Das Frankenreich, ein fehlgeborenes Europa?

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3 Antworten

Dieser Begriff in Bezug auf das Frankenreich ist unsinnig: "fehlgeborenes Europa"!

Das "Reich der Franken" und "Europa" sind Begriffe, die voneinander getrennt werden müssen. Die Franken - erst die Merowingern, danach die Karolinger - fühlten sich als Teil des römischen Reiches, seit 800 auch als Nachfolger der römischen, besonders der christlichen römischen Kaiser. Sie errichteten ihr eigenes, ein fränkisches Reich und übernahmen den römischen Reichsgedanken, der für den weiteren Verlauf des Mittelalters sehr wichtig wurde.

Ein "Europa", wie wir es heute verstehen, lag außerhalb des Vorstellungsvermögens und der Absichten der Franken! Und da sie überhaupt kein "Europa" hervorbringen wollten, war ihre Reichsbildung auch nicht "fehlgeboren"! Ihre Reichsbildung war auch deswegen nicht "fehlgeboren", weil beide fränkischen Nachfolgereiche eine bedeutsame Erfolgsgeschichte hatten: Frankreich und das Heilige Römische Reich (Deutscher Nation).

Wenn man überhaupt einen unhistorischen Bogen zwischen den Franken und dem heutigen Europa schlagen will, dann kann man sagen: Frankreich und die Bundesrepublik Deutschland, deren gemeinsame Wurzeln in römischer und dann vorallem fränkischer Zeit liegen, sind die Motoren Europas und des europäischen Einigungsprozesses. Diesen Zufall aber konnten die Franken in Spätantike und Mittelalter nicht vorhersehen und haben auch nicht daraufhingearbeitet!

MfG

Arnold

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Kleiner Tip: Belies Dich mal, mit welchen Mitteln das Frankenreich geschaffen bzw. ausgedehnt wurde, und warum Hitolf Adler sich Karl den Großen als Vorbild auserkoren hat.

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Fehlgeboren, weil es zerfallen ist in 3 Teile (Westfränkisches Reich, Burgund und Ostfränkisches Reich)

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