darf mein vermieter mir verbieten mein wäsche in der wohnung zu trocknen(aufzuhängen)?

Das Ergebnis basiert auf 3 Abstimmungen

Nein, darf er nicht! 66%
ja, darf er! 33%
Wenn es im Mietvertrag drinne steht dann is das so! 0%
Es gibt keine Regelung dafür! 0%

9 Antworten

Nein, darf er nicht!

Im Gegensatz zu vielen anderen Regeln und Verboten, wie z. B. Haustierverbot, bei dem sich der Sinn nicht gleich erschließt, ist hier schon klar darauf hingewiesen, um was dem Vermieter geht: Schimmelgefahr!

Grundsätzlich besteht Schimmelgefahr in jeder Wohnung, in der es zu feucht und zu kühl ist, aber es gibt Gebäude, in denen die Gefahr aus baulichen Gründen oder aus klimatischen Gründen, besonders groß ist. Gehe mal davon aus, dass Du in ein solches Haus einziehst.

Wenn Du in einen schimmelfreie Wohnung ziehst und Dich über das Verbot hinweg setzt und es tritt Schimmel auf, wirst Du höchst wahrscheinlich dafür verantwortlich gemacht und hast dann auch die Sanierungskosten zu tragen.

Zu beweisen, dass Du nicht schuld bist, fällt Dir dann möglicherweise sehr schwer oder es wird ein großes finanzielles Risiko (Gutachterkosten!).

Insofern darfst Du zwar davon ausgehen, dass Dir das Wäschetrocknen in der Wohnung nicht verboten werden kann, aber Du hast dann dafür zu sorgen, dass keine Schimmelgefahr auftritt. Ggf. indem Du vorsorglich investierst:

1. Hygrometer oder Schimmelwächter

2. Luftentfeuchter

3. Wäschetrockner

Schimmelwächter oder Schimmelradar in einem oder mehreren Räumen aufgestellt, kann Dich auch mit Signalton warnen, wenn die Luft zu feucht wird, sodass Du rechtzeitig lüften kannst. Nützt aber nichts, wenn Du in der kälteren Jahreszeit morgens die Wäsche aufhängst, die Heizung zurück drehst und die Fenster, wie vorgeschrieben, verschließt. Wer würde das Signal hören?

Luftentfeuchter: Ein solches Gerät (elektrisch betrieben) nimmt die Luftfeuchtigkeit in dem problematischen Raum zuverlässig auf und sorgt dafür, dass die Luftfeuchtigkeit unter das kritische Niveau absinkt. Ob es allerdings in der Lage ist, die plötzlich entstehende hohe Luftfeuchtigkeit durch nasse Wäsche zuverlässig und schnell aufzunehmen, kann ich nicht beurteilen. Da ggf. im Geschäft nachfragen oder selbst ausprobieren.

Wäschetrockner: (Kondensationstrockner, der nicht nach draussen blasen muss) Wahrscheinlich die teuerste Lösung, aber eben auch die, die Dir wohl am meisten in der neuen Wohnung helfen wird. Die Geräte wurden nicht umsonst erfunden und im Vergleich zu einem ungesunden Wohnklima oder Dauerstreit mit Vermieter, ist das eine vergleichsweise günstige Anschaffung. Nicht umsonst sieht man so viele in den Waschkellern von Mehrfamilienhäusern.

Der Vermieter kann Dich natürlich nicht dazu zwingen, Dir einen Trockner zu kaufen, so wie Dich ein Vermieter in einer abgelegenen Gegend auch nicht zwingen kann, ein Auto zu kaufen, aber wenn man die Notwendigkeit erkannt hat...

Wenn Du jetzt dem Vermieter irgend welche Belege vorliegst, mit denen Du ihm beweist, dass er Dir das Trocknen in der Wohnung nicht verbieten darf, garantiere ich Dir, dass Du beim ersten Auftreten von Schimmel eine Abmahnung bekommst und wenn nach Beseitigung durch Dich wiederum durch das Wäsche trocknen Schimmel auftritt, Du auch gekündigt wirst.

Da nützen Dir Belege nichts, sondern nur, dass Du erst mal still hältst, Deiner Verantwortung entsprechend nach kommst und dafür sorgst, dass eben kein Schimmel auftritt. Der Vermieter wird nicht jede Woche kommen und kontrollieren, ob Du Deine Wäsche in der Wohnung trocknest.

Übrigens ein Schimmelradar gibt es unter dieser Bezeichnung z. B. bei Conrad.de oder voelkner.de. Ich mache kein Geld damit, habe aber schon sehr gute Erfahrungen damit gemacht.

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Zu beweisen, dass Du nicht schuld bist, fällt Dir dann möglicherweise sehr schwer

Wobei der Vermieter beweisen muss, dass der Mieter Schuld ist. Und nicht andersrum!

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@EinGast99

@EinGast99: Da hast Du schon recht. Der Vermieter muss beweisen. Aber er hat einen gewissen Vorteil. Während in anderen Fällen gerätselt werden muss, woher die hohe Luftfeuchtigkeit kommt, gibt es hier schon mal das Indiz, dass in der Wohnung wider besseren Wissens und entgegen des Verbots des Vermieters häufig Wäsche getrocknet wurde.

Der Vermieter wird dann die Kosten für die Sanierung als Schadensersatz einklagen. Vorsorglich hat er schon vor der Sanierung einen Gutachter beauftragt, der eifrig gemessen hat und bauliche Mängel wohl ausschließt. Zudem wird er als Zeugen die vorherige Mietpartei benennen, die bezeugen, dass es nie ein Schimmelproblem gab und dass sie nie Wäsche in der Wohnung getrocknet haben.

Natürlich neigt ein Richter hier schon dazu, die Vermieter auf Zahlung zu verklagen, jedoch wird er das nicht tun, ohne selbst auch einen Gutachter zu beauftragen, sofern sich die Parteien nicht im Rahmen eines Vergleichs einigen werden.

Der Gutachter, der vom Gericht eingesetzt wird, hat natürlich nicht mehr die Möglichkeit, in den sanierten Wänden noch Feuchtigkeit festzustellen. Er hat aber die Möglichkeit, bauliche Mängel zu prüfen und schließt diese vermutlich auch aus.

Wenn es so ausgeht, hat die FS nur noch die Möglichkeit, nun ihrerseits zu beweisen, dass sie nicht Schuld hat am Schimmelbefall. Das meinte ich mit

Zu beweisen, dass Du nicht schuld bist, fällt Dir dann möglicherweise sehr schwer

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Das kommt darauf an: Die Trocknung von Kleinmengen innerhalb der Wohnung gehört zum bestimmungsgemäßen Gebrauch der Mietsache. Niemand dürfte dir verwehren, deinen empfindlichen Pullover auf einem Wandtrockner über der Wanne im Bad trocknen zu lassen.

Kiloweise Handtücher und Bettwäsche auf einem großen Wäscheständer im Wohnzimmer trocknen zu lassen ist eine ganz andere Hausnummer, die mit hoher Luftsättigung Gefahr eine Bausubstanzschädigung darstellt, die untersagt werden darf.

Würden dabei der Bodenbelag durch Tropfwasser beschädigt oder käme es in kalten, unbelüfteten Räumen zu Schimmelbefall, hättest du die Kosten der Schadensbehebung gleichwohl zu tragen.

Allerdings: Eine bei Mietbeginn vorhandene Hausordnung hat im Ggs. zu Mietvertragsklauseln bindenden Charkter: Wer weiß, was erlaubt ist und was nicht und an welchen Tagen er Wäsche waschen darf, hat sich daran zu halten.

Die optimale Lösung für die meiste Wäsche wäre da ein Kondenstrockner, den man über oder neben seine Waschmaschine im Keller stellt.

G imager761



Der Vermieter kann dir das nicht verbieten. In normalen Mengen gehört Wäsche aufhängen zum vertragsgemäßem Gebrauch. Es gibt dazu mehrere Gerichtsurteile, z.b. LG Düsseldorf, Beschluss vom 18. April 2008, Az.: 21 T 38/08

Es kommt ja auch noch dazu, dass es keinen Trockenraum gibt, in dem man die Wäche auch im Winter aufhängen kann. Das würde vor Gericht durchaus gegen den Vermeiter sprechen. Also wo soll man dann aufhängen.

Dennoch musst du beim Wäsche Aufhängen auf jeden Fall auf ausreichende Belüftung sorgen, auch im Winter, sodass die Feuchtigkeit abziehen kann. Sollte es zu Schimmel Schäden kommen, die auf schlechte Belüftung zurück zu führen sind, könntest du dafür haftbar gemacht werden.

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