Das Handelsblatt hat einen Kommentar des Herausgebers mit "Weltkrieg III" betitelt. Befinden wir uns jetzt im Kriegszustand mit dem radikalen Islam?

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16 Antworten

Ich predige hier seit Jahren die Probleme ernst zu nehmen, die eine Islamisierung unserer Gesellschaft mit sich bringt, aber von einem Krieg, gar einem Weltkrieg, sollte man nicht sprechen. Es geht einzig darum ein politisches Konzept zu finden, die Mehrzahl der Muslime zu entradikalisieren, z.B. durch einen Verweis auf die vielen Fehler des Korans. Jedem Schüler sollte in der Schule das geistige Rüstzeug vermittelt werden, seine Religion zu relativieren. Dann könnten wir wirklich friedlich miteinander in einer multikulturellen Gesellschaft leben und uns gegenseitig respektieren und mit unserer Andersartigkeit erfreuen und weiter führen.

Viele werden jetzt aufschreien, dass die Mehrzahl der Muslime gar nicht radikal sei. Wer dieser Ansicht ist, sollte sich mal mit der erweiterten Begriffsbestimmung des Rassismus beschäftigen. 

Stell dir vor, du fragst einen Franzosen Folgendes: "Falls Ihre Tochter keinen Franzosen heiratet, welche Nationalität wäre Ihnen dann am liebsten?" Wenn der Franzose nun antwortet, dass ihm dann ein Italiener am liebsten wäre, oder ein Deutscher, Belgier, oder Engländer ... dann wäre alles in Ordnung und wir würden nicht vermuten, einen Rassisten vor uns zu haben. Aber was wäre, wenn der Franzose antwortet: "Das ist mir ganz egal, Hauptsache keinen Schwarzen." Dann würden wir doch zu Recht davon ausgehen, es mit einem Rassisten zu tuen zu haben. 

Aber was wäre, wenn der Franzose antwortet: "Das ist mir ganz egal, Hauptsache sie heiratet einen Muslim." Auch diese Antwort würde den Rassisten offenbaren. Warum wollen das noch immer so wenig Menschen in Europa sehen? 

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Kommentar von ThorbenHailer
17.11.2015, 15:47

Eine SEHR gute Antwort. Ich möchte ergänzen

https://de.wikipedia.org/wiki/Islamfaschismus

Andere Autoren, wie z. B. der Journalist und Kolumnist William Safire schrieb die erstmalige Benutzung des Begriffes [Islamfaschismus] der irischen Schriftstellerin und Journalistin Malise Ruthven zu[2]. Unter dem Titel „Die Deutung des Islam als Sprache“ schrieb diese am 8. September 1990 in der britischen Tageszeitung The Independent: „[...] Auch existiert das Phänomen eines politischen Problems, was die Welt des Islam betrifft. Im Gegensatz zu den Erben anderer nicht-westlicher Traditionen, wie zum Beispiel Hinduismus, Shintoismus oder Buddhismus, scheinen muslimische Gesellschaften große Mühe zu haben, Meinungsverschiedenheiten auf politische Weise zu institutionalisieren: eine autoritäre Regierungsform, wenn nicht gar ein Islamfaschismus, ist eher die Regel als die Ausnahme von Marokko bis nach Pakistan[3].“

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Kommentar von sarahj
04.12.2015, 01:45

ich bin voll bei Dir, bis auf den vorletzten Satz.

Ich weigere mich, die Bedeutung der Worte der öffentlichern Stimmung anzupassen. Das erinnert irgendwie an NewSpeak.

Rassismus ist Rassismus und nicht Ideologie- oder Religionskritik.

Der Islam hat nichts mit "Rasse" (der Begriff ist ja auch schon falsch) zu tun. Mir wäre Pierre Vogel als Schwiegersohn weit unangenehmer als ein liberaler Semit oder ein schwarzer Freidenker (wenn's denn unbedingt "Rasse" im obigen falschen Sinn sein soll).

Wenn die Worte erst mal nicht mehr taugen, Dinge beim Namen zu nennen, verlieren wir mit der Zeit die Fähigkeit Probleme exakt zu benennen.

