Das (eigene) Unternehmen steht an erster Stelle?

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5 Antworten

Hey,

In der ersten Vorlesung wurde gleich mal beigebracht "Die Firma steht an erster Stelle". Ich finde das total hart. Mir ist klar, dass man viel Zeit in einer Firma investiert und am Anfang sogar alle Zeit die man hat.

Am Anfang habe ich gedacht, dass dein Freund bereits ein Unternehmen hat. Aber er steht ja jetzt erst am Anfang. Und es steht keineswegs fest, dass dein Freund diesen Gedanken dauerhaft aufgreift und dann später danach handeln wird, denn bis er von der Universität loskommt und auf eigenen Beinen steht, bis dahin wird offenbar noch Einiges an Zeit vergehen.

Zum Thema 'Die Firma steht an erster Stelle' - für Firmengründer ist das so.

Es wird dir als Gründer rein gar nichts geschenkt, du kommst in Märkte hinein wo du dich vom ersten Augenblick an behaupten musst, dort gibt es nun mal einen knallharten Wettbewerb.

Und Produktivität spielt eine große Rolle. Wer sich nicht um etwas bemüht, sich nicht einer Sache verschreibt, der wird die ersten paar Jahre nach der Gründung nicht überleben. Außer natürlich, du lebst in einem unfreien Land und hast ein Monopol, sodass die Leute gezwungen sind, deine Produkte zu kaufen. Aber davon will ich jetzt mal nicht ausgehen, dass dein Freund so etwas im Sinn hat.

nicht das Gefühl haben zu müssen.. nicht wichtig zu sein.

Aber du weißt doch: Das Gefühl zu haben, dass du wichtig bist - das kannst letztendlich nur du dir selber geben.

Deinem Freund bist du mit Sicherheit auch wichtig, sonst wäre er ja nicht mit dir zusammen. Und er wird sich bestimmt auch bemühen, weiterhin für dich da zu sein.

Seine eigene Wichtigkeit bzw seinen Wert von anderen abhängig zu machen - ich sag's dir klapp und klar, in dem Fall kannst du nur verlieren. Weil viele Menschen ihre Meinung ändern, und teilweise auch sehr schnell, und ihre Prioritäten immer mal wieder anders setzen.

mit ihm gründen, wenn wir ihm dann gar nicht so wichtig sind und nur die Firma zählt? Er spricht auch davon, dass er dann mit mir zusammen arbeiten will wenn es klappt (bin selbst Industriekauffrau). Wie darf ich das verstehen/damit umgehen (Firma an 1. Stelle)?

Tut mir Leid, dein Freund kommt auf mich sehr naiv herüber.

Eine Firma mit der Ehefrau oder Freundin zu gründen, das halte ich für eine denkbar schlechte Idee. Ihr klebt die ganze Zeit zusammen, seid in berufliche Angelegenheiten verwickelt.

Dabei schadet ihr euch selbst. Wer immer zusammenklebt, hat häufig keine Lust mehr, nach Feierabend noch irgendetwas miteinander zu unternehmen. Und vor allem wird es euch schwer fallen, das Berufliche vom Privaten zu trennen.

Arbeitet lieber jeder in eurer eigenen Sparte. Oder denkt nur mal an die theoretische Gefahr einer Trennung - ihr seid Firmenpartner, müsst euch nach wie vor jeden Tag sehen und könnt eigentlich überhaupt nicht mit der Beziehung abschließen. Siehst du jetzt, was ich meine?

Ich empfehle deinem Freund, erst einmal den Abschluss zu machen und sich über die ganze Sache einmal klar zu werden.

Zum Thema 'Hart' in Vorlesung - viele streuen am Anfang ein, wie schwer es anfangs sein kann. Das ist nicht einmal falsch, es stimmt. Aber bei den meisten gehen diese Tatsachenberichte vorbei und sind schon nach kurzer Zeit wieder vergessen. Viele müssen einfach ihre eigenen Erfahrungen machen.

Sollten Unternehmer dann vllt. einer lieber keine Familie gründen? oder kann man das gut verbinden?

