Darf mein Vater, da ich selbst Geld verdiene, weniger Unterhalt zahlen?

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4 Antworten

Drehen wir den Spieß mal um: Warum sollte Dein Vater weiter den vollen Betrag zahlen, wenn Du, als Volljähriger, einen Teil Deines Lebensunterhaltes durch eigene Einnahmen abdeckst bzw. abdecken kannst?

Also ja: Dein Vater kann seine Unterhaltungszahlungen entsprechend anpassen lassen & wird Dir unterem Strich wohl weniger zahlen müssen.

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Solltest du nach deinem 18. Geburtstag keinen "eigenen" Unterhaltstitel gegen deinen Vater erwirkt haben (deine Mutter ist nicht mehr berechtigt, Unterhalt für dich einzufordern, da sie ja nun ggf. auch selbst "barunterhaltspflichtig" ist....), bräuchte dein Vater eigentlich gar nichts an dich zu zahlen.

Wenn du aber einen Titel hast und nun ein eigenes Einkommen erzielst, so reduziert sich dein Unterhaltsanspruch an die Eltern entsprechend - der Vater müsste dann also weniger Unterhalt zahlen  - und hat Anspruch auf eine "Abänderung" des Titels.

Denn als Volljährige(r) bist du in erster Linie selbst für deinen eigenen Lebensunterhalt verantwortlich - dein Einkommen wird also in voller Höhe (bis auf einen Freibetrag für deine Fahrtkosten etc....) auf deinen Anspruch angerechnet...

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Ja, dadurch das du selbst etwas Geld verdienst muss dein Vater weniger Unterhalt bezahlen. Aber wieviel das genau ist bestimmt er natürlich nicht selbst, das wird vom Gericht ausgerechnet.

Und die werden sich dann auch schriftlich bei dir melden.

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Seitdem Du 18 bist, ist nicht mehr Dein Vater allein unterhaltspflichtig, sondern auch Deine Mutter. Man müsste also erst einmal errechnen, welchen Anteil Dein Vater an Deinem Unterhaltsbedarf hat, und welchen Anteil Deine Mutter. Das Größenverhältnis dieser beiden Anteile richtet sich  nach dem Einkommen Deiner Eltern: Falls Den Vater ein höheres Nettoeinkommen hat als Deine Mutter, muss er einen größeren Anteil des Kindesunterhalts leisten als Deine Mutter.

Von deinem Einkommen (alle Einkünfte zusammengerechnet) bleiben 90,- Euro anrechnungsfrei. Der Rest wird jeweils zur Hälfte auf die Unterhaltspflichten Deiner beiden Eltern angerechnet.

Beispiel: Angenommen, Du hast einen Unterhaltsbedarf von 600,- Euro. Da Dein Vater (angenommen) mehr verdient als Deine Mutter, muss er davon 400,- Euro zahlen, Deine Mutter 200,- Euro. Wenn Du insgesamt monatlich 600,- Euro verdienst, bleiben nach Abzug der anrechnungsfreien 90,- Euro noch 510,- Euro übrig. Die Unterhaltspflicht beider Eltern sinkt als um jeweils 255,- Euro, d.h. Dein Vater schuldet noch 145,- Euro, Deine Mutter nichts mehr. Allerdings kann Deine Mutter von Dir, solange Du bei ihr wohnst, "Kostgeld" verlangen. Sie kann also verlangen, dass Du einen Teil Deines Geldes (600,- Euro Einkommen + 145,- Euro Kindesunterhallt = Gesamteinkommen 745,- Euro)  bei ihr für Wohnen, Essen usw. abgibst.

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