für viele Menschen langweilig sein; ich möchte z.B. wissen, wie genau es eigentlich funktioniert Glas her zu stellen. Also werde ich einen Kurs machen. - Oft werden aus solchen Projekten dann immer mehr Projekte, weil man immer mehr wissen will.

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DeliriumTremens 02.08.2017, 11:02

Die Grundursache für eine Depression ist meistens Tatenlosigkeit. Wenn du also einen festen Alltag hast, dann machst du aus der Sicht deines Gehirns gerade alles falsch, was man nur falsch machen kann.

Die Grundursache für Tatenlosigkeit in einer Depression ist die Depression! Man kann nicht aufstehen und loslegen. Die Voraussetzungen sind im Menschen (fast) nicht mehr dazu vorhanden und es hat nichts mit "nicht wollen" zu tun!   

Selbst etwas so klein erscheinendes wie eine Tasse in die Spülmaschine stellen kann einem wie ein nicht zu bewältigender Berg vorkommen. Aber dann soll man Partys organisieren? 

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zahlenguide 12.08.2017, 09:41
@DeliriumTremens

Man kann z.B. damit anfangen, jeden Tag mit Freunden oder der Familie zu kuscheln, führt dazu, dass man sich Stück für Stück mehr geliebt fühlt. Auch Massagen regen nachweislich das Immunsystem an. Weiter kann man OPC nehmen (sind einfach Traubenkerne in hoher Konzentration), diese sorgen dafür, dass mehr Hormone im Körper gebildet werden und man aus dem "Winterschlaf" erwacht. Weiter kann man Vitamin D in flüssiger Form! nehmen (10 Tropfen im Winter/ 5 Tropfen im Sommer, weil es die Glückshormone unterstützt) und dann sollte man auch psychologische Aspekte nicht vergessen, wie z.B. 5-10 Minuten seinen Gefühlen mittels Musik nach gehen und eben besondere Ereignisse ausführen. 

Depression ist nicht gleich Depression. Manche müssen erst solche Mittel nehmen und kommen dann wieder auf die Beine. Besonders eine Zeit lang mal nur pflanzliche Nahrung essen - (Youtuber Alex green) kann helfen, den Körper dabei zu unterstützen wieder auf die Beine zu kommen. Andere wie damals ich hatten ein Gewissenskonflikt - als ich den aufgelöst habe und mehr Spaß in mein Leben zu ließ, war die Depression Stück für Stück weg.

Was man wissen sollte, die Zeit der Befreiung von der Depression ist wirklich toll, aber eine Depression braucht oft 3-4 Jahre um wirklich komplett weg zu sein - deshalb sollte man nicht zu viel erwarten. Es wird euch Spaß machen, wieder Erfolge in eurem Leben zu haben. Und selbst der kleinste Erfolg zählt.

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Ich kenne eine Person, die auch unter Depressionen litt. Sie hat jetzt die richtigen Medikamente und es geht ihr - sehr - gut! Es GIBT also Möglichkeiten aus dem Sumpf!

Dies ist keine professionelle Antwort, aber ich würde dir mal zu raten, Youtube zu schauen, vorallem witzige und entspannende Kanäle wie Zeo oder die Space Frogs. Außerdem einfach mal auf der Straße spazieren gehen, sich mal was gönnen, außerdem macht es auch Spaß in einem Verein/Sportclub mitzumachen.

Lg,

dein Tursteher

Hatte ich früher auch mal. Das wichtigste ist, das du die Gründe warum du Despressionen bekommen hast, aufschreibst. Damit wird dir klarer das es sich um die Dinge handelt und du gewöhnst dich nach einer gewissen Zeit daran.

Sonst das mit deiner Lebensfreude und Motivation. Gibt es was was du erreichen möchtest, aber denkst das es eh nichts wird? Dann stell dir immer wieder vor wie es aussehen würde wenn du deine Ziele erreichst.

Und zum Schluss, versuch nicht alles so negativ zu sehen, bringt am Ende nichts. 

Versuche eine Stationäre Behandlung oder längere Kur zu bekommen

AnimeLoveee 02.08.2017, 09:54

Hatte ich schon

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Du solltest Dir eine neue Therapeutin/Therapeuten suchen und von einem Psychiater abchecken lassen,ob du Antidepressiva nehmen solltest.

Wenn es Dir zu schlecht geht,dann geh in eine Psychiatrische Klinik und lass Dich dort aufnehmen.

Alles Gute!

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