Darf Rufbereitschaft als Urlaub abgezogen werden?

2 Antworten

Urlaub ist auf Antrag des Arbeitnehmers zu gewähren und ist keine dispositorische Masse für den Arbeitgeber, um Zeiten mit wenig Arbeit zu überbrücken. Außerdem ist der Urlaub eine Zeit, in der man sich nicht zur Arbeitsleistung bereithalten muss. Alles andere ist logischer Weise kein Urlaub. Für die genannten Beispiele gibt es für den Arbeitgeber die Instrumente Kurzarbeit und Rufbereitschaft. Auch wenn auf Grund der Größe deines Betriebes das Kündigungsschutzgesetz nicht gilt, gilt für dich das SGB IX (neuntes Sozialgesetzbuch). Nach §85 SGB IX bedarf die Kündigung eines Schwerbehinderten durch den Arbeitgeber der vorherigen Zustimmung des Integrationsamtes. Schilder denen doch mal deine Situation und bitte um Hilfe bzw. Rat. Vielleicht gibt es von denen eine Hilfestellung.

Wenn Du Urlaub hast dann hast Du Urlaub und kannst machen was Du magst, Du hast im Urlaub keine Rufbereitschaft oder sonstiges für die Arbeit zu leisten. Dein Urlaub gehört Dir. Sogar wenn Du "nur" frei hast dürftest Du wegfahren. Die Ausnahme ist dass Dein Chef Dich vorneweg offiziell für die Rufbereitschaft einteilt, aber das geht nicht wenn Du Urlaub hast. Du bist ganz klar im Recht wenn Du sagst dass Du im Urlaub keine Rufbereitschaft mehr machst. Sag das Deinem Chef so wie Du es hier erklärt hast. Er kann ja nicht erwarten dass Du immer bereit stehst, zumindest so gewiss nicht mehr (wenn jetzt auch noch die Betriebsferien wegfallen).

An wen Du Dich da wenden kannst weiß ich leider nicht. Gewerbeaufsichtsamt? Kein Plan das kommt auf den Betrieb an. Bei mir wäre es die Heimaufsicht da ich in einem Pflegeheim arbeite. Und die würde meinem Chef Beine machen, das ist klar.

Grüßle, Steffi

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