Das Kapital, wieso beschränken laut Marx Banken ihre Schätze auf ein notwendiges Mindestmaß und was sind die Gründe für eine sich auffüllende Schatzkammer?

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1 Antwort

Marx meint wenn er von tatsächlichem Geld spricht von Münzgeld, was in seiner Zeit bedeutet, von Geld in Form von Silber und Goldmünzen. 
Die Gold und Silbermünzen und später die Goldpreisdeckungen wurden ja, wie man ganz gut nachvollziehen kann schrittweise immer mehr aufgehoben und mittlerweile ist die "Deckung" unseres Geldes das BIP. 

In so fern, hatte man mit einem Schatz aus Gold und Silbermünzen tatsächlich einen Schatz, nämlich verkörpert in dem Wert der Gold und Silbermünzen, der ja der Inflation nicht ausgesetzt ist, aus dem einfachen Grund, dass sie ihren tatsächlichen Wert selbst verkörpern. 
Hier wird auch relativ einfach klar, warum es sinnlos ist große Reserven von Zahlungsmitteln wie Gold und Silber bereit zu halten, sie sind neben ihrer Form als allgemeine Ware eben auch eine spezifische Ware die beispielsweise zu Schmuck oder anderen Luxusgütern weiter verarbeitet werden könnte. 
Im Grunde kann man denke ich sagen "Je weniger tatsächlicher Wert, allein für die Zirkulation beiseite gestellt werden muss, desto mehr dieses Wertes kann realisiert werden." 

Außerdem ist die Schatzbildnerei im Kapitalismus allgemein ein Hemmnis, weil das Kapital sich ja nur als Kapital realisiert, sobald es wieder in die Warenzirkulation geschmissen wird und nicht wenn es ihr entzogen wird. 

Ob sich das mit den Schatzreservoirs nur auf die Banken bezieht, kann ich nicht wirklich sagen aber höchstwahrscheinlich in der Hauptseite, weil es ja ihr Geschäft ist eben diese Reserven zu halten. 
Ich denke aber die Fußnote am Ende macht ganz gut deutlich, warum grade in Zeiten der Krise (Stockung d. Warenzirkulation oder unterbrochener Fluß d. Warenmetamorphose) die Geldreserven in Form von Gold und Silber anschwellen, weil sie in dem Sinne totes Kapital darstellen, welches eben nicht mehr in die Zirkulation einfließen kann, sobald die ganze Zirkulation zu stocken beginnt. 

Zur Frage wo sich die Schatzreservoirs anhäufen ist vielleicht Lenin interessant "Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus", der ja in diesem Buch grade das zusammenwachsen von industriellem und Finanzkapital beschreibt und somit den Widerspruch gewissermaßen aufhebt. 

(Das sind nur meine Gedankenanstöße bei erneutem lesen des Textes, meine Schulung ist schon länger her und ich kann selber nur interpretieren, bitte lies meine Ausführungen also kritisch) 

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Kommentar von Feminist
30.09.2016, 15:40

Ach Dietmar, was würde ich nur ohne dich tun. Danke für die Antwort!^^

Eine Frage noch, eine Geldkrise kommt zu Stande wenn ideelles in hartes Geld umschlägt. Das hat zur Folge, dass sich die Schuldbilanz, die sich bisher zu einer kleinen Preissumme ausgeglichen hat, sich nun aufbläht, da der Ausgleich nur durch ideelles Geld möglich ist. Diese erhöhte Preissumme zusammen mit der Preissumme für die direkte Zirkulation der Waren kann nicht mehr von der Geldmasse realisiert werden => die innere Zirkulation stockt. 

Erstmal, stimmt meine Auffassung über die Geldkrise? 

Die Schätze häufen sich also nur an weil die innere Zirkulation stockt und somit Geld, welches dafür bestimmt war von dem Weltmarkt in die innere Zirkulation abzufließen, dies nicht mehr tun kann. Ist dies der einzige Grund wieso sich Geld anhäuft oder gibt es speziell Mechanism innerhalb der inneren Zirkulation, die das Geld bei einer Krise anhäufen? 

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