Darf mein Chef mir wenn ich krank geschrieben bin 50 Euro abziehen und ab der zweiten Woche 10Euro pro tag?

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5 Antworten

Hier musst du differenzieren.

Den normalen Lohn muss der Arbeitgeber für die 6 Wochen der Lohnfortzahlung in voller Höhe weiter zahlen. Das ist klar gesetzlich geregelt.

Zuschläge wie Überstunden, Schichtzulagen oder Zuschüsse in Form von Fahrgeld o.Ä. müssen für diese Zeit nicht bezahlt werden, da diese nicht anfallen.

Hier wäre nun interessant, was genau dir der Arbeitgeber abgezogen hat.

Ich bin Lkw Fahrer und er will pauschal 50Euro für die erste Woche abziehen ab der zweiten dann 10pro tag

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@Davinlian

Wie gesagt, den Grund Lohn darf er nicht kürzen.

Bei einem LKW Fahrer übliche Zuschläge wie z.B. der Verpflegungsmehraufwand entfällt bei Krankheit.

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Zuschläge wie Überstunden, Schichtzulagen oder Zuschüsse in Form von Fahrgeld o.Ä. müssen für diese Zeit nicht bezahlt werden, da diese nicht anfallen.

Das ist im Wesentlichen nicht richtig!

Schichtzulagen, Überstundenzuschläge usw. (also Zuschüsse, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Erbringung der Arbeitsleistung stehen - wenn sie denn überhaupt gewährt werden) müssen trotz Erkrankung gezahlt werden, wenn der Arbeitnehmer entsprechend vergütete Arbeitsleistungen erbracht hätte, wenn er nicht erkrankt wäre (signifikant: ursprünglich vorgesehene Einteilung laut einem Dienstplan).

Andere Zuschüsse, die nicht unmittelbar an die Erbringung der Arbeitsleistung gebunden sind - wie z.B. ein Fahrkostenzuschuss oder der Zuschuss für einen Verpflegungsmehraufwand - müssen im Falle einer Erkrankung tatsächlich nicht gezahlt werden.

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@Familiengerd

Das ist zwar im Grundsatz richtig, aber bis auf den Fall von vertraglich geregelten Wechselschichten ein zahnloser Tiger. Nur in diesem Fall hat der Arbeitnehmer ein Recht darauf, in Schicht eingeteilt zu werden.

Ohne entsprechende Zusicherung hat der Arbeitgeber jederzeit die Möglichkeit den Schichtplan zu ändern und damit den Mitarbeiter auf Normalarbeitszeit zu setzen.

Überstunden bei Krankheit werden grundsätzlich nicht bezahlt. Einem Kranken werden keine Überstunden angewiesen und er leistet sie auch nicht. Daher fehlt die grundsätzliche Anspruchsgrundlage.

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@Interesierter

Deine Einwände sind unzutreffend und sie treffen auch nicht den Sachverhalt, den ich beschreiben habe!

Es geht z.B. nicht um vertraglich zugesicherte Wechselschichten oder was auch immer.

Wenn ein Arbeitnehmer zu einer Schicht eingeteilt war, dann aber erkrankt, hat er das zu erhalten, was er ohne Erkrankung in dieser Schicht verdient hätte! Und das betrifft auch Überstunden (und ihre Zuschläge, sofern grundsätzlich vereinbart), wenn sie nach Plan in dieser Schicht zu leisten gewesen wären.

Einem Kranken werden keine Überstunden angewiesen

Wer redet denn davon (Arbeit generell wird einem Kranken nicht zugewiesen)?

Wenn aber die ursprünglich vorgesehene Arbeitsdauer auch Überstunden enthielt, sind die selbstverständlich auch zu bezahlen.

Zwar zählt das Entgeltfortzahlungsgesetz EntgFG § 4 Abs. 1a das Entgelt für Überstunden nicht bei der Berechnung des fortzuzahlenden Entgelts mit, dass gilt aber nicht, wenn der Erkrankte ursprünglich für Überstunden eingeteilt war oder wenn in der Vergangenheit regelmäßig/dauerhaft Überstunden geleistet wurden!

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Sag mal, in welchem Jahrhundert lebt der denn? Das ist doch alles gesetzlich geregelt. Lohnfortzahlung im Krankheitsfall( LFZ) in den ersten 6 Wochen einer neuen Krankheit( in dem letzten Rumpfjahr) 100%. Dann setzt die Krankenkasse mit Krankengeld ein. Wenn Dein Chef da den großen Zampano raushängen läßt und gegen Gesetze verstößt( Seit wann wird man für Krankheit bestraft?), dann kannst Du Dich erstmal an die Krankenkasse wenden( Das kann sehr unangenehm für den Chef werden) oder einen Anwalt/ Gericht einschalten.
Liebe Grüße und gute Besserung, 🐺

Weisst du, was genau nicht gezahlt wurde?

Dass der Grundlohn vollständig gezahlt werden muss, steht ja ausser Frage.

Im Gegensatz dazu sind aber viele Vergütungsbestandteile während der Krankheit nicht zu zahlen. Dazu gehören z.B. Schichtzulagen, Fahrgeld, Spesenpauschale, Verpflegungsmehraufwand etc.

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Nach §3 Abs. 1 Entgeldfortzahlungsgesetz hast du Anspruch auf fortzahlung deines Entgeldes für 6  Wochen. Eine kürzung ist daher unzulässig

Nein, es gibt ein Lohnfortzahlungsgesetz!

Eigentlich nicht. Erst nach 6 Wochen soviel ich weiß

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