Das hat doch nichts mit "Männlich sein" zu tun oder etwa doch?

7 Antworten

Naja das hat etwas mit Etikette zu tun, wenn du mit Freunden in ein Restaurant gehst, und du nimmst den Frauen die Jacken ab und schiebst Ihnen die Stühle ran, kommt das einfach komisch.

Allein schon, weil du den Männern in diesem Moment ja auf den Schlips trittst in dem Moment wo du Ihnen die Aufgaben und Handgriffe abnimmst, die sonst von Kerlen kommen.

In dem Moment wo du die Handgriffe tätigst, die sonst von Männern kommen, wirkst du dann zwangsläufig männlich, wenn du zusätzlich noch eher ein dominantes auftreten hast, kann ich das gut nachvollziehen.

Im Endeffekt ist das natürlich Unsinn, weil dein Verhalten einfach mit der schubladisierten Erwartungshaltung unserer Gesellschaft kollidiert. Und das ist nicht dein Problem, sondern die Leute die damit ein Problem haben, haben das Problem^^

Viele Begriffe sind nicht so scharf definiert, wie man es beim ersten Hinschauen denken würde. Deswegen beginnt eine wissenschaftliche Untersuchung oft mit der Einkreisung oder Definition eines Begriffs. Denk z.B. an depressiv/Depression (dahinter verbergen sich Dutzende Leidensbilder oder Krankheiten) oder an Intelligenz. Jeder weiss, was das ist, aber unter der Lupe betrachtet differenziert sich ein Begriff so stark auf, dass er fast zu nichts mehr zu gebrauchen ist. Jeder hat eine vage Vorstellung davon, was 'männliches Verhalten' ist, aber die wenigsten Menschen versuchen sich in einer Begriffsbestimmung. Zwischen männlich und weiblich gibt es unendlich viele Abstufungen, zudem kann sich das Attribut auf sehr unterschiedlichen Ebenen ausdrücken. Man kann sich männlich kleiden, man kann als Mann ein Kind zeugen, man kann sich wie ein Gentleman benehmen, man kann typisch männlich denken, man kann einen männlichen Körperbau haben oder ein männliches Gesicht, einen männlichen Händedruck, einen männlichen Gang. Verbeiss dich nicht zu sehr in ein Allerweltslabel.

Du vermischst hier einige Begriffe miteinander: Höflichkeit, Respekt, Ehrerbietung und Ritterlicherkeit - die beiden letzten sind allerdings tatsächlich  typisch männliche Verhaltenweisen, denn "das Herz einer Frau glücklich zu machen" hat nichts mit Höflichkeit und guten Umgangsformen zu tun - die gelten nämlich für alle Menschen, egal ob männlich oder weiblich.

Dass Männer speziell Frauen, eine besondere Form der Aufmerksamkeit entgegenbringen, ist eine Tradition vieler Kulturen, insbesondere der Ritterzeit des Mittelalters. Es drückt Bewunderung ihrer Schönheit und auch Rücksicht gegenüber dem körperlich schwächeren Geschlecht aus.

Wenn Du Dich Frauen gegenüber ganz besonders aufmerksam verhältst, anstatt einfach nur genauso höflich zu sein wie einem Mann gegenüber, wirkt das natürlich etwas seltsam und vor allem unpassend, da es ja für Dich als Frau überhaupt keinen Anlass gibt, eine andere Frau bevorzugt zu behandeln.

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