Darf vermieter trotz fristloser kündigung weiter miete verlangen?

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6 Antworten

Bist Du sicher das es eine Nachforderung von Miete ist und nicht eine Schadensersatzforderung (Mietausfallentschädigung)?

Letzteres können Vermieter nämlich geltend machen wenn ein Mieter die außerordentliche Kündigung zu verschulden hat.

Allerdings längstens für 3 Monate.

mein wg'ler wohl erst einige Monate später.

Ich nehme mal an Ihr hattet eine gemeinsamen Mietvertrag.

Dann haftet jede Person in voller Höhe.

Heißt wenn der andere WGler nicht zahlen kann/will hält sich der Vermieter eben an Dich.


Junizwerg 19.03.2016, 13:21

Aufgelistet sind die grundmiete+Nebenkosten,natürlich kamen dann nach 2 Jahren auch kosten vom Rechtsbeistand dererseits mit zu,was das ganze in die Höhe steigen lässt. Aber das alles sind kosten bis 2014. Die Immobilienfirma müsste doch die fristlose Kündigung noch im System haben. Natürlich werde ich dort gegen sprechen und dort Montag erstmal anrufen. Der Mietvertrag lief auf beide und bin mir auch bewusst das einer für den anderen haftet aber doch nicht für diesen Zeitraum?!

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Die Konstellation lässt nur den Schluss zu, dass der Mitmieter nach der fristlosen Kündigung weiter in der Wohnung geblieben ist, der Vermieter in der schriftlichen Kündigung der Fortsetzung des Mietverhältnisses nicht widersprochen hat, so dass nach 14 Tagen das Mietverhältnis unbefristet fortgesetzt wurde. Damit ergibt sich die Pflicht zur Mietzahlung für beide Mieter als Mieterpartei in Personenmehrheit und zwar solange, wie der Mietvertrag weiter besteht. Durch die gesamtschuldnerische Haftung kannst du durchaus zur Nachzahlung der Gesamtmiete herangezogen werden.

Rechtsanwaltkosten als Schadensersatz dürften zunächst hier nicht vom Vermieter zu verlangen sein. Eine fristlose Kündigung bedarf in der Regel nicht der Mitwirkung des RA.

Es käme nun darauf an, wann dein ehemaliger Vermieter nun diesen Mietvertrag erneut gekündigt hat oder unter welchen Umständen dein ehemaliger Mieter die Wohnung verlassen und die Schlüssel an den Vermieter herausgegeben hat.  Sollte die Wohnung inzwischen wieder vermietet sein, könnte daraus auch das Ende eures Vertrages abgeleitet werden. 

Mietschulden, die vor dem 01.01.2013 entstanden sind, sollten verjährt sein.

Du kannst hier zu Verjährungsfristen (3 Jahre) nachlesen:

http://ratgeber.immowelt.de/a/diese-verjaehrungsfristen-sollten-mieter-kennen.html

Und hier Infos ab wann ein Mietverhältnis beendet ist (ist bei der fristlosen Kündigung quasi sofort der Fall):

http://kanzlei-renz.de/miete-und-wohnungseigentum/gewerbemiete/beendigung-des-mietvertrages/


anitari 19.03.2016, 12:43

Und hier Infos ab wann ein Mietverhältnis beendet ist (ist bei der fristlosen Kündigung quasi sofort der Fall):

Das schon, aber nicht evtl. Zahlungspflichten.

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3dfan 19.03.2016, 13:03
@anitari

Ich habe keine Aussage zu Zahlungsverpflichtungen gemacht. Es ging nur darum ob das Mietverhältnis weiter bestehen kann. Der ganze Fall scheint eh sehr verworren. 3 Jahre Mietnachforderung nach Kündigung? Schwer nachzuvollziehen....

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Grundsätzlich darf der Vermieter nur Miete nach der Kündigung fordern, wenn der Mieter in der Wohnung etwas kaputt gemacht hat oder die Miete vor der Kündigung nicht gezahlt wurde.

Selbst wenn eines von beidem der Fall sein sollte wäre das nach vier Jahren verjährt. Sie müssen also nicht zahlen. Es wäre vielleicht gut den Vermieter zu fragen, wieso er das fordert. Wenn das Gespräch zu keinen Ergebnissen kommt und der Vermieter weiter Geld fordert, kann man sich Rechtsbeistand suchen. Vorher wäre es vielleicht gut, mit dem ehemaligen WG-Mitbewohner zu klären, ob die Schüssel wirklich abgegeben wurden, oder ob es irgendwelche Zwischenfälle gab. Da das ganze aber eh verjährt wäre, besteht ihnen nicht wirklich eine Gefahr.

Gerhart 19.03.2016, 16:45

Der Vermieter fordert keine Miete nach seiner fristlosen Kündigung bis zum Auszug der ehemaligen Mieter sondern ein NUTZUNGSENTGELT. Daher ist der 1. Satz deiner Antwort samt merkwürdiger Begründungen komplett falsch.

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eigentlich verjähren solche Forderungen nach 3 Jahren. Schreib auf jeden Fall einen Einspruch!

Wenn ihr fristlos gekündigt wurdet und dein Mitbewohner erst einige Monate später ausgezogen ist, dann hätte er für diesen Zeitraum eigentlich noch Miete zahlen müssen, da er noch in der Wohnung gelebt hat, wenn da nicht vielleicht sogar noch mehr gekommen sein könnte, da er sich über die fristlose Kündigung hinweg gesetzt hat. Sofern du nachweisen kannst, dass du fristgerecht aus der Wohnung ausgezogen wird, hat er diesen Teil der Kosten aber allein an den Versen.
Dass der Vermieter allerdings eine Nachzahlung bis 2014 verlangt verstehe ich nicht. Das könnte ich nur nachvollziehen, wenn die Wohnung so lange durch euer Zutun nicht neu zu vermieten gewesen wäre.
Auf alle Fälle würde ich mich genauer über die Hintergründe und den Grund informieren, aus dem er Geld verlangt. Und wie schon mehrfach erwähnt kommt diese Forderung auch reichlich spät, also würde es mich nicht wundern, wenn sie schon gar keine Gültigkeit mehr hat.

Gerhart 20.03.2016, 10:44

Die Mieter müssten Miete zahlen, weil sie die Mietsache nicht geräumt und an den Vermieter herausgegeben haben und der Vermieter muss im Mietvertrag bzw, fristloser Kündigung der Fortsetzung des Mietverhältnisses widersprochen haben. Liegt dieser Widerspruch vor, dann gibt es keine Mietzahlung sondern die Zahlung von Nutzungsentgelt. Beide Zahlgründe müssen beide Mieter vertreten aufgrund der gesamtschuldnerischen Haftung der Mieterpartei. Mit Versen kann hier rein gar nichts erklärt werden. 

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Hiordis 24.03.2016, 04:17
@Gerhart

Unterscheidet sich von meiner Aussage nun also in sofern, dass die Zahlung anders genannt wird und der Fragesteller doch noch was mit der Sache zu tun hat.
Allerdings verlangt der Vermieter laut Fragesteller tatsächlich Miete, kein Nutzungsentgelt, also liegt dieser Widerspruch offenbar nicht vor. 

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