Erfanden und schufen erst die Nachfolger von Jesus also auch die Kirche das Chritstentum?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hi, das kann man und wird auch von vielen so gesehen. Das NT versucht mit großem Aufwand (und etlichen gravierenden Patzern bei der Genealogie), Jesus als direkten Abkömmling Davids und damit auch Abrahams (mit dem Jehova den Bund schloß), zu postieren. Es bestand nämlich großer Argwohn, daß Jesus (falls er überhaupt lebte) ein Mischling (sowas wie ein Samariter) und kein reinrassiger Jude war (sein Vater soll unter anderem der römische Legionär Panthera (Pantera, Pandera) gewesen sein. Die Anhänger Jesu sind eine jüdische Sekte. Erst Paulus entdeckt die Chance, die Jesus Botschaft auch den Heiden zukommen zu lassen (Religion ist und war zu allen Zeiten auch ein Kampf um Macht und Geld, ein einträgliches Geschäft). Paulus Saulus (hatte als Jude den Namen Saul und zusätzlich als römischer Bürger den römischen Namen Paulus) legte den jüdischen Namen ab, nannte sich nur noch Paulus und missionierte die Heiden (Heidenchristen). Für Petrus blieben die Judenchristen. Gründer der christlichen Kirche ist demnach eindeutig und einzig der gelernte Rabbiner Paulus Saulus. Motive Paulus zur Kirchengründung können außer einer gewissen "Verwirrtheit" und Vorteilsverschaffung auch ein subversives Untergraben der römischen Besatzer (Resistance) gewesen sein, den Untergrundkampf gegen Rom auf eine breitere Basis zu stellen. Dahin weien auch die Vröffentlichungen von Lehmann (Rabbi J) hin. Gruß Osmond http://www.amazon.de/Jesus-Report-Protokoll-einer-Verfälschung/dp/3430158664 Zitat: Lehmann hat bereits 1970 diese brisante Recherche zu Jesus, dem Menschen, veröffentlicht - den er provozierend Rabbi J. nennt. Es ist immer noch eines der besten Werke zum Thema. Der Theologe, Psychologe und Philosoph Lehmann nimmt den Leser auf eine fantastische Zeitreise mit - 2000 Jahre in die Vergangenheit. Wer sich eingehend mit dem Neuen Testament beschäftigt, findet Widersprüche zuhauf. Teils ist es dichterische Freiheit beim Übersetzen der Urschriften, teils Unverständnis der wirklichen Zusammenhänge und laut Lehmann insbesondere des jüdischen Glaubens, von dem die Urchristen abstammen. Teils wurde auch vorsätzlich manipuliert, um die neuen Lehren vom jüdisch-orientalischen Kulturkreis zunächst nach Griechenland und später nach Rom und ins Abendland zu übertragen.

Die späteren Winkelzüge, um diese Widersprüche aufzulösen, muten fast lustig an: da wurde die "junge Frau" Maria zur Jungfrau; der "eng Verbundene" - im Orient bildlich auch der "Sohn" - wurde zum Sohn Gottes. Gleich 3 letzte Worte soll Jesus am Kreuz gesprochen haben, je nach Stimmungslage, in der das jeweilige Evangelium gerade geschrieben wurde. Ohnehin kannte keiner der Evangelisten Jesus persönlich, selbst die ältesten Dokumente, die Briefe des Paulus, wurden 50-60 Jahre nach der Kreuzigung geschrieben - und laut Lehmann bereits gezielt verändert.

Basis von Lehmanns Thesen sind die erst 1947 gefundenen Qumran-Schriften der Sekte der Esséner, die wesentliche Aussagen Jesu enthalten - aber weit älter sind. Auf diese Tatsache stützt Lehmann seine These, dass Jesus ein Esséner war und eigentlich nur deren Ideen verbreitet hat. Anhand der speziellen Lebensweise und Gesetze dieser Sekte im Wüsten-Kloster von Qumran sowie deren Widerstand gegen die römischen Besetzer entwickelt Lehmann schlüssige Erklärungen für eine ganze Reihe von Unklarheiten im Neuen Testament. Ergebnis: das Buch liest sich spannend wie ein Krimi.

http://www.youtube.com/watch?v=vyB-6XeYz4o
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Der älteste Paulus Brief wurde bereits ca. 30 Jahre nach der Kreuzigung geschrieben, nicht 50. Die Essenertheorie ist schon älter, hat sich aber längst überlebt und wird von keinem seriösen Wissenschaftler mehr vertreten. Es gibt Ähnlichkeiten in den Lehren, aber auch gravierende Unterschiede.

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@salome77

Es sollte 20 Jahre heissen. Der 1. Thessalonicherbrief entstand um 50.

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@osmond

1998 ist schon länger her. Damals war das ganz in und man schrieb alles den Essenern und Qumran zu. Heute wird das aber differenzierter gesehen. Vgl. dazu das Jesusbuch von Theissen/ Merz.

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@salome77

salome, der 1. Thessalonicherbrief, bisher von der Fachwelt auf 51 n.Chr, datiert, soll sogar schon 41 n. Chr. geschrieben worden sein. Dies sollen neuere nordamerikanische Forschungen ergeben.

Genaueres weiß ich (noch) nicht. Es würde aber bedeuten, dass Paulus noch näher am historischen Jesus ist als bisher angenommen.

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@Sonnenschnauz

Hi, wir wissen es aber nicht. Das ist alles auch Mode. Die damaligen Zeitzeugen sind mittlerweile schon verstorben, vermute ich mal. Es bleibt die Tatsache, Paulus ist Initiator des Antijudaismus (Israeliten sind die Mörder des Gottessohnes). Bin gespannt, wann die <bibel auch hier eine "behutsame Neuinterpretierung" erfährt. Zitat aus bibel.online (Luther 1912). lgO 15 welche auch den HERRN Jesus getötet haben und ihre eigenen Propheten und haben uns verfolgt und gefallen Gott nicht und sind allen Menschen zuwider, (Matthäus 23.37) (Apostelgeschichte 2.23) (Apostelgeschichte 7.52) 16 wehren uns, zu predigen den Heiden, damit sie selig würden, auf daß sie ihre Sünden erfüllen allewege; denn der Zorn ist schon über sie gekommen zum Ende hin. (Matthäus 23.32-33)

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Einiges ist ja schon geschrieben worden, als Ergänzung nur das folgende: Die frühen Christen wurden von anderen Leuten Christen genannt, sie gaben sich diese Bezeichnung nicht selber. Im Umlauf war auch noch "Nazoräer", weil Jesus eben aus Nazaret stammte und als "Nazarener" bekannt war. Die ersten Jünger Jesu verstanden sich nicht als Nichtjuden, sondern als Vertreter eines neuen Weges im Judentum; sie hätten sich von sich aus nicht vom Judentum getrennt. Erst mit der harschen Reaktion auf der Seite des jüdischen "Establishments" und mit der Gegenreaktion auf Seiten der Jesus-Anhänger begann die Trennung vom Judentum. Es gab - das kannst Du am Beispiel von Stephanus nachvollziehen - auch regelrechte Verfolgungen. Das führt naturgemäß nicht dazu, daß man beieinander bleibt. Gruß, q.

Paulus ist Jesus - zu desssen Lebzeiten - wohl nie begegnet! IHm war das Einvernehmen mit den Leuten, die Jesus das ganze Leben auf seinem Weg begleitet hatten, z.B. Jakobus, dem "Bruder des Herrn" aber sehr wichtig! Lies doch die Apostelgeschichte! Viel Spaß!

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