Religionskritik (oder auch Islamophobie) als Rassismus zu bezeichnen ist also ein Schritt, jegliche Kritik in die rechte Rassisten-Schmuddelecke zu schieben, so daß am Ende keine differenzierte Betrachtung mehr möglich ist.
Am Ende gibt es nur noch 2 Schubladen: Rassisten und Gutmenschen.

Und das ist mir zu undifferenziert.

PS: Bei -phobie gibt es ein ähnliches Problem. Phobie ist ja eine Angststörung. Wie aber bezeichnen, wenn die Angst berechtigt ist?

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Ich habe das auch gelesen.

Es ist nicht so einfach dies zu beantworten. In gewisser Weise befinden wir uns schon seit dem 11.September im weltweiten Krieg gegen radikal sunnitische Terroristen. Dieser Krieg wird nicht linear oder nach klaren Regeln geführt und kostet viele Opfer auf beiden Seiten.

Das Problem ist, das die Kombattanten auf Seiten der radikal islamischen Milizen häufig verdeckt auftreten und in den Westlichen Staaten durch Terror Angst verbreiten und dabei den Hass und die Militärische Antwort von Seiten  der Weststaaten und Verbündeter zur Propaganda nutzen.

Wenn dann die Bomben fallen und Hassbotschaften im Internet die nicht radikalen Muslime erreichen, kommt der IS wie die Schlange als Verführer über die Schulter und flüstert:
>>Siehst du? Sie hassen dich. Wir würden dich als Bruder behandeln, wir kämpfen für dich.<<

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Kommentar von webschamane
17.11.2015, 14:00

Eine wirklich gute Antwort, danke.

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Krieg wird diese Situation nicht lösen, Krieg hat diese Situation erst verursacht. Hätte der Westen im nahen Osten nicht so oft militärisch operiert würde es denn IS Wahrscheinlich gar nicht geben.

Selbst wen es militärisch möglich wäre denn IS zu beseitigen, was ich da es sich nicht um einen wirklich Staat, sondern um eine Weltweit vernetzte Terrororganisation handelt stark bezweifle. Würde man das Problem nicht lösen, in ein paar Jahren würde wieder eine radikale Terrororganisation auf den Plan treten.

Der einzige Weg um diesen Terror zu beenden sehe ich in der Ausmerzung dieses radikalen Gedankenguts, was meiner Ansicht nur mittels einer Modernisierung des Islams möglich ist. Man müsste sich vom Fundamentalismus abwenden und denn Koran so auslegen das er mit der heutigen Zeit kompatibel ist.

 

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Wir befinden uns erst dann im Kriegszustand, wenn dieser offiziell nach Beschluss des Bundestages verkündet wird. Das ist nicht geschehen und das wird auch nicht geschehen.

Für mich ist das auch kein Krieg, höchstens ein bewaffneter Konflikt.

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Kommentar von webschamane
17.11.2015, 14:29

Richtig, wollte Frankreich nicht den Ausnahmenzustand auf 3 Monate verlängern und das Kriegsrecht ausrufen ? Befänden wir uns dann nicht im NATO-Bündnisfall ?

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Das tun wir bereits seit den Terroranschlägen vom 11 September. Durch die anschläge in Paris hat das nur nochmal eine neue Bedeutung erlang aber Meiner Meinung nach haben wir bereitss in afghanistan Krieg geführt

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Der radikale Islam hat Afghanistan übernommen und nie wieder abgegeben, er hat den Iran übernommen, den Irak, Tunesien, Libyen, kurz mal Ägypten, ist in Syrien sehr mächtig, steht kurz davor Pakistan zu übernehmen, radikalisiert zunehmend Indonesien, hat auf kaltem Weg bereits 20% von Europa übernommen ... Wer da keinen Krieg sieht, dem hat die ideologische Beeinflussung wirklich den Verstand geraubt. 

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Das nennt sich "journalistische Freiheit"...hat mit der eigentlichen Sache nichts zu tun.

Deutschland befindet sich nicht im Krieg, aber die NATO wird ganz sicher, als solche eingreifen müssen, zumal weitere Drohvideos erschienen sind, in denen Anschläge angekündigt wurden.

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Verdammt, das hab ich glatt verpasst, das Handelsblatt. Na dann wollen wir mal die Säbel wetzen. Ne klar nicht, obwohl man den Eindruck haben könnte, solange ich nicht den Befehl zum Einrücken bekomme, gibt es auch keinen Krieg.

