Darf mir die Chefin vorgeben wann ich Urlaub nehemen soll?

11 Antworten

Prinzipiell hat sie den Wünschen der AN schon folge zu leisten bzw sollte sie zusehen, dass sie die Wünsche umsetzen kann, außer unter ganz bestimmten Umständen. Wenn sich der Urlaub zum Beispiel mit zu vielen anderen AN überschneiden würde. Hier ist eben Kommunikation wichtig um einen Kompromiss zu finden. Wieso muss der Urlaub zwangsweise im März stattfinden? Ist dann trotzdem noch gewährleistet, dass der Urlaub übers Jahr schön verteilt ist? Der AG hat immerhin eine Führsorgepflicht seinen AN gegenüber und dazu zählt auch dafür zu sorgen, dass der AN genügend und regelmäßig Erholung hat. Könnte man den Urlaub im Sommer schon früher legen, oder etwas später, fallls er sich überschneidet?

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Ist dann trotzdem noch gewährleistet, dass der Urlaub übers Jahr schön verteilt ist? Der AG hat immerhin eine Führsorgepflicht seinen AN gegenüber und dazu zählt auch dafür zu sorgen, dass der AN genügend und regelmäßig Erholung hat.

Wie kommst Du denn darauf, der Urlaub müsse "übers Jahr schön verteilt" sein?!?

Das Gegenteil ist der Fall!

In der Praxis sieht es zwar meist anders aus, aber das Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 2 Satz 1 schreibt vor, dass der (gesetzliche) Urlaub zusammenhängend - also "am Stück" - zu gewähren ist!

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@Familiengerd

Bei mir auf Arbeit ist es üblich, dass die 30 Tage gleichmäßig aufs Jahr verteilt werden, was meines Erachtens auch viel mehr Sinn ergibt, statt 30 Tage im März (nur mal so als Beispiel) und dann bis Dezember ohne Urlaub durchzugehen. Seitdem das so vorgegeben ist, liegen auch die Krankheitsstatistiken deutlich niedriger. Klar - wenn ich dann von April-Dezember ohne Urlaub durch gehen würde/müsste, würde ich auch vom Stuhl kippen. Das mag vielleicht noch gehen, wenn ich den ganzen Tag im Büro sitzen würde und Freitag um 1 Wochenende hätte, aber jeder der im Einzelhandel arbeitet kann sicher nachvollziehen dass das nicht möglich ist. Da eben nichtmal ein Regelmäßiges Wochenende gegeben ist.

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@Linda616

Ich sagte ja, dass es in der Praxis meist anders aussehen würde - das ändert aber nichts an der gesetzlichen Bestimmung

Diese Vorschrift betrifft auch nur den gesetzlichen Urlaubsanspruch.

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@Familiengerd

Da verstehe ich deinen Kommentar nicht ganz. Ich habe ja nicht gesagt, dass das gesetzlich so festgelegt ist, dass der Urlaub verteilt sein muss, sonders dass ein guter AG der auf die Gesundheit seiner MA bedacht ist, ein Auge drauf hat, dass das so ist.

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@Linda616

Eben wegen des Erholungsaspektes (Gesundheit) schreibt der Gesetzgeber den zusammenhängenden Urlaub vor - das hat er sich nicht "einfach so" ausgedacht!

Urlaub, gleichmäßig über das Jahr verteilt - wie Du das meinst -, hat bezüglich der Regeneration der Arbeitskraft keinen positiven Effekt - jedenfalls nicht objektiv, auch wenn mancher Arbeitnehmer das subjektiv vielleicht so empfinden mag; das ist gesicherte arbeitsmedizinische Erkenntnis.

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@Familiengerd

Leider ist ja bekannt, dass auch das, was ein Gesetzgeber vorsieht nicht immer das non-plus-Ultra ist in der Praxis.

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@Linda616
nicht immer das non-plus-Ultra ist in der Praxis

Natürlich nicht, denn auch Gesetze werden von Menschen gemacht!

Aber was hat das mit dieser Bestimmung nach dem Bundesurlaubsgesetz zu tun, dass der Urlaub zusammenhängend zu nehmen sei? Denn dafür gibt es schließlich einen Grund!

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Nein, das darf Deine Chefin nicht.

Ein AG kann zwar bis zu 3/5 des Urlaubs der AN verplanen, allerdings nur wenn es betrieblich bedingt ist wie z.B. Betriebsurlaub, Schließung an Brückentagen. Hier muss der AG den AN allerdings einige Monate im Voraus informieren.

