Das Harte und Starre begleitet den Tod. Das Weiche und Schwache begleitet das Leben.? (Lao Tse)

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8 Antworten

Eine Betonmauer, eine Metallstange, eine Handyschale aus Hartplastik,... sie alle sind Gegenstände, hart und "tot". Ein Lebewesen ist weich beim Anfassen.

Das ist eine Art des Gegensatzes.

Eine andere Interpretation:

  • Das Leben: eine Mutter, die Ihr Baby stillt
  • Der Tod: ein leichenstarrer Krieger, der in seiner Rüstung vor seinem in den Boden gerammten Schwerte sitzt und mit leerem Blick in die Ferne zu starren scheint.

Ähnlich auch folgender Gegensatz:

  • die Plazenta, die das Leben gibt
  • die Klinge oder die Pistolenkugel, die den Tod bringt

Fern dieser Erklärungsversuche kann die Auflösung nicht sein... ;o)

Aber was will uns Lao Tse damit sagen? Ich glaube nicht das es so einfach ist.

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@slick533

Ich glaube die Aussage bezieht sich nicht auf Tod und Leben, weich und hart,... sondern auf die Gegensätzlichkeit dieser.

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@slick533

Dazu muß ich mal in meinen ungeputzten Hirnwindungen nachforschen... da war doch so eine chinesische Parabel/Dichtung, oder was auch immer...

Es ging um zwei Bäume. Der eine groß und fest mit der Erde unter ihm verwachsen, um jedem Wind standzuhalten.

Der andere schmächtig und biegsam.

Schließlich kommt in der Erzählung ein Sturm auf. Der kräftige Baum zerbricht, während der schmächtige sich im Wind biegt und wiegt.

Für den harten Baum steht also in diesem Beispiel auch wieder das Schicksal des Todes fest, während der weiche Baum noch weiterlebt.

Ich habe schon sehr den Eindruck, daß das Zitat in Deiner Frage die Liaison zwischen den Zuständen bzw. Eigenschaften in den Vordergrund rücken will.

Ich kann nicht ausschließen, daß es einem sogar als Lehr- oder Leitsatz dienen kann/soll. Indem man sich an das Harte und Starre hielte, wählte man den Weg zum Tode hin. Im Gegensatz dazu wählte man den Weg des Lebens durch die Affinität zum Weichen und Schwachen. Aber das ist, ehrlich gesagt, reine Spekulation.

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@DasNeutrum

Hmm da muss ich erstmal drüber schlafen. Vielleicht komme ich drauf wenn ich mir das Buch nochmal durchlese. Wie ich Lao Tse kenne, kann ich mir vorstellen das er für seine Worte(Tod Leben hart weich usw) eine andere "Definition" hat. Im China des sechsten Jhd v. Christus hatte man andere Assosziationen.

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@slick533

seoulcalibre hat doch die richtige bedeutung hingeschrieben.

sie hat einfach das originalzitat gegoogelt, dass du verkürzt hingeschrieben hast.

und der obere anteil ihrer antwort ist der fehlende teil.

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@slick533

Die Parabel mit den zwei Bäumen ist auch nur eine Umschreibung deines Zitates. Schlussendlich zielt es auf eben jene grundsätzlichen Tao-Lehren hin, die auf ein Leben in Einklang und Fluss hindeuten. Starr ist dann z.B. das Nicht-Annehmen können vom Offensichtlichen oder Unabänderbaren...

Doch ehrlich: Wenn du Lao Tse liest, dann liest du in erster Linie einen Übersetzer. Es gibt andere Übersetzungen, die verwenden eine gänzlich andere Wortwahl usw. Wenn dich aber das Thema interessiert, dann empfehle ich "Das Tao ist Stille" von Raymond Smullyan. Der ist eigentlich Mathematiker/Logiker und nähert sich dem Thema des Taoismus auf ganz eigene, lockere Art, ohne eine 3000 Jahre alte Sprache zu bemühen. Trotzdem scheint er, in meinen Augen zu mindest, ganz gut ins Schwarze zu treffen.

Gruß, I.

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glaub das war irgendwie so, dass das leben halt fließt, sich ständig anpaßt, daher weich und formbar ist, während der tod halt eine unverückbare unabänderliche tatsache darstellt.

"Der Mensch wird geboren weich und schwach, und er stirbt hart und stark. Die Gräser und Bäume treten ins Leben weich und zart und sterben trocken und dürr. Also: Das Harte und Starre begleitet den Tod, das Weiche und Zarte begleitet das Leben."

Von (weich wie ein) Babypopo bishin zur Totenstarre. Man redet ja auch davon das Menschen "dahinwelken".

Das ist so ähnlich wie Astrologie. Da kannst du alles mögliche reinlesen. Wenn du ein Fan von Dialektik bist, wirst du Dialektik sehen. Wenn du ein Fan von Dualismen bist wirst du Dualismen sehen usw. Lao-Tse wird in der Forschung in China gerade verstärkt unter dem Aspekt der Sexualität thematisiert. Mit anderen Worten: Er dient (und damit auch dieses Zitat) als Transportmittel für alle Möglichen Themen. Denk dir doch Assoziationen zu Sexualität aus!

"Leben" funktioniert nur durch seine Wandelbarkeit. Leben bedeutet stetige Veränderung in jedem Moment, Biegsamkeit, Anpassungsfähigkeit, Veränderung. Das lässt sich auch auf die Zellebene anwenden.

Der Tod ist eine (scheinbar) endgültige Form und alles was unveränderlich, nicht mehr leicht wandelbar ist und somit starr und stark ist, ist mehr oder weniger tot.

So habe ich es aus dem Daogejing im Zusammenhang in Erinnerung.

Offenbar wollte er seine eigene Definition und Wertung von "schwach" und "stark" darlegen.

Ein Holzstock ist hart und kann kräftig benutzt werden. Bei großem Wucht geht der jedoch kaputt. Ein Kissen ist weich und zeugt nicht gerade von Stärke, aber wenn man drauf haut, wird die Kraft verteilt und umgeleitet, und der Kissen bleibt bestehen.

Verhärtung und Erstarrung (im Denken, Fühlen und Handeln!), im Alten verharren, ist Stillstand, ist Tod.

Flexibilität, Fließen, Wandel, Veränderung, Formbarkeit, das Neue erlauben, ist Lebendigkeit, ist Leben...

Ein Spruch, der wie die meisten auch umgekehrt seine Wahrheit beinhaltet. Du kannst auch sagen'Das wahre Blau ist wirklich grün' und die Deppen werden dich für einen Philosophen halten.

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