Ich kenne jemanden, der mit einer Versicherung mehr als eine Million Euro verdient hat.

Seine Frau arbeitet etwas komplett Anderes als er. Und das ist gut so, denn hätten sie gemeinsam die Firma aufbauen müssen, dann hätten sie nebenbei für rein gar nichts Anderes mehr Zeit gehabt. Sie haben 2 Kinder, und als er gearbeitet hat, hat sich immer die Frau um den Nachwuchs gekümmert.

Zehn Jahre hat er geschuftet, von früh bist spät. Sport und gesunde Ernährung fielen flach.

Heute ist er reich, hat aber Herzprobleme und allgemein schlechte Werte.

Soviel zum Thema. Das geht an keinem spurlos vorüber.

weil ich für meine eigene Familie alles geben würde damit es uns gut geht.

Du bist ein Familienmensch, und das ist gut so :)

Bis dein Freund all das verwirklichen kann, das dauert ja noch eine ganze Weile. Und sofern es wirklich dazu kommen sollte, empfehle ich dir: Arbeite lieber in deiner eigenen Sparte und lass den Stress nicht an dich heran, falls du das schaffst.

Liebe Grüße

Vor allem am Anfang kann es ganz schön hart sein. 16 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche. Arbeiten und schlafen. Es gibt nicht viel anderes. Wenn es dann geklappt hat und die Firma funktioniert kann man sich auch nicht auf die faule Haut legen. Unsere Welt verändert sich ständig und dem muss auch jeder Unternehmer Rechnung tragen. Der Familie soll es finanziell gut gehen. Dann geht es nicht anders. Wenn eine Frau das nicht mitträgt oder mittragen will, würde ich mich trennen. Obwohl es sich hart anhört. Es gibt Männer die schaffen es nach einigen Jahren mehr zu deligieren und sich mehr Freiraum zu schaffen, aber die sind selten. Bei funktionierenden Firmen ist die Frau meistens eine wichtige Komponente. Sie hält alle privaten Belastungen fern. Verwaltet die Familie und unterstützt ihren Mann bei der Büroarbeit. Zumindestens die ersten Jahre.

Fakt ist, die Gründung eines eigenen Unternehmens ist zeitintensiv. Als Eigentümer/Geschäftsführer wird man nicht von 8 bis 17 Uhr arbeiten und dann das Thema Arbeit für den Rest des Tages abhaken können.

Ich glaube nicht, dass du ihm weniger wichtig bist und so ist das auch nicht gemeint in dem Vortrag. Es soll nicht heißen "Sch... auf eure Familien".

Es soll nur klarmachen, dass es eine harte Zeit für Familien sein kann, weil man sehr viel Zeit in die neue Firma stecken muss. Das mit der Priorität hast du schon ganz gut getroffen.

Wenn man diese Zeit durchhält bis der Anfangsstress vorbei ist wird sich das auch alles wieder einpendeln. Man muss nur daran denken, dass man als Selbstständiger keine Arbeitszeiten wie ein Angestellter hat.

"Die Firma steht an erster Stelle"

Was für ein Granatenschwachsinn. Das Leben steht an erster Stelle. Firmen kommen und gehen - die Menschen sind es, mit denen wir leben, die wirklich wichtig sind. Wenn jemand nach so einem Motto tatsächlich handeln sollte, habe ich für so jemanden nichts als Verachtung.

Und so sieht er es am Ende auch: Der Familie soll es GUT gehen. Allerdings meint er wohl "finanziell gut", während du "emotional gut" meinst. Das kann man doch aufteilen; der eine ist für die Kohle da, der andere für alles andere. Zumindest weitgehend. Heißt ja nicht, daß er sich überhaupt nicht kümmert und interessiert. Sein Vater hat es ja auch geschafft, Firma und Familie unter einen Hut zu bringen.

Natürlich geht die Firma "vor"; da trägt er ja auch eine hohe Verantwortung auch für Mitarbeiter; zu Hause ist er nicht alleine und kann Verantwortung abgeben.

Ich find das ganz gut, wie er da motiviert rangeht. Lass ihn mal; ob das auch alles so klappt, wird die Zeit zeigen.

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