Zur "Einseitigen Festlegung des Urlaubszeitpunktes durch den Arbeitgeber" schreibt Prof. Dr. Peter Wedde im Arbeitsrechtkommentar zum § 7 Bundesurlaubsgesetz u.a.:

"Erteilt der AG Urlaub, ohne vorher nach den Urlaubswünschen des AN zu fragen, kann der AN die Annahme der Arbeitsbefreiung verweigern, ohne in Annahmeverzug zu geraten.

Er kann einwenden, dass ihm Urlaub zur Unzeit gewährt werden soll. Dabei braucht dem AN kein wichtiger Grund zur Seite zu stehen. Es ist ausreichend, wenn er auf eine von den Vorstellungen des AG abweichende Urlaubsplanung verweist."

Kurz gesagt: Deine Chefin darf Deinen Urlaub so kurzfristig nicht verplanen, Du kannst das ablehnen.

Woher ich das weiß:
Berufserfahrung
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Ich habe aber den Eindruck, dass die Formulierung "dass sie meine Urlaubstage dringend für März braucht" darauf hindeutet, dass die Arbeitgeberin nur die Urlaubsplanung der Fragestellerin bis März wissen will!

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@Familiengerd

Das kann schon sein.

Ich bin allerdings mit meiner Antwort auf die Frage (Überschrift) eingegangen,

Außerdem steht im Text, dass @XBatwomanX im Sommer verreisen will und Urlaub im März nicht brauchen kann.

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@Familiengerd @Hexle2 Danke für die ganzen Informationen!:) Tatsächlich war das nur ein Missverständnis in der Formulierung, meine Chefin hatte nicht (wie ich aus ihrer Formulierung geschlossen hatte) gemeint, dass ich den Urlaub dringend im März nehmen sollte, sondern dass sie bis März wissen will wann ich Urlaub nehmen möchte. Von daher hat sich das geklärt und danke für eure Mithilfe!:)

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@XBatwomanX

Bitte, gerne.

Um Deine jetzt eindeutige Frage zu beantworten: Ja, das darf sie.

Ich vermute allerdings, dass Du jetzt keine Frage mehr hast, da Du ja im März keinen Urlaub nehmen musst.

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@Hexle2

Ja das stimmt! Das hat sich jetzt geklärt und es tut mir sehr leid, dass ich jetzt so eine große Diskussion angeregt habe. Die Informationen waren trotzdem sehr interessant und hilfreich! :) Also Danke!

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@Hexle2

Dankeschön! Und dir noch ein schönes Wochenende!

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Für mich klingt das eher so, als ob Deine Chefin bis März wissen will, wann Du vor hast in diesem Jahr Urlaub zu nehmen.

Sie sagt/schreibt, dass sie die Urlaubstage braucht. also dass sie wissen will, wann die stattfinden sollen. Und das macht für die Planung auch durchaus Sinn.

Darf der Chef einen aus dem "Zwangsurlaub" holen?

Hi :) Die frage steht eigentlich schon oben aber nochmal zur Situation: Ich bin Auszubildender in einer Baufirma im 3 Lehrjahr. Ich habe mir so gut wie nie Urlaub genommen und habe deshalb noch 41 Urlaubstage. Letztes Jahr im Dezember hat mein Chef mir dann Urlaub gegeben, mit der Begründung, dass die Arbeitslage schlecht sei. Nach 2 Tagen allerdings hat er mich Abends angerufen und wollte mich aus dem Urlaub holen da er nun doch ein neues Bauvorhaben hatte. Leider habe ich dies auch getan und war am nächsten Tag arbeiten. Nun hat er mich Letzt Woche freitag angerufen und meinte ich solle eine Woche Urlaub nehmen, da ich ja noch so viel Urlaubstage hätte. Nun hat er mich heute wieder angerufen und will mich schon wieder aus dem Urlaub holen, da es ja nur Zwangsurlaub wäre und er mich da jederzeit wieder von " befreien" könnte.1 : Ist es erlaubt das der Chef mich wann er will einfach wieder aus meinen Urlaub holen kann? 2: Kann man hier überhaupt von Zwangsurlaub sprechen? Denn den kann er doch eigentlich nur bei wichtigen betrieblichen Ereignissen aussprechen ?!. 3.Was mache ich mit den restlichen Urlaubstagen am Ende der Ausblidung? Wäre nett wenn ihr mir helft MFG :)

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