Das Leben im Weltraum

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12 Antworten

Hallo Waaschii,

also das liegt nicht daran, dass die doofen Wissenschftler so dogmatisch sind - wie Deine Fragestellung ein klei wenig suggeriert.... ;-)

Zunächst mal als Klarstellung:

nur auf den Planeten nach Leben suchen welche Wasser oder Sauerstoff haben oder Pflanzen und sowas

Also, wenn wir Pflanzen auf einem Planeten finden, dann brauchen wir nicht mehr nach Leben auf diesem Planeten suchen. Dann haben wir es dort gefunden... Pflanzen leben. Schon klar, oder?

Jetzt aber zum Kern der Frage: Warum suchen wir nach "Wasser"?

Eigentlich sind Exobiologen und Astrophysiker - das sind die beiden Gruppen Wissenschaftler, die sich da Gedanken machen - gar nicht so sehr auf Wasser fixiert. Aber was man unbedingt braucht, damt sich Leben entwickeln kann, ist ein Lösungsmittel, eine Flüssigkeit oder ein Gas, in dem Moleküle anders als im Festkörper frei beweglich sind.

Leben basiert nun einmal auf chemischen Stoffwechselvorgängen. Egal welchen. Dafür müssen chemische Reaktionen ablaufen. Und dafür wiederum müssen die Reaktionspartner zusammenkommen können. Moleküle müssen also beweglich sein.

Also: Erste Voraussetzung: Eine größere flüssige Phase oder eine Atmosphäre. Klar?

Jetzt zu der Frage: Welche Moleküle in Frage kommen. Um komplexe Moleküle zu bilden, müssen die Grundelemente fähig sein, mehrere Bindungen gleichzeitig einzugehen. Sonst kann es keine Molekülketten und Makromoleküle geben.

Ach ja: Und für Leben müssen die herauskommenden Moleküle auch noch stabil sein und trotzdem in der Lage, Stoffwechselprozesse einigermaßen zügig durchzuführen.

Auch klar, oder?

Und das ist eine herbe Einschränkung für die Auswahl an in Frage kommenden Elementen. Eigentlich bleiben da gar nicht mehr so viele chemische Elemente als mögliche Basis des Lebens übrig.

Im wesentlichen sind das Kohlenstoff, Stickstoff und Silizium. Alle 3 können mit Sauerstoff und Wasserstoff (und anderen Elementen) große Moleküle bilden.

Schauen wir die 3 mal an: Silizium hat ein Problem. Und das ist die Reaktionsgeschwindigkeit. Sterne leben nur eine endliche Zeit. Und Leben, das auf extrem langsamen Reaktionsgeschwindigkeiten basieren würde, könnte sich innerhalb der Lebensdauer des Zentralsternes nicht so weit entwickeln, dass man es aufspüren könnte.

Stickstoff böte auf der Basis von Ammoniak eine grundsätzliche Alternative zum Wasser. Vermutlich die beste, die das Universum hat. Allerdings ist Ammoniak nicht so wie Wasser in einem so breiten Temperaturbereich flüssig. Leben kann sich ja nur entwickeln, wenn die Umstände einigermaßen stabil sind. Wenn bereits leichte Temperaturschwankungen im Klima eines Planeten zu seinem völligne Einfrieren führen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Leben solche Phasen nicht übersteht.

Wir finden in der Erdgeschichte immer wieder große klimatische Schwankungen. Unser Wasser blieb über alle diese Temperaturschwankungen flüssig. Von 0° bis 100°, das ist ein Bereich, so groß wie ihn kein anderes Lösungsmittel bieten kann.

Wenn Leben auf Ammoniakbasis, dann nur unter höchst stabilen äußeren Umständen - z.B. nicht oberflächennah. Dann ist es aber wieder schwer aufzuspüren.

Bleibt also der Kohlenstoff als Basis. Er kann über Benzolringe wie kein zweites Element eine Vielfalt von Molekülen bilden. Und ja, grundsätzlich ist dann auch denkbar, dass sich dabei Lebewesen bilden, die für uns giftiges Kohlenmonoxid atmen. Niemand würde das ausschließen und das macht auch niemand.

