Darf mich mein Arbeitgeber einfach so kündigen?

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6 Antworten

Nein, natürlich darf dich dein Arbeitgeber nicht einfach so kündigen, dazu gibt es den Kündigungsschutz. In besonderen Fällen wie mehrmaliges Fehlverhalten und entsprechende Abmahnungen für ein- und dieselbe Sache müssen vorausgehen. Nur in besonders schweren Fällen wie nachgewiesener "Griff in die Kasse, Veruntreuung oder körperlicher Gewalt rechtfertigt eine fristlose Kündigung. Dazu kannst du aber auch in deinem Arbeitsvertrag nachlesen....was dort konkret steht.

Dein Arbeitgeber möchte, dass du stattdessen freiwillig kündigst, guter Trick, aber schlechtes Argument mit deinem Arbeitszeugnis, fast schon als Drohung aufzufassen. Das mache mal auf gar keinen Fall! Damit verwirkst du nämlich Ansprüche auf finanzielle Unterstützung in der Arbeitslosigkeit, du wirst für mehrere Monate gesperrt.

Wenn er dir tatsächlich kündigt, so hilft nur der sofortige Gang zu einem Fachanwalt für Arbeitsrecht. Und ist die Kündigung nicht rechtens, dann Klageerhebung.

Fehlt dazu das Geld, so mache es trotzdem, denn dann kannst du Gerichtskostenbeihilfe beantragen.

So geht das:

https://www.anwalt.de/rechtstipps/prozesskostenhilfe-wenn-das-geld-fuer-gericht-und-anwalt-fehlt_006058.html

Also: lass dich icht einschüchtern.

Ich gehe mal davon aus, dass sie Dir die Eigenkündigung nahe legen, weil sie selbst wissen , dass die Kündigung durh den Arbeitgeber nicht so ohne weiteres möglich ist,

Habt ihr keinen Betriebsrat? Wende Dich doch mal dahin?

In dieser Filiale wirst Du sicher nicht mehr glücklich, ein Wechsel woanders hin und raus aus dem Vertrieb, wäre sicher eine Lösung.

Gerade im Bankenbereich erlebe ich diese Situation relativ häufig. Grundsätzlich ist es natürlich schwierig zu sagen, wie es in deiner konkreten Situation aussieht. Generell scheinst du Kündigungsschutz zu haben. Kündigungsschutz hat man, wenn das Arbeitsverhältnis länger als 6 Monate besteht und in dem Betrieb mehr als 10 Mitarbeiter beschäftigt sind. Dann benötigt der Arbeitgeber einen Kündigungsgrund. Kündigungsgründe sind generell nach deutschem Arbeitsrecht schwierig darzustellen. Bei einem guten Anwalt der den Arbeitnehmer vertritt wird dies oft ein Ding der Unmöglichkeit.

Der Kündigungsgrund der hier im Raum zu stehen scheint ist der der low Performance, also verhaltensbedingt. Ohne auf diesen Gesichtspunkt vertieft einzugehen, die Chancen für die Bank sind hier gleich 0. Eine solche Kündigung ist praktisch nicht darstellbar.

Um diese Situation zu vermeiden Bieten Arbeitgeber regelmäßig Abfindungspakete an. Möglicherweise scheint hier der Arbeitgeber die Hoffnung zu haben, sich ein solches Paket ersparen zu können.

Ob dein Arbeitgeber dich versetzen kann, kann ich nicht beurteilen. Dein Gehalt darf er nicht kürzen. Für dich stellt sich aus meiner Sicht die Frage, ob du die Situation nutzt und eine Aufhebungsvereinbarung verhandelt und dich anderweitig bewirbst. Es ist auch eine praktische Frage, welche Zukunftsaussichten du bei diesem Arbeitgeber hast.

Sollte ein solcher Weg für dich interessant sein bitte immer auch daran denken, dass in eine Aufhebungsvereinbarung auch ein sehr gutes Zeugnis geregelt werden sollte und das Wording vorweggenommen. Idealerweise solltest du dich mit der Rechtsberatung deines Vertrauens kurzschließen um deinen rechtlichen Status durchzugehen.

Ich poste dir mal ein Link den du zur Vorbereitung studieren kannst

http://www.kanzlei-mudter.de/7-antworten-kuendigung-aufhebungsvertrag-abfindung.html

Sollte eine Kündigung kommen, müsstest du Kündigungsschutzklage einreichen und entweder würdest du ohnehin gewinnen oder vor Gericht würde ein Vergleich abgeschlossen.Die Kündigung würde in dem Zeugnis nicht auftauchen.

Insgesamt blufft dein Arbeitgeber hier.

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