Das ist doch keine Unfallflucht?

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

§ 142 StGB – Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort (Fahrerflucht)

(1) Ein Unfallbeteiligter, der sich nach einem Unfall im Straßenverkehr vom Unfallort entfernt, bevor er

1. zugunsten der anderen Unfallbeteiligten und der Geschädigten die Feststellung seiner Person, seines Fahrzeugs und der Art seiner Beteiligung durch seine Anwesenheit und durch die Angabe, dass er an dem Unfall beteiligt ist, ermöglicht hat oder
2. eine nach den Umständen angemessene Zeit gewartet hat, ohne dass jemand bereit war, die Feststellungen zu treffen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Genau das hat er gemacht. Die unterlassene Hilfeleistung nach §323c StGB kommt da natürlich auch noch dazu. Ob er an dem Unfall letztendlich schuld war ist erst einmal unerheblich. Er war beteiligt und hat sich vom Unfallort entfernt.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Sebastarus
29.10.2015, 22:57

ist er denn überhaupt ein "Beteiligter" die Autos haben sich nicht berührt. Eigentlich ist es alleinige Schuld von A aus Schreck gegen die Leitplanke zu fahren oder?

0

Dein Rechtsirrtum beruht darauf, dass du der Annahme bist, das eine "Unfallflucht"  (Korrekt/Amtsdeutsch^^: Unerlaubtes Entfernen vom Unfallort) nur dann bestehen kann, wenn sich 2 Verkehrsteilnehmer (VT) berühren.

Dem ist aber nicht so! Auch die nicht direkte Beteiligung an einem Unfallgeschehen (z. B. Fehlverhalten) kann, wenn dieser VT seine Daten nicht mitteilt - also sich vom Unfallort einfach entfernt, schon als "Unfallflucht" ausgelegt werden.

Dazu muss ihm aber auch nachgewiesen werden, dass er diesen Unfall auch bemerkt hat.

Mal ein Bsp. dafür: Du missachtest mit deinem Polo die Vorfahrt und deswegen brettert ein Bevorrechtigter in die Prärie - sollteste eigentlich bemerken.^^ Fährste nun aber weiter, weil du denkst, "Er hat mich ja nicht berührt", kannste anschließend für einige Monate deine Fahrerlaubnis regelmäßig in Flensburg besuchen. ;)

Wie es bei vorliegendem Fall aussieht, wissen wir nicht genau - möglicherweise hat Fahrer in Fzg. A nur überreagiert - dennoch hätte Fahrer/in in Fzg. B besser anhalten sollen - sofern diese/r das Unfallgeschehen auch mitbekommen hat - Aber möglicherweise sind Berliner auch nicht so ganz "Vollgasfest". :P *Duck und weg*

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Crack
30.10.2015, 07:11

Dazu vielleicht noch die Definition für den Begriff "Unfallbeteiligter":

Unfallbeteiligter ist jeder, dessen Verhalten nach den Umständen zur Verursachung des Unfalls beigetragen haben kann oder der als Verkehrsteilnehmer durch den Unfall einen Schaden erlitten hat.

[Quelle Huppertz]

3

Wenn Fahrer B das gesehen hat, hätte er den Unfall zumindest Melden müssen. Mann ist ja verpflichtet, beim Unfall zu helfen. ( Erste Hilfe) Eigentlich hätte der unverzüglich anhalten müssen. 

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

So so, im Polizeibericht gelesen...


Ob eine Nötigung vorlag kann nicht bewiesen, aber auch nicht widerlegt werden. 


Fakt ist aber: Wenn der Fahrer des verunfallten PKW A aussagt, dass er sich aufgrund des heranrasenden PKW B erschreckt oder gar genötigt gefühlt hat, könnte es Schwierigkeiten für PKW B geben...


Auf jeden Fall hat man sich als Beteiligter eines Unfalls nicht vom Unfallort zu entfernen. Kommt noch hinzu, dass unterlassene Hilfeleistung vorzuwerfen wäre (immerhin hat Fahrer B gesehen, dass Fahrer A verunglückt ist, sich aber nicht weiter darum gekümmert).

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?