Bei Exoplaneten, also Planeten in anderen Sonnensystemen, haben wir ein ganz pragmatisches Problem. Es ist zu weit, um Sonden hinzuschicken. Wir müssen also aus dem Linienspektrum der Planeten (und selbst das können wir erst seit wenigen Jahren) aus den auf dem Planeten vorkommenden Elementen schließen.

So. Und was man da z.B. macht, einfach, weil man unter diesen Umständen diesen Test machen kann, ist nach den Spektrallinien von Ozon schauen. Ozon zersetzt sich in der oberen Atmosphäre. Wenn wir es also nachweisen könnten, wäre das ein klarer Hinweis darauf, dass es unten nachgebildet wird. Und die Vorgänge, bei denen es sich bildet, sind häufig biologischer Natur. Ozon gilt daher als Biomarker.

Wenn wir Ozonlinien bei einem Exoplaneten nachweisen könnten, hätten wir einen guten Hinweis auf Leben auf diesem Planeten. Niemand schließt dabei aus, dass Leben in gänzlich anderer Form existieren könnte. Nur können wir auf die Entfernung das dann nicht so leicht nachweisen. Also macht man, was man testen kann.

Also: Hinter den Verfahren der Wissenschaftler stehen chemische Überlegungen und ganz simple praktische Gründe. Ausgeschlossen wird nichts, was theoretisch möglich wäre.

Grüße und fröhliche Weihnachten!

Wie von Dir gewohnt : Pädagogisch genau ! Kompliment !

3

Respekt!

Sehr gute Antwort, wo glaub ich fast jeder was ein bisschen dazu gelernt hat!

3

DD

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Ich dachte ja, schon ausführlich geantwortet zu haben, aber das hier toppt wirklich alles! Respekt und weiter so!!

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Danke für das Sternchen und das Lob. Ihr macht mich ganz verlegen.

=D

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Leben so wie wir es kennen braucht auf jeden Fall Wasser oder auf jeden Fall eine Flüssigkeit damit ein Stoffwechsel stattfinden kann. Wahrscheinlich konzentrieren sie sich auf die Suche nach Planeten mit Wasser und Sauerstoff weil es hier am wahrscheinlichsten ist Leben zu finden das unserem in etwa ähnelt. aber es kann durchaus Lebewesen geben die unter ganz anderen Bedingungen leben. eventuell könnte es auf dem Saturnmond Titan einfache Lebensformen geben die Auf Methan basieren. hier gibt es Seen Regen und Flüsse alles aus flüssigen sehr kalten Methan. es gibt auch sehr viele Planeten. es sind schon 1832 entdeckt worden und über 2000 Planetenkanditaten. neue Forschungen zeigen sogar daß so gut wie jeder Stern allein in der Milchstraße mindestens 1 oder 2 Planeten hat. und auch Monde könnten Leben hervorbringen. zb der Jupitermond Europa und auch einige andere. sie haben unter einem dicken Eispanzer eine riesigen Ozean aus flüssigem Wasser. Wissenschaftler konzentrieren sich wohl auf Planten mit erdähnlichen Lebensbedingungen weil sie hier die Chance haben Leben zu finden das uns in etwa ähnelt. bei so vielen möglichen Kandidaten ist es eher besser sich auf bestimmte zu spezialisieren auch wenn es durchaus Leben geben kann das unter ganz anderen Bedingungen existiert. daß es außerhalb der Erde Leben gibt ist sehr wahrscheinlich

Hallo Waschi! Wir habe bei diesem Themenbereich das große Glück mindestens 3 ausgebildete Astronomen / Astrophysiker zu haben.

Meines Wissens ist kein anderes spezielles Themengebiet im Forum so stark besetzt.

Klasse Antwort von uteausmuenchen und genau sie möchte ich bei dieser Frage mal zitieren :

Jedes beliebig unwahrscheinliche Ereignis trifft ein, wenn man unendlich viele Versuche hat <

Genau das gilt auch für das Leben und seine Entstehung im Weltall.

Ich wünsche Dir ein ruhiges, gesundes und besinnliches Weihnachtsfest. Genieße die Feiertage.

Die Astronomen sind Chauvinisten, zumindest wenn es um mögliches ausserirdisches Leben geht. Es beginnt damit, dass der Ausserirdisch, sollte er existieren genauso an die Naturgesetze gebunden wäre wie wir. D.h auch der Ausserirdische hat einen Stoffwechsel, muss Energie zu sich führen und unterliegt der Schwerkraft. Das alles schränkt bereits den möglichen Lebensraum extrem ein. Dann kommen noch bestimmte Wahrscheinlichkeiten dazu. Wir Menschen bestehen aus Kohlenstoffeinheiten. Das hat sich offensichtlich evolutionär bewährt, da es häufig vorkommt und Stoffwechselreaktionen mit anderen häufig vorkommenden Elementen (Wasserstoff, Sauerstoff) erlaubt.

Natürlich ist das keine Garantie, dass mögliche Ausserirdische genauso aufgebaut sind, aber es ist eben aus unserem Blickwinkel das Wahrscheinlichste, deswegen wird es gerne als Anhaltspunkt einer Suche genommen.

"Die weitgehende Beschränkung der Astrobiologie auf Kohlenstoff ist nicht an die Annahme geknüpft, dass die Entwicklung von Leben auf der Basis anderer Elemente unmöglich sei. Vielmehr wird der Bezug auf organisch-chemische Verbindungen methodologisch gerechtfertigt: Über die Umweltbedingungen auf Planeten jenseits des Sonnensystems liegen nur wenige Daten vor, in jedem Fall lässt sich die Existenz oder Nichtexistenz von Leben nicht direkt untersuchen. Die Astrobiologie könne daher allenfalls zu Wahrscheinlichkeitsabschätzungen kommen, indem sie nach Planeten suche, deren Umweltbedingungen der Erde hinreichend ähnlich für die Entwicklung von organischem Leben sind. Welche Bedingungen für die Entwicklung von anorganischem Leben notwendig wären, sei demgegenüber vollkommen unbekannt, weswegen die Wissenschaft hierzu keine seriösen Aussagen machen könne."

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Kohlenstoffchauvinismus

Von allen denkbaren biologischen Grundprinzipien ist bislang nur das irdische Konzept mit Wasser, Sauerstoff u. Kohlendioxid als funktionstüchtig bekannt. Wonach sollte man also stattdessen zuerst suchen?

Ganz einfache, kurze Antwort:

Wir können gezielt nur nach etwas suchen, wovon wir wenigstens ungefähr wissen, wie es aussieht - wie anderes Leben als das uns bekannte aussehen könnte, wissen wir nicht ...

Worauf es jetzt maßgeblich ankommt ist die Raumfahrt hin zum Mars. diese sollte unbedingt forciert werden, schon weil unser roter Nachbarplanet durchaus realistische Chancen besitzt Leben hervorzubringen. Also warum nach den Sternen greifen, sieh das Schöne liegt so "nah". Folglich ist eine bemannte Marsexpedition fällig. Zeigt sich dann, dass nicht mal auf dem roten Planeten Leben existiert, dann können wir davon ausgehen, dass Leben in unserer Milchstraße möglicherweise nicht so zahlreich sein wird, wie von uns erwünscht.

aber warum sind wir denn die Norm?

Sagt keiner. Aber es ist zumindest eine Norm, von der wir WISSEN, dass sie funktioniert.

Das liegt daran ,dass man nur finden will was ist wie wir.

Es kommt auf die Lage des Planeten an. Er ist zu heiß zu trocken zu kalt... Es gibt auch auf der Erde Bakterien die nur unter Atom Strahlung leben können.

Weil Wissenschaft evidenzbasiert ist.

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