Darf oder muss ein Jugendpsychologe bei Suizidgefahr die Eltern hinzuziehen?

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2 Antworten

"Wenn eine Gefährdung des Patienten besteht, gilt die Schweigepflicht nicht absolut."

und

"Eine Anzeige- bzw. Meldepflicht besteht nicht. Der Therapeut ist zur Anzeige berechtigt, aber nicht verpflichtet. Gefährdet der Patient sich selbst oder andere, muss der KJP unter Abwägung von Schweigepflicht und Fürsorgepflicht auf die Abwendung der Gefahr hinwirken."
 
Bei einer Eigengefährdung wie der Absicht, sich zu töten, muss also eingeschritten werden und dann liegt es im Ermessen, ob die Schweigepflicht gebrochen wird oder nicht.

Aber bei einer erheblichen Gefahr ist das "Schutzinteresse des Kindes höher zu werten als die Schweigepflicht."

Also zum Thema Suizid kann ich sagen: Wenn eine AKUTE Gefahr besteht, also wenn davon auszugehen ist, dass der Jugendliche sein Vorhaben wirklich durchsetzten will, MÜSSEN die Eltern informiert werden, bzw. es wird ein Klinikaufenthalt empfohlen. 

Ansonsten gilt Schweigepflich, also wenn du nicht willst, dass deine Eltern die Diagnose erfahren, dürfte der Psychologe nichts sagen. 

LG

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