das leben ein traum?

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42 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo zweitaccount,

eine ähnliche Frage habe ich hier schon mal beantwortet, weshalb es hoffentlich nicht stört, wenn ich sie größtenteils übernehme und nicht umformuliere. ;-)

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Beweisen lässt sich das natürlich nicht, denn man kann ja immer dagegenhalten, dass es sich bei dem vermeintlichen Beweis um eine Täuschung in deinem Traum handelt, ebenso wie die gesamte Welt in dieser Vorstellung ein Traum oder eben eine Täuschung ist.

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Ohne Frage ist das ein wahnsinnig interessanter Gedanke, mit dem du nicht allein bist.

In allen möglichen Abwandlungen findest du diese Überlegungen von der Antike bis ins 21. Jahrhundert. So ist das mit Fragen, die sich nicht beantworten lassen, sie bleiben sehr lange offen und das ist ja das interessante, denn um so mehr kluge Köpfe können sich über diese Fragen Gedanken machen.

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Interessant für dich ist sicherlich der Skeptizismus. Anhänger des Skeptizismus sehen das Zweifeln als wichtigstes Denkinstrument an und bezweifeln oder schließen gar aus, dass es eine Wirklichkeit nachweisbar ist.

Dabei geht es nicht um die Existenz von Wahrheit und Wirklichkeit, sondern um deren Nachweis, die Erkenntnis wenn man so will.

Zig Skeptiker hier nun aufzuzählen wäre etwas übertrieben, deswegen beschränke ich mich auf 2, die mir besonders gefallen.

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David Hume beschrieb es im 18 Jahrhundert so, dass alles, was der Mensch über die Welt also seine Umwelt weiß, auf sinnlicher Wahrnehmung beruhe.

Niemand kann wissen, ob dem etwas und was dem in der Wirklichkeit entspricht. Das bedeutet, alles was unser Bewusstsein macht, ist Sinneseindrücke logisch zu verknüpfen. Ob das auch objektiv logisch ist oder rein subjektiv notwendig ist, um eine Ordnung herzustellen zwischen den Eindrücken ließe sich nicht feststellen.

Daraus folgt also die Theorie, dass alles Materielle, nur sinnlich wahrnehmbare, angezweifelt werden muss, da dessen Existenz lediglich auf einer Annahme beruht.

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René Descartes war zwar kein Anhänger des Skeptizismus, doch nutzte er ähnliche Ansätze für seine erkenntnistheoretischen Überlegungen.

Die allgemeine Annahme, dass Erkenntnisse auf sinnlicher Wahrnehmung und Nachdenken beruhe, bezweifelte er in dem Sinne, dass er anführte unsere Sinne würde uns oft täuschen. Nicht immer wird einfach etwas wahrgenommen, sondern schon vorhandenes Wissen über bestimmte Objekte wird verwendet.

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Ganz einfach lässt sich das auch selbst mal überprüfen:

Du weißt wie ein Stuhl aussieht. Wenn du nun im Halbdunkeln und halb von einer Wand verdeckt, einen Stuhl erblickst, wirst du dennoch sofort wissen, dass es ein Stuhl ist.

Du brauchst sozusagen einen geringeren Input für deine Erkenntnis, die dann zu großen Teilen auf Erfahrung und Gewohnheit beruht.

Würde dort aber kein Stuhl stehen, sondern ein Jiigliophon zum Beispiel, dann würdest du unter diesen schlechten Sichtbedingungen gar nicht erkennen, was das ist.

Ach? Du weißt gar nicht, was ein Jiigliophon ist?

Ja, ich auch nicht. Deswegen ist es ja so ein gutes Beispiel. Bei unbekannten Dingen ist eine andere Wahrnehmung gefordert als bei bekannten Objekten. Da zieht die Erfahrung nicht, man muss es neu entdecken.

So. Zurück zu Descartes.

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Nicht nur mit der sinnlichen Wahrnehmung hatte er seine Probleme, sondern auch mit dem Denken.

Von ihm stammt der Gedanke, dass es möglich sei, dass ein böser Dämon den Verstand manipuliere und man so unwissentlich falsche Schlüsse zieht und sich täuschen lässt.

So war der Ausgangspunkt für seine Überlegungen, dass man an allem zweifeln müsse.

Von diesem Standpunkt ist er langsam zurückgewandert zu den Dingen, denen man sich sicher sein könnte. Dabei stellte er zunächst fest, dass er zweifelt und selbst wenn er sich in allem täuscht, müsse er selbst existieren, denn etwas, das nicht existiert, könne sich auch nicht täuschen.

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Also wie gesagt...Gegenbeweise wirst du nicht finden, sicher kannst du dir also nie sein. Was ich persönlich aber nicht schlimm finde, denn statt Sicherheit hast du dann einen Haufen Potential für interessante Ideen und Gedanken.

Aber du findest sehr viele Überlegungen zu diesem Thema. Wichtige Stichpunkte, die für dich interessant sein könnten sind Erkenntnistheorie, Skeptizismus und Solipsismus, sowie die Philosophen Descartes, Kant, Hume und auch Putnam, der die Idee des Gehirns im Tank hatte.

Nicht hundertprozentig zum Thema passend, aber auch wahnsinnig interessant aus meiner Sicht ist die Existenzphilosophie, vor allem der Existentialismus.

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Ist der Traum das Leben?

Was hat Zeit mit Traum zu tun?

Wie interagiert Zeit mit Masse, wenn beide mit Gravitation zusammenhängen.

Hat Zeit wirklich mindestens einen breiteren Einflussbereich als das Jetzt? Wie können wir Dinge wissen, die noch nicht waren?

Das Leben an sich ist das, was wir von der Welt wahrnehmen. Ist Wahrnehmung Traum?

Im Traum hat man ja auch Wahrnehmung. Aber diese Wahrnehmung basiert auf Erinnerung.

Was ist Leben?

Schließt du "Traum" von Leben aus?

Sind Emotionen genauso real wie Materie?

Was ist wirklich da?

Es ist definitiv mehr als wir sehen.

Vieleicht ist der Traum das reale Leben und das Leben ein Traum? wer weiß das schon. Auf jeden Fall sind es zwei verschiedene Ebene des Erlebens. Die Antroposophen sagen, dass die Seele mit einer Silberschnur an den Körper gebunden sei und dass die Seele im Schlaf wandert - die Erlebnisse des Tages auswertet, Antworten holt bei . . . Gott? dem Universum? bei anderen Seelen? Fakt ist auf jeden Fall, dass der Mensch stirbt wenn er längere Zeit nicht schläft - also ist der Schlaf lebensnotwendig. Der Volksmund sagt, der Morgen ist klüger als der Abend - also gehe mit einer Frage ins Bett und Du weißt am Morgen die Antwort. Ist das Leben ein Traum oder der Traum das Leben? wer weiß das schon ?

das kann dir von uns niemand sagen. du bist herrscher von DEINER welt, du entscheidest ob dein leben ein traum ist.

Diese Einstellung kommt aus einer verzeichneten Auffassung unseres Bewusstseins. Am deutlichsten und extremsten ist das bei Descartes zu finden mit seinem: Ich denke, also bin ich. Darin sind zwei Extrempositionen, nämlich das verabsolutierte "Ich" und die Gleichsetzung von "denken" und "sein".

Heute, nach dem Forschungsstand der Biologie (Darwin und Nachfolger) und der Verhaltensforschung sowie der Hirnforschung ist die allgemeine Auffassung, dass menschliches Bewusstsein sich in Auseinandersetzung mit der Umwelt und in Gemeinschaft mit anderen Menschen entwickelt hat und beim Kleinkind entwickelt. Denken ist sprachabhängig und Sprache ist in einer menschlichen Gruppe zwecks Kommunikation entstanden und nicht einer einzelnen Person von oben zugefallen. Hirn- und Verhaltensforschung vertreten Theorien, dass unser Selbstempfinden bei weitem nicht nur "im Kopf" gebildet wird. Unser ganzes Sein in dieser Welt macht unser Bewusstsein aus.

Wer Traumberichte liest oder sich an eigene Träume erinnern kann, weiß, dass da nicht selten abrupte Sprünge vorkommen in Zeit und Logik, dass hin und wieder auch Naturgesetze aufgehoben scheinen und man wie ein Fisch unter Wasser nicht ertrinkt oder leicht und flockig fliegt. Wenn man dann durch eine ungeschickte Bewegung aus dem Bett fällt und mit Schmerzen wach wird, weiß man, dass Traum und Wirklichkeit zwei verschiedene Welten sind.

Weil ich bin, denke ich. Nicht das Denken ist die Voraussetzung der Existenz, sondern ddie Existenz die Voraussetzung des Denkens. Das Denken kann nicht die ganze Existenz zweifelsfrei erfassen. Da hat die Frage von zweitaccount m.E. ihren Sinn.

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