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Kommentar von webschamane
17.11.2015, 14:01

Ok, die Antwort fand ich ziemlich witzig. Plus.

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Jan Fleischhauer vom Spiegel hat auf den Welt-Kommentar geantwortet, indem er sinngemäß schrieb: "Wer von Weltkrieg redet, macht den Feind größer, als er ist." Ich meine, dass er damit Recht hat.

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Kommentar von webschamane
17.11.2015, 15:51

Ein interessanter Hinweis, danke.

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Weltkrieg III ist arg übertrieben! Da will sich einer wichtig machen. Es ist eine religionsbestimmte terorristische Kampsansage an den Westen. Mehr nicht, trotz der aktuellen Opfer.

Auch der 30jährige Krieg war ein Religionskrieg. Aber kein Weltkrieg.

Die Vergabe der Bezeichnung Weltkrieg bleibt den Hisdtorikern nach uns überlassen. Auch der I.WK war zunächst nur der Große Krieg.

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Er schreibt auch ...über die Ursachen

Die neuen Weltkrieger tragen keine Uniform, sondern Jeans....>

Wir sind nicht nur Opfer eines Terroranschlags, wir sind auch Kriegspartei....> 

Aber für dasfeindliche Klima zwischen den Kulturkreisen trägt der Westen eine Mitschuld. ...>

Von den 1,3 Millionen Menschenleben, die das Kriegsgeschehen von Afghanistan bis Syrien mittlerweile gekostet hat, bringt es allein der unter falschen Prämissen und damit völkerrechtswidrig geführte Irak-Feldzug auf 800.000 Tote. Die Mehrzahl der Opfer waren friedliebende Muslime, keine Terroristen. Saddam Hussein war ein Diktator, aber am Anschlag auf dasWorld Trade Center war er nachweislich nicht beteiligt....>

Amerikaner und Briten..> ...>Sie riefen „Freiheit“ und schufen eineWelt in Unordnung. ...>

Die einzelnen Terroristen sind in ihrer Verblendung für ObamaMerkel undHollande nicht erreichbar, doch ihre Hintermänner, Financiers und Verbündeten sind es sehr wohl.

alles aus & mehr  ...http://morningbriefing.handelsblatt.com/newsletter/weltkrieg-iii/

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Kommentar von webschamane
17.11.2015, 16:55

Danke, für die Ergänzungen aus dem Artikel.

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Schreiben kann man viel; Papier ist bekanntlich geduldig! Ohne die Zahl der rd. 126 Todesopfer herabzuwürdigen oder den Schmerz der Angehörigen zu vergessen, sollte man bei bei Wort Krieg im Hinblick auf Opferzahlen aus dem Mund deutscher Politiker recht vorsichtig sein und nicht vergessen, dass es z.B. in 2014  298 Mordopfer zzgl. 10.076 (2013) Selbstmorde  in Deutschland ohne Zuordnung zum IS gegeben hat, Tendenz steigend! 

Der "Hund" ist nicht alleine beim IS begraben!

Aber ein solcher Vorfall läßt die gewaltigen Zahlen krimineller und Verzweiflungstötungen im gelobten Land vortrefflich in den Hintergrund spielen.


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Kommentar von webschamane
17.11.2015, 14:12

Ich gebe dir eingeschränkt recht. Richtig ist, dass sich absolut jede Religion gegen Selbstmord ausspricht und die Zahl derer die Selbstmord begehen so gut wie nie aufscheint. Welchen Einfluss Intensivtäter auf die Mordzahlen haben und wieviele radikal islamischen Hintergrund haben, kann ich einfach nicht abschätzen.

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Kommentar von Agentpony
17.11.2015, 14:37

Nur gehören diese Vorfälle nicht in dieselbe Kategorie, nur weil bei beiden Menschen sterben. Der Bodycount kann nicht der Maßstab für die Staatsraison sein.

Morde und v.a. die Selbstmorde sind ein  internes Problem, gegen das in Deutschland allerdings effektive Maßnahmen ergriffen werden. Indizien sind die generell hohe Kriminalaufklärung, bzw. dass DE von 30 Ländern die Höchstpunktzahl im Mental Health Integration index erreicht hat. Verbesserungspotential gibt es natürlich immer, trotzdem ist dein impliziter Vorwurf des Totschweigens nicht praxisgetreu. Zudem beide Indizes im Internationalen Vergleich "gut" dastehen.

Beim islamistischen Terror handelt es sich um feindliche Handlungen, die uns merhheitlich aus dem Ausland gesteuerte Akteure aufdrücken. Und eine solcher Angriff auf unsere Integrität darf nicht unbeantwortet bleiben, nur weil die Letalität desselben nicht ganz oben in der Statistik steht.

Im Übrigen ist gesellschaftliche Instabilität genauso ein Nährboden für Verzweiflung und Kriminalität. Insofern kann sich die Bekämpfung des islamistischen Extremismus durchaus positiv auf die anderen, von dir genannten, Probleme auswirken.

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Ein Kommentar ist nichts weiter als eine Meinungsäußerung. Man kann Herrn Steingarts Meinung teilen, ich teile sie nicht.

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Kommentar von webschamane
17.11.2015, 14:05

Für mich persönlich, ist doch schon wichtig wer eine Meinung äußert. Wäre das ein Obdachloser, der unter einer Brücke wohnt, würde ich das auch nicht ernst nehmen.

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Befinden wir uns jetzt im Kriegszustand mit dem radikalen Islam?

Nein.

Nur weil ein Herr Steingart so etwas behauptet ist noch lang kein Krieg eingetreten.

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Befinden wir uns jetzt im Kriegszustand mit dem radikalen Islam?

Gegenfrage:

Schon was über die fällige Mobilmachung gehört?

Solange keine Einberufung der "Reserven" erfolgt, gibt es keinen Krieg!

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Kommentar von webschamane
17.11.2015, 16:58

Hmm, die US haben im Irak offiziell Krieg geführt, gab es eine Mobilmachung - nein. Ich denke, was du meinst gilt sehr wohl, allerdings nur für Wehrpflichtigen-Armeen. Die Wehrpflicht wurde in Deutschland ausgesetzt. Frankreich und die USA haben Berufsarmeen.

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Kommentar von marylinjackson
18.11.2015, 01:47

Die Mobilmachung erfolgt bereits, nur einseitig durch den IS.

Schön, dass Du so viel Vertrauen auf unsere Reaktion darauf hast.

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Unverantwortlich, dieser Wortgebrauch. Das ist genau die Aufwertung, die der Gegner gerne will: Krieg ist! West gegen Ost; Abendland gegen Morgenland; Christen gegen Muslime; Ungläubig gegen Gläubig; das ganz grosse Finale; der ganz grosse Show Down; 12 Uhr Mittags....

Tun wir ihnen nicht diesen Gefallen sondern behandeln diese Typen als das, was sie sind: miese Kriminelle.

Ich könnte jeden Tag ebenso viele Gründe finden, die Muslime zu hassen wie sie für mich. Darunter wären vermutlich sogar beiderseitig richtig objektive Hassgründe. Aber Objektivität ist für diese Art von Wahrheit uninteressant. Trotzdem bleiben nämlich meine muslimischen Nachbarn in meiner Strasse meine Nachbarn. Mein Bäcker bleibt mein Bäcker, mein Supermarkt bleibt mein Supermarkt. Mein Imbissbude bleibt derselbe. Es ist meine Entscheidung. Ich will mich nicht von "objektiven Gründen" zwingen lassen. Und wenn unter den Flüchtlingen tatsächlich noch der eine oder andere Attentäter ist, dann ist es halt so. Vielleicht erwischen ihn ja endlich einmal unsere Sicherheitsorgane bevor er Schaden anrichten kann, oder eben nicht. (Es ist ja immer ganz erstaunlich, wie Stunden nach einem Attentat die ersten Namen von "Drahtziehern" "aus dem Hut gezaubert" werden. Da hätte man doch vorher tätig werden können). Die Mehrzahl der Muslime, der Flüchtlinge hat es einfach nicht verdient, jetzt auch noch gehasst zu werden.

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Kommentar von webschamane
17.11.2015, 15:24

Das ist eine Ideologie, die du von dir gibst und ist keine Antwort auf die Frage.

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