Darf man sündigen?

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Hallo Raupidu,

wären Sünden in Gottes Augen erlaubt, dann wäre es paradox von ihm, sie als solche zu bezeichnen. Sündigen ist immer ein Übertretung göttlicher Gesetze und von daher nicht erlaubt.

Grundsätzlich ist es so, dass sich jeder Mensch, der sich darum bemüht den Willen Gottes zu tun, in einem Dilemma befindet. Gewisse Sünden sind einfach unserer Unvollkommenheit zuzuschreiben und wir bekommen sie trotz aller Bemühungen nie vollständig in den Griff.

Der Apostel Paulus war sich dessen ebenfalls bewusst, als er einmal schrieb: " Denn das Gute, das ich wünsche, tue ich nicht, sondern das Schlechte, das ich nicht wünsche, das treibe ich.  Wenn ich nun das, was ich nicht wünsche, tue, so vollbringe nicht mehr ich es, sondern die Sünde, die in mir wohnt. Ich finde also in meinem Fall dieses Gesetz: daß, wenn ich das Rechte zu tun wünsche, das Schlechte bei mir vorhanden ist. Ich habe wirklich Lust an dem Gesetz Gottes gemäß dem Menschen, der ich innerlich bin, aber ich sehe in meinen Gliedern ein anderes Gesetz, das dem Gesetz meines Sinnes widerstreitet und mich gefangennimmt unter das Gesetz der Sünde, das in meinen Gliedern ist. Ich elender Mensch! Wer wird mich befreien von dem Leib, der diesem Tod verfallen ist? Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn" (Römer 7:19-25).

Kannst Du Dich in diesen Versen wiederfinden? Ich denke, den meisten Menschen geht es so. Zum Schluss schrieb Paulus noch etwas sehr Bemerkenswertes: " Dank sei Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn" (Römer 7:25). Was meinte er damit? Er wusste, dass es Dank des Opfers Jesu die Möglichkeit der Sündenvergebung gibt. Gott ist also bereit, selbst über schwere Fehler oder häufiges Sündigen hinwegzusehen, sofern wir echte Reue empfinden. Die Bibel sagt über die Bereitschaft Gottes zur Vergebung folgendes: "Er hat uns selbst nicht nach unseren Sünden getan; noch hat er nach unseren Vergehungen das auf uns gebracht, was wir verdienen.   Denn wie die Himmel höher sind als die Erde, so ist seine liebende Güte übermächtig gegenüber denen, die ihn fürchten. So fern der Sonnenaufgang ist vom Sonnenuntergang, so weit hat er unsere Übertretungen von uns entfernt" (Psalm 103:10-12).

So großzügig Gott auch im Hinblick auf unsere Unvollkommenheit und Sündhaftigkeit ist, sollte man eines jedoch nicht übersehen: Die Sündenvergebung ist kein Automatismus! Gott durchschaut, inwieweit es jemandem wirklich ernst damit ist, die Sünde zu meiden. Auch sieht er, ob die Reue einer Person echt ist.

Ein biblisches Beispiel einer Person, die echte Reue empfand, ist der König David. Nachdem er Ehebruch mit der schönen Bathseba begangen hatte und ihm die Tragweite seiner Schuld bewusst wurde, schlug sein Gewissen und er verspürte eine große innere Last. Er selbst schrieb in einem Psalm darüber: "  Als ich stillschwieg, verzehrten sich meine Gebeine durch mein Gestöhn den ganzen Tag.  Denn Tag und Nacht war deine Hand schwer auf mir. Mein Lebenssaft ist verwandelt worden wie in der trockenen Sommerhitze" (Psalm 32:3,4). David beließ es jedoch nicht dabei, sondern er tat auch etwas. Er schreibt weiter: "Meine Sünde habe ich dir schließlich bekannt, und mein Vergehen habe ich nicht zugedeckt" (Psalm 32:5).

Dieses Beispiel zeigt, was sich im Fall echter Reue im Inneren einer Person abspielt. Es zeigt aber auch, dass damit in Verbindung ein Bekenntnis vor Gott abgelegt werden muss. Wer sich bewusst ist, dass er gegen Gott gesündigt hat, sollte den inneren Drang verspüren, Gott um Vergebung zu bitten. Um zu zeigen, wie ernst es ihm damit ist, ist noch ein weiterer Schritt nötig. Dazu schreibt die Bibel: "Bereut daher und kehrt um, damit eure Sünden ausgelöscht werden" (Apostelgeschichte 3:19). Echter Reue folgt also die Umkehr, d.h. man wird alles tun, um künftig den gleichen Fehler nicht noch einmal zu begehen. Umkehr heißt auch, dass man sich innerlich von der Sünde, die man begangen hat, abkehrt und den festen Entschluss fasst, die Sünde fortan zu meiden. Es findet somit ein innerer Umwandlungsprozess statt, der dazu führt, dass man aus Überzeugung der biblischen Aufforderung nachkommt: "Hasst das Böse, und liebt das Gute" (Amos 4:15). Es geht also darum eine Abneigung gegen die begangene Sünde zu entwickeln. Das ist sicher nicht leicht aber auch nicht unmöglich.

Selbst wenn man die Sünde hasst, ist das noch keine Garantie dafür, dass man nicht doch wieder schwach wird und die gleiche Sünde wieder begeht. Was kannst Du tun, um nicht, wie die Bibel es ausdrückt, "Sklave der Sünde" zu werden (Johannes 8:22)? Dazu möchte ich noch einmal auf den bereits erwähnten König David zurückkommen. Wie gesagt, tat es ihm sehr leid, mit der Frau eines anderen Ehebruch begangen zu haben. In einem schwachen Moment hatte er seinen sündhaften Begierden nachgegeben. Damit ihm ein ähnlicher Fehler nicht noch einmal passierte, betete er: "Schaffe in mir auch ein reines Herz, o Gott, und leg einen neuen, einen festen Geist in mich" (Psalm 51:10). David bat Gott also darum, künftig die innere Kraft dazu zu haben, sie Sünde zu meiden. Er wünschte sich eine feste und kompromisslose innere Haltung.

Du siehst also, dass das mit der Sündenvergebung nicht ganz so einfach ist. Dennoch steht, wie die obigen Ausführungen gezeigt haben, der Weg der Sündenvergebung grundsätzlich jedem offen.

LG Philipp


das durch sein fließendes Blut uns die Sünden vergeben
seien.


Dies ist so etwas mißverständlich.
Bei den drei Evangelisten, welche vom Abendmahl berichten (Johannes bringt garnichts), hat nur Matthäus diesen Nachsatz der Sündenvergebung  gebracht.
An keiner anderen Stelle seiner Botschaft aller 4 Evangelien  hat Jesus gesagt, daß durch sein Blut, oder sein Tod o.ä Sünden vergeben werden - und er hat oft von Sündenvergebung gesprochen.
Da dies ja ein ganz wichtiger maßgebender Sachverhalt seiner Botschaft gewesen wäre, er aber nie davon gesprochen hat, ist davon auszugehen,daß er dies garnicht gesagt hat.
Und wie kommt Matthäus dazu, dies dort zu sagen ?
Matthäus hat gern die präsentierten Worte Jesu mit Textstellen des AT ergänzt um den Adressaten , den in den Schriften involvierten Juden, Jesu Person und Botschaft nahe zu bringen.
Bei allen drei Evangelisten wird ausgesagt, daß Jesu Blut für den "Neuen Bund" (dessen Botschaft !) vergossen wurde. Nun hat die Ankündigung des "Neuen Bundes", bei Jeremias 31,31-34,  tatsächlich den Nachsatz:
"Denn ich verzeihe ihnen die Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr."
Das bezieht sich aber auf kein Blutopfer sondern doch wohl auf die Befolgung
des "Gesetz des Herzens" (Jerem.31,33) wie Jesus dies dann auch durchgehend in seiner Botschaft gelehrt hat.
Ansonsten - so oder so darf man kein Unrecht tun (sündigen) wie kommst du darauf ???

Sündigen bedeutet, Fehler zu machen, die unangenehme Folgen haben.

Fehler machen hat aber als Ursache, daß schon vorher Charakterfehler vorlangen, fehlerhafte Denkweisen dominieren und/oder grobe Verkennungen von Zusammenhängen vorliegen.

Die Worte von Jesus erfolgten vor rd. 2000 Jahren und waren an Menschen eines Volkes gerichtet, daß im Wesen sehr gemischt war, in dem es aber auch viele Menschen gab, die aufrichtig bemüht waren, nicht zu sündigen, sehr vieles aber auch aufgrund der dort vorherrschenden Religion und Volksmoral verkannt haben.

Durch den Tod von Jesus in Verbindung mit seiner zuvor verbreiteten Lehre erkannten viele, wie schwachsinnig und verdreht die offizielle jüdische Religionslehre geworden ist und wie sehr auch einiges abgrundtief Übles irrtümlich für gottgefällig gehalten wurde.

Dieser Erkenntnisschub erfolgte durch das Begreifen, daß da in Wirklichkeit aufgrund des priesterschaftliche Bosheit verhetzten Volkes ein Unschuldiger getötet wurde. Sein Tod ließ viele Menschen nachdenklich werden, ihren Glauben überdenken, so daß Reue erfolgte und ein zukünftiges Unterlassen von total verdrehtem religiösem Denken.

Die damit einhergehende "Erlösung von den Sünden" galt nur für einige Menschen, nämlich für diejenigen, die zu neuer Einsicht kamen, sich von da an anders verhielten und so vor den üblen Folgen (jeder kontrolliert jeden, im Verstoßfall klagt jeder jeden an, Ethik wird ausgehebelt, Kindern wird Verdrehtheit eingeimpft, Kettenreaktionen des Übels sind vorprogrammiert) geschützt waren, indem solche Folgen nicht mehr verursacht wurden.

Daß danach auch "gutes" Verhalten böse Folgen hatte (massive Verfolgung solcher Glaubensabtrünnigen), ist wieder eine andere Sache.

Tatsächlich ist aber inzwischen die Ansicht weit verbreitet, daß alleine das Blutopfer zur Sündenvergebung führt, und zwar in Form einer religiösen Verdrehung des Denkens, die dem frühgeschichtlichen Menschenopferritual entspricht und mit der Wahrheit der Wirkmechanismen so wenig zu tun hat wie ein Zauberspruch mit Naturgesetzen.

Nicht das Umbringen eines Menschen schützt vor schädlichen Folgen, sondern alleine das Unterlassen von Handlungen, die schädliche Folgen